Je näher der Bau der Dreifachturnhalle rückt, desto näher rückt auch das Ende des Verkehrsübungsplatzes. Er liegt auf dem Gelände der Pfarrer-Kneipp-Grund- und Mittelschule und muss der Halle weichen.
Wo der neue Platz entstehen soll, ist allerdings immer noch nicht geklärt. Dabei wird das Gelände nicht nur von Bad Wörishofern genutzt. Auch die Schulkindern aus Türkheim, Amberg, Ettringen, Wiedergeltingen, Tussenhausen und Markt Wald benötigen die Fläche. „Mit dem Baubeginn der Halle im Oktober stehen wir bei Null“, verdeutlicht Andreas Drews, der Leiter der Verkehrsschule.
Beim Familienforum der Stadt regten Teilnehmer nun an, den Verkehrsgarten im künftigen Pausenhof der Schule zu integrieren. Dies sei allerdings aufgrund rechtlicher Vorgaben nicht möglich, sagt Stadtbaumeister Roland Klier dazu. Der Pausenhof würde sowieso schon verkleinert, der verbleibende Platz sei bei der vorhandenen Schülerzahl gerade ausreichend. Die Schüler werden künftig wesentlich weniger Platz zum Spielen und Toben haben.
Auch Polizist Drews hält den Pausenhof als Standort für nicht mehr geeignet. Dies gilt auch für die eigentlich vorgesehene Planung für die Turnhalle, vor der eine kleinere Version eines Verkehrsübungsplatzes entstehen sollte. Diese Anlage entspreche nicht den Vorgaben von 60 Metern Länge und 40 Metern Breite, erklärt Drews. Außerdem sei die verwinkelte Anlage von der Aufsichtsperson nicht komplett einzusehen.
Auch Bad Wörishofens Kämmerin Beate Ullrich weiß nicht, wie es mit dem Verkehrsgarten weitergeht. Sie ist als Geschäftsführerin der gemeinnützigen Bad Wörishofer Sportstätten GmbH für den Bau der Halle zuständig. Im Haushalt der Stadt für das laufende und das kommende Jahr stehe entsprechend auch noch kein Geld für den Bau eines Platzes zur Verfügung. Offiziell sprach das Rathaus im Frühjahr von „gut über 100000 Euro“ Kosten für die Park-Variante. Kritiker des Vorhabens rechneten mit weitaus höheren Summen.
Man habe zunächst vom Platz vor der Turnhalle gesprochen, dann vom Park am alten Hallenbad, dann von der Eishalle, dann vom Park-and-Ride-Platz und schließlich von einer mobilen Verkehrsschule, erinnert Ullrich an die seit Monaten andauernde Standortdebatte. Einen Beschluss des Stadtrates gibt es aber bis heute nicht.
Polizeichef Thomas Maier hatte zuletzt die Eishalle favorisiert, eine Idee, die er schon bei seinem Dienstantritt präsentiert hatte. Der Park am Hallenbad scheint dagegen vom Tisch. Dort hatte sich massiver Bürgerprotest mit mehreren hundert Unterschriften formiert.
Bad Wörishofens Bürgermeister Paul Gruschka erklärte gestern, dass er das Gespräch mit den Bürgermeistern der anderen Nutzergemeinden suchen wird. Er habe auch kein Problem damit, wenn eine andere Kommune einen geeigneten Platz zur Verfügung stellen würde.