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Mindelheim

12.03.2019

Mindelheimer hilft, wenn die Katze vermisst wird

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2 Bilder
Wenn die eigenen Katze plötzlich verschwunden ist, gibt es Hilfe auf einer Seite im Internet, die der Mindelheimer Thomas Märte betreut.

Plus Tiere Thomas Märte aus Mindelheim betreibt eine Website für entlaufene Katzen. Wer sein Haustier vermisst, kann bei ihm eine Anzeige aufgeben.

Über ein halbes Jahr ist es bereits her, dass eine der Katzen von Familie Märte aus Mindelheim verschwunden ist. Trotzdem suchen sie immer noch nach ihrem geliebten Haustier. Durch die zahlreichen Suchaktionen seit August vergangenen Jahres ist Thomas Märte auf die Idee gekommen, die Möglichkeiten online auszuweiten: Im Oktober 2018 veröffentlichte er die Website www.katzevermisst.de.

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Ziel der Seite ist es, entlaufene Katzen wieder in ihr zu Hause zurückzubringen. Für jedes vermisste Tier erstellt der 42-Jährige eine eigene Anzeige. Dabei werden der Name der Katze angegeben, die Fellfarbe, das Geschlecht und ob sie gechipt ist oder nicht. Außerdem wird ein Foto dazu hochgeladen.

Suchende können abgleichen, ob ihre vermisste Katze von jemand anderem in Mindelheim gefunden worden ist

Nicht nur wer eine Katze vermisst, auch wem eine fremde zugelaufen ist, kann sich melden. In diesem Fall wird ebenfalls eine Anzeige mit Foto und allen wichtigen Informationen erstellt. So können Suchende abgleichen, ob ihr vermisster Liebling vielleicht von jemand anderem gefunden wurde.

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Einen besonderen Fall gab es in Bad Wörishofen. Dort ist einer Frau eine fremde Katze zugelaufen, die sie dann mehrere Monate lang versorgt hat. Zufällig hat die Bad Wörishofenerin ein Bild der Katze auf der Internetseite von Thomas Märte gesehen und so konnte der Kater nach 18 Monaten wieder nach Hause zu seinen überglücklichen Besitzern gebracht werden. „Man darf die Hoffnung nie aufgeben“, sagt Märte.

Mittlerweile kann er auf ein Team aus 14 Leuten zählen. Der Großteil der freiwilligen Sucher hat selbst schon einmal eine Katze mithilfe der Website gefunden und ist davon überzeugt, dass das auch in anderen Fällen funktioniert. Insgesamt hat Märte seit Bestehen der Seite schon 24 Katzen und vier Hunde nach Hause gebracht. Er und seine Helfer arbeiten ehrenamtlich. „Wir wollen nichts dafür, wir machen das gerne“, erklärt der Mindelheimer.

Für den Mindelheimer gibt es nichts Schöneres als die Gesichter der glücklichen Katzen-Besitzer

Märte und seine Helfer unterstützen nicht nur bei der Suche im Freien, sonder überprüfen auch Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Ebay-Kleinanzeigen. Dort werden oft Bilder von gefundenen Katzen veröffentlicht. Leider bekommt Märte nicht nur positive Rückmeldungen. Über Facebook kritisieren ihn manche Nutzer, warum er denn so einen Aufwand wegen einer „blöden Katze“ betreibe. Der 42-Jährige lässt sich davon allerdings nicht beirren. Für ihn gebe es nichts Schöneres, als die Gesichter der glücklichen Besitzer zu sehen, wenn er ihnen ihr Haustier zurückbringt. Ein Problem sieht der Katzenfreund darin, dass ein Großteil der Tiere nicht registriert ist. Zwar werden viele beim Tierarzt gechipt, aber nicht eingetragen. Das kostet meistens extra. Allerdings kann jeder die Eintragung bei Online-Registern wie „Tasso“ oder „Findefix“ im Internet kostenlos selbst vornehmen. Erst wenn die Nummer bei einer solchen Kartei hinterlegt ist, können dieHelfer die Katzen auch zuordnen. Zu diesem Zweck haben sie sich sogar ein eigenes Lesegerät für die Chips besorgt.

Auf katzevermisst.de gibt es außerdem umfangreiche Tipps für die eigene Suche. Märte empfiehlt, vor allem nachts zu suchen. Da sei es wesentlich ruhiger und man könne die Katze besser hören, wenn sie irgendwo eingesperrt ist und miaut, erklärt er. Oft passiere es, dass die Tiere unbewusst eingesperrt werden. Deshalb solle man auch unbedingt seine Nachbarn informieren, sagt Märte.

Seit Oktober 2018 hatte seine Website über 1700 Zugriffe. Pro Woche lädt der 42-Jährige zwischen fünf und sieben neue Anzeigen hoch. Dort bleiben sie, bis die Katzen gefunden wurden. Manchmal bekommt er sogar Anfragen von Katzenbesitzern aus Kempten oder sogar München. Da die Tiere durch die undenkbarsten Zufälle verschwinden, mache das schon Sinn. „Eine Katze ist zum Beispiel mal mit dem Postauto mitgefahren. Erst auf dem Postgelände ist sie den Mitarbeitern aufgefallen und konnte dann zurückgebracht werden“, erzählt Märte. Er bekommt immer wieder anfragen, wie man helfen könne. Am besten sei es, einfach mit Ausschau zu halten, sagt der Mindelheimer.

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