1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. „Mindelheimer Malweib“ ist eine Autodidaktin

Ausstellung

19.10.2017

„Mindelheimer Malweib“ ist eine Autodidaktin

Wie mitten in New York fühlt man sich bei Lucia Maiers Bild. Sie hat sich das Malen selbst beigebracht und ist am liebsten im Wohnzimmer kreativ.
Bild: tisch

Lucia Maier hat sich das Malen selbst beigebracht und beeindruckt mit ihren Bildern

Mitten in die großen Städte führt die neue Ausstellung im Salon, dem Veranstaltungsort des Mindelheimer Kunstvereins, der mehr und mehr zu einem Treffpunkt wird. Die aktuelle Künstlerin ist Lucia Maier, gleich zwei Vernissagen gab es für ihre Ausstellung „Stadtgesichter“, sonst wäre der Andrang zu groß geworden.

Lucia Maier kam auf Umwegen in den Kunstverein. Im Grunde ist Christel Klemenjak diese farbenprächtige, ausdrucksstarke Ausstellung zu verdanken. In ihrer Begrüßungsrede erzählte sie, dass sie eigentlich den Chor „Die Konsonanten“ anwerben wollte und dabei erfahren habe, dass Lucia Maier nicht nur singt, sondern auch Künstlerin ist – wenngleich sie sich selbst lieber als „Mindelheimer Malweib“ tituliere. „Ich habe sie dann überreden können, zu uns zu kommen“, sagte Klemenjak.

Gleich der erste Auftritt bei einer Mitgliederausstellung des Vereins habe sie bestätigt, denn Maiers Beitrag zum Thema „Rot“ 2015 war ein Erfolg – sie belegte damals mit einem großformatigen Bild von New York den zweiten Platz. Das Malen hat sie sich selbst beigebracht. Es sei ein Prozess gewesen, sei es immer wieder bei jedem ihrer Bilder, die dann auch mal eine Weile ruhen dürfen, bis sie die letzten Nuancen erhalten, erzählt Maier, die übrigens im Wohnzimmer malt, sodass sie immer wieder an ihren Bildern vorbeigehen und sie auf die Wirkung hin prüfen kann. Und diese Wirkung ist ungeheuer intensiv!

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Am liebsten malt sie Stadtansichten. Es fasziniert sie, die Stimmung einer Stadt einzufangen und so auf das Papier zu bannen. „Ich will, dass man den Lärm sieht oder den Geruch in der Nase hat“, sagt sie und steht vor einem weiteren Bild vom Times Square in New York, eine Szene mit nassen Straßen und sich spiegelnden Lichtern, mit Taxis und Männern in Anzügen. Man hört das Hupen, spürt das Drängen der Zeit, das Pulsieren an diesem Platz, der bekanntlich niemals schläft. Maier schwärmt für New York, vielleicht weil sich in dieser Stadt genau das manifestiert, was sie in ihren Bildern will: Das Innerste nach außen tragen. Maier gelingt das auf eindrucksvolle Weise.

Ob es nun das Geheimnisvolle von Venedig oder das Majestätische vom Brandenburger Tor in Berlin oder eben das Aufregende von New York ist, stets spricht der Charakter der Städte und erzählt dem Betrachter seine Geschichte. Dasselbe gilt für ihre Bilder von Menschen, auch wenn Maier sich dagegen wehrt, diese als „Porträts“ zu bezeichnen. Wieder fängt sie deren Innenleben ein, erzählt deren Geschichte und bannt sie in einem Blick. Das übergroße Frauengesicht etwa, dessen Augen den Raum füllen mit einer geradezu hypnotischen Kraft. Auch der Mann mit dem abgewandten Blick, der zwischen Pose und Wehmut gefangen scheint. Welch Glück, dass Lucia Maier viele Talente hat und so zum Kunstverein gekommen ist. Ihre Ausstellung kann bis 1. November immer dienstags und mittwochs von 17 bis 19 Uhr und zusätzlich samstags von 17 bis 21 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr besucht werden. (tisch)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren