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Soziales: Wertvolle Hilfe für Menschen in Not

Soziales

Wertvolle Hilfe für Menschen in Not

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    Birgit Möller, Silke Oßwald, Ina Waibel, Bernadette Klopf und Markus Riker (von links) engagieren sich beim Roten Kreuz in Sachen Betreuung.
    Birgit Möller, Silke Oßwald, Ina Waibel, Bernadette Klopf und Markus Riker (von links) engagieren sich beim Roten Kreuz in Sachen Betreuung. Foto: Johann Stoll

    Mindelheim Sie kommen allein nicht mehr klar. Der Papierkram von Bank oder Behörden ist ihnen über den Kopf gewachsen, Rechnungen bleiben ungeöffnet liegen. Es sind Menschen jenseits der 80, aber auch psychisch Kranke mittleren Alters. Sie alle sind auf Hilfe angewiesen. Eine kleine Abteilung des Roten Kreuzes in Mindelheim und Memmingen kümmert sich um sie, der sogenannte Betreuungsverein. Jetzt ist die Abteilung personell auf vier Kräfte verdoppelt worden.

    Von Bürokratieabbau weit und breit keine Spur

    Neu im Team sind Silke Oßwald, Bernadette Klopf und Birgit Möller. Sie sorgen unter der Leitung von Ina Waibel dafür, dass 96 Frauen und Männer Hilfe erfahren. Das sind ein Drittel mehr Hilfesuchende als noch vor fünf Jahren. „Wir haben mehr Anfragen, als wir physisch bewältigen können“, sagt Waibel. Seit 15 Jahren gibt es diesen Dienst, und der Bedarf und der Papierkram werden immer größer. Von Bürokratieabbau keine Spur. Besonders stark gewachsen ist die Gruppe psychisch kranker Menschen. Mächtig holen hier Männer auf, so dass sich die Zahlen zwischen Männern und Frauen inzwischen die Waage halten. Die größte Gruppe ist jene im Alter zwischen 50 und 59. Der Druck am Arbeitsplatz werde immer größer, sagt Waibel zu den Ursachen. „Manche werden aus dem System gekickt“, formuliert Markus Riker, der beim Roten Kreuz die Abteilung Sozialarbeit leitet. Früher seien diese Erkrankungen oft nicht erkannt worden.

    Die Fälle sind komplex, die Arbeitsbelastung für die vier Sozialpädagoginnen ist groß. „Einfache Anträge gibt es nicht mehr“, so die Leiterin. Es sei oft schwierig herauszufinden, welche staatliche Stelle für was zuständig ist. Wohngeld oder Grundsicherung, Arbeitslosengeld II oder I – für all diese Fragen müssen die Betreuerinnen Antworten finden im Interesse ihre Klienten.

    Dass diese Vielfalt an Regelungen nicht im Sinne der Betroffenen ist, deutet Waibel an. Sie vermutet, dass berechtigte Ansprüche verloren gehen, weil sich die Leute zu wenig auskennen. Manche Probleme sind nach ein paar Monaten im Griff, weil die Betroffenen sich nach einer vorübergehenden Krise wieder selbst um ihre Angelegenheiten kümmern können. Bei anderen, vor allem Älteren und Demenzkranken, bleibt die Betreuung Daueraufgabe.

    Wie aber kommt der Betreuungsverein ins Spiel? In der Regel fällt irgendwann einem Nachbarn auf, dass jemand allein nicht mehr zurechtkommt. Dann werde die Betreuungsstelle des Landratsamtes eingeschaltet, berichtet Waibel.

    Ein Mitarbeiter kommt dann daheim vorbei und erkundigt sich, ob Hilfe notwendig ist. Meist wird der Hausarzt eingeschaltet oder auch mal das Gesundheitsamt. Stellt der Arzt fest, dass ein Patient seinen Alltag allein nicht mehr meistern kann, wird das Betreuungsgericht eingeschaltet.

    Für das Unterallgäu hat es seinen Sitz in Memmingen. Der Richter stellt fest, ob Betreuung notwendig ist. Grundsätzlich sollte diese ein Familienmitglied übernehmen. Dazu sei die Bereitschaft aber nicht immer vorhanden, sagt Waibel.

    Dann kommen freie Berufsbetreuer oder Betreuer des Roten Kreuzes ins Spiel, die natürlich bezahlt werden müssen. Wer monatlich mehr als 2600 Euro zur Verfügung hat, muss selbst dafür aufkommen. In allen anderen Fällen springt der Freistaat über die Landesjustizkasse ein.

    Jeder sollte eine Vorsorgevollmacht erteilen

    Markus Riker sagt aber auch, Betreuungen lassen sich vermeiden, wenn man sich rechtzeitig kümmert. Deshalb rät er allen, eine Vorsorgevollmacht auszustellen. „Es reicht nicht, wenn ich die Tochter der Mutter bin“, sagt Waibel. Möglichst frühzeitig sollte jeder festlegen, wem er wirklich vertraut.

    Erst kürzlich waren drei Schülerinnen bei Markus Riker und erkundigten sich ernsthaft nach der Rechtslage. Ihr Argument: Jederzeit könne man nach einem Unfall auf fremde Hilfe angewiesen sein. Deshalb wollten sie sich beraten lassen. „Das hat mich tief beeindruckt“, sagt Riker.

    Helfen Menschen in Not: (von links) Birgit Möller, Silke Oßwald, Ina Waibel, Bernadette Klopf, Markus Riker (Leiter Sozialarbeit).

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