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Bad Wörishofen

27.10.2020

So bereiten sich Wörishofens Schulen auf Distanzunterricht vor

In den Schulen findet Unterricht unter Corona-Bedingungen statt. Die Kneippstädter Schulen machen sich aber auch für Distanzunterricht und Homeschooling bereit.
Bild: Sven Hoppe/dpa

Plus Noch zeichnet sich nicht ab, welche Folgen die steigenden Corona-Infektionszahlen im Unterallgäu haben werden. Doch die Schulen in Bad Wörishofen sorgen vor.

Hygienekonzepte, Maskenpflicht, Abstandsregeln: Schule findet in diesen Tagen der steigenden Coronawerte unter enormen Herausforderungen statt. Aufsehen erregte zuletzt die Entscheidung des Landratsamtes, die von der Regierung eigentlich vorgeschriebene Maskenpflicht im Unterricht auch für Grundschüler im Unterallgäu nicht umzusetzen. Im Unterallgäu war die Corona-Ampel auch am Montag rot. Die Kneippstädter Schulen stemmen sich gegen die Folgen der Pandemie, machen sich aber auch bereit für den Fall, dass es wieder zu Distanzunterricht oder Homeschooling kommen sollte. Einige Schulen könnten sogar dann weiter Präsenzunterricht anbieten, stellt sich heraus.

Rektor Bernd Petzenhauser von der Grund- und Mittelschule sagt, dass er zunächst einmal froh ist, dass noch alle Klassen in voller Stärke Präsenzunterricht erhalten könnten. Ob dies aufrecht erhalten werden kann, lasse sich aber nicht sicher voraussagen. Der Drei-Stufen-Plan des Kultusministeriums sieht bei einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern weitere Schritte vor, dann gilt Stufe 3. Im Unterallgäu lag die Inzidenz am Montag bei 73,62

Zwischenzeitlich schreibt das Kulturministerium zu Stufe 3: „Gegebenenfalls zusätzlich“ zur Maskenpflicht und „je nach Entscheidung des zuständigen Gesundheitsamts“ soll der Mindestabstand von 1,5 Metern in Klassen eingeführt werden, mit „der (wahrscheinlichen) Konsequenz der Teilung der Klassen und Unterricht im wöchentlichen oder täglichen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht“, wie es heißt. Und: „ Die Entscheidung der konkreten Umsetzung obliegt der Schulleitung.“

Die Grund- und Mittelschule Bad Wörishofen hat bereits die Eltern informiert

Petzenhauser sagt, man habe ein umfangreiches Hygienekonzept für den Alltag bisher erfolgreich umgesetzt. Der Aufwand dazu sei beträchtlich, aber man schaffe es, die Klassen weitgehend voneinander getrennt zu halten, auch in der Pause. So konnte die Schule auch mit einem Coronafall in einer neunten Klasse kurz nach den Sommerferien gut umgehen. Um den Präsenzunterricht so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, hätte man, so Petzenhauser weiter, auch die Maskenpflicht für die Grundschüler in Kauf genommen. Nun sei es natürlich angenehmer, nachdem das Landratsamt die Regel außer Kraft gesetzt hat.

Probleme bereite derzeit allerdings noch vielen das verstärkte Lüften. Bis auf einige Klassenzimmer sind zwar alle mit Anlagen ausgestattet, die die komplette Raumluft gegen Frischluft austauschen. Zudem werde mindestens alle 45 Minuten für fünf Minuten durchgelüftet. Doch gegen die nun kältere Jahreszeit helfe eben nur warmes Anziehen.

Auf die schwierige Situation hätten sich seine Lehrkräfte inzwischen gut eingestellt. Auch auf eine eventuell notwendige erneute Umstellung auf den Distanzunterricht oder auf einen Wechsel von Distanz- und Präsenzunterricht sei die Schule vorbereitet, so Petzenhauser. Auch über das Konzept eines tageweisen Wechsels, was der nächste Schritt sein könnte, seien die Eltern informiert und man könne sofort damit starten. Dass jedoch der Präsenzunterricht sowohl für Schüler, als auch Eltern und Lehrkräfte der derzeit wohl größte schulische Wunsch ist, das habe sich auch überregional inzwischen deutlich herausgestellt.

Fachoberschule, Berufsoberschule und Wirtschaftsschule Bad Wörishofen haben einen Vorteil

In vielen Punkten ähnlich stellt sich die Situation an den weiterführenden Schulen der Kneippstadt dar, an Fachoberschule, Berufsoberschule, Wirtschaftsschule oder Hotelfachschule. Wie Jürgen Bäurle als stellvertretender Schulleiter dieser Beruflichen Schulen in Abstimmung mit Direktor Johannes Storch mitteilt, sei derzeit keine Klasse in Quarantäne. Die dort grundsätzlich bestehende Maskenpflicht im Unterricht werde von den Schülern erstaunlich zuverlässig umgesetzt und getragen. Sollte sich die Situation im Unterallgäu jedoch verschärfen, dann sei die Schule auch dafür bereit. Da die Klassen oft relativ klein seien, könnten selbst dann, wenn sonst Klassen geteilt werden müssten, diese im Präsenzunterricht gehalten werden, weil der Abstand von 1,50 Metern im Zimmer eingehalten werden könnte. Dies gelte vor allem auch für fast alle Abschlussklassen, wo dies besonders wichtig erscheine. Die Erfahrungen aus dem Frühjahr seien jetzt natürlich hilfreich, so Bäurle.

Etwas anderes würde im Falle von Homeschooling ebenfalls ein wichtiger Vorteil sein. In den gesamten Schulen von Wirtschaftsschule bis FOS oder BOS seien alle Schüler und Lehrer mit eigenen Laptops und Tablets versorgt. So könnten sie sich bei Krankheit oder Quarantäne direkt in den Regelunterricht zuschalten. Da es derzeit nicht danach aussehe, dass sich die Fallzahlen verringern würden, müsse man warten, welche neue Anordnungen von Kultusministerium oder Landratsamt vor den Herbstferien auf die Schulen zukommen. Man sei jedenfalls auf alle Fälle vorbereitet, betont Jürgen Bäurle.

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