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WHO stuft neue Corona-Variante als "besorgniserregend" ein
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Pfaffenhausen
04.11.2021

Corona-Ausbruch im Seniorenheim St. Anna in Pfaffenhausen

Im Seniorenzentrum St. Anna in Pfaffenhausen grassiert das Coronavirus auch unter geimpften Bewohnern.
Foto: Josef Hölzle (Archiv)

Im Seniorenzentrum St. Anna in Pfaffenhausen sind 21 Bewohner mit Corona infiziert. Fast die Hälfte kam ins Krankenhaus, eine Frau starb. Die Mitarbeitenden trifft der Ausbruch hart.

Einen schweren Corona-Ausbruch meldet das Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) aus dem Altenheim St. Anna in Pfaffenhausen. Trotz nahezu hundertprozentiger Impfquote sind 21 der 33 Bewohnerinnen und Bewohner mit Corona infiziert und auch acht der 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neun Senioren wurden ins Krankenhaus eingeliefert, eine Frau ist gestorben.

Die Dynamik in der vierten Corona-Welle bringt die Menschen in der Pflege an ihre Grenzen. Und sie zeigt, was sie täglich leisten und wo dringend Hilfe von außen dazukommen muss, heißt es in einer Mitteilung des DRW. Von einem „Ausnahmezustand in St. Anna“ ist darin die Rede.

So entdeckte man die Corona-Infektionen im Seniorenheim Pfaffenhausen

Die Infektionen waren im Rahmen der routinemäßigen Schnelltests aufgefallen und wurden bei einer Reihentestung durch das Gesundheitsamt mit PCR-Tests bestätigt. Vor dem Ausbruch wurde die 3G-Regel bei Besuchern und Mitarbeitenden umgesetzt. Nicht geimpfte Mitarbeitende wurden zweimal die Woche getestet. Trotzdem kam es zu den Infektionen. „Die Situation ist für alle unglaublich belastend“, sagt Ulrike Höchstötter, Leiterin des Pflegeheims St. Anna.

„Die verbliebenen Mitarbeitenden müssen die Aufgaben der unter Quarantäne stehenden Kolleginnen und Kollegen übernehmen. Sie arbeiten an der absoluten Belastungsgrenze, erbringen enorme Leistungen und sind täglich bereit, sich flexibel der neuen Situation anzupassen“, beschreibt Elmar Müller, Gesamtleiter des Dominikus-Ringeisen-Werks in der Region Unterallgäu, die angespannte Situation.

Nachdem man die ersten drei Corona-Wellen ohne Infektionsfall gut bewältigt habe, stehe man jetzt vor der größten Herausforderung seit Beginn der Pandemie. Elmar Müller geht selbst mehrmals die Woche von Kopf bis Fuß in Schutzkleidung gehüllt ins Pflegeheim, um Mitarbeitenden Mut zuzusprechen.

Zehn Menschen meldeten sich für die Pflege in Pfaffenhausen

Einem internen Aufruf im DRW nach Pflegefachkräften für Pfaffenhausen folgten auf Anhieb zehn Personen. Außerdem wurden einzelne Gruppen der Förderstätte geschlossen, um Mitarbeitende umzuverteilen. „Für die Unterstützung sind wir sehr dankbar. Nur so gelingt es, die Pflege und Betreuung der Bewohner zu gewährleisten“, sagt Elmar Müller. Die Lage sei fragil, zurzeit aber unter Kontrolle, so der Gesamtleiter. Für eine positiv getestete aber symptomfreie Fachkraft wurde vom Gesundheitsamt Unterallgäu eine sogenannte Arbeitsquarantäne genehmigt: Sie darf lediglich für den Weg zur Arbeit unter Corona-Patienten das Haus verlassen.

Wie der Vorstand des Dominikus-Ringeisen-Werks betont, stelle sich die Aufhebung des bayerischen Katastrophenfalls im Juni dieses Jahres nun als sehr problematisch heraus. Denn jetzt könne kurzfristig keine weitere externe Hilfe beispielsweise durch die Bundeswehr angefordert werden. Dass der Markt an qualifizierten Pflegekräften schon seit geraumer Zeit leer sei, mache sich insbesondere in einer solchen Krise umso schmerzhafter bemerkbar.

Sorge bereitet dem Ringeisen-Werk die Zahl der Impfdurchbrüche

Besorgniserregend sei die hohe Anzahl an Impfdurchbrüchen bei vollständig geimpften Menschen, sagt DRW-Vorstandsmitglied Wolfgang Tyrychter. Das zeigt auch die Situation in St. Anna: Von den 33 Bewohnerinnen und Bewohnern waren zum Zeitpunkt des Corona-Ausbruchs 31 doppelt geimpft. Manche hatten sogar bereits die dritte Impfung bekommen. Lediglich ein Bewohner war erst einmal geimpft. Die Impfquote unter den Mitarbeitenden liegt laut Mitteilung bei rund 86 Prozent. „Auch sind deutlich mehr Personen nun symptomatisch und bedürfen einer Krankenhausbehandlung als dies im vergangenen Herbst der Fall war“, so Tyrychter. (mz)

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05.11.2021

Mir stellt sich die Frage: Warum sind in so einem sensiblen Bereich 14 % der Mitarbeitenden nicht gegen Corona geimpft? Ich möchte in einem Alten-/Pflegeheim, wenn es soweit ist, keinesfalls einem solchen Risiko ausgesetzt sein.

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