Bürgermeister Paul Gruschka will heute Nachmittag versuchen, ein Ratsbegehren auf den Weg zu bringen. Dazu hat er die Unterstützer beider Bürgerbegehren zu sich ins Rathaus gebeten, denn die Voraussetzung dazu wäre, dass beide ihre Begehren zurückziehen. Gruschka zeigt sich gegenüber der Mindelheimer Zeitung zuversichtlich, dass ihm dies gelingen kann. Großer Vorteil eines Ratsbegehrens wäre seiner Meinung nach, dass keine Sperrfrist eintreten würde, sprich alle Planungen weiterlaufen könnten, und dass die Bürger klar für oder gegen eine Dreifachturnhalle am Schulstandort abstimmen könnten. Auch gebe es seitens der zwei Bürgerbegehren keine Gewinner oder Verlierer, es könnte wieder Ruhe einziehen in der Stadt.
Der Vorsitzende des Bürgerforums Bad Wörishofen (Miteinander für morgen), Michael Moser, hat laut seinen Angaben 134 Unterschriftenlisten mit mehr als 2200 Bürgerunterschriften am Montag im Rathaus bereits abgegeben. Die Unterzeichner sprechen sich für den Bau einer Dreifachturnhalle, aber an einem anderen Standort als den bisher geplanten an der Pfarrer-Kneipp-Schule aus. Diesen Unterschriften sieht sich Moser auch verpflichtet, zeigt sich aber hinsichtlich eines Ratsbegehrens grundsätzlich gesprächsbereit.
Auch die Vertreter des Bündnis-Neue-Turnhalle sind sehr zuversichtlich, die geforderten Unterschriften für ein Bürgerbegehren schnell zusammen zu bekommen. „Unsere Unterschriften-Aktion ist sehr gut angelaufen, Jürgen Thiemann und ich waren am Samstag zum Beispiel in der Gartenstadt mit einem Infostand am Markt vertreten. Zudem haben wir unsere Unterschriftenlisten an alle beteiligten Vereine weitergegeben und die Vereine und die Unterstützer gebeten, nur sachlich zu informieren“, so Hans Kolar gegenüber der Mindel-heimer Zeitung. Alle sammelten fleißig weiter und somit sei man zuversichtlich, dass in zwei Wochen mehr Unterschriften zusammenkommen als nötig.
Von der von Bürgermeister Paul Gruschka gewünschten Ruhe, kann derzeit aber nicht die Rede sein. So werden Geschäftsleute, die Listen eines Bürgerbegehrens ausgelegt haben (jeder kann freiwillig unterschreiben oder eben nicht), geradezu genötigt, diese wieder einzuziehen. „Mich als Kunde hast du sonst verloren!“ so eine Drohung.
Nur ein Unterzeichner streicht seine Unterschrift
Auch ist immer wieder zu hören, dass viele ihre eingereichten Unterschriften wieder streichen ließen, da sie sich zur Unterschrift genötigt fühlten oder falsch informiert worden wären. Nach Auskunft des Ordnungsamtsleiters Dominik Leder sei dies nicht der Fall. „Derzeit liegt uns nur ein Antrag auf Rückzug einer Unterschrift von der Liste des Bürgerforums vor“, so Leder gegenüber der Mindelheimer Zeitung. Zu der endgültigen Zahl, wieviele Unterschriften gültig seien, kann der Ordnungsamtsleiter noch keine Auskunft geben. Derzeit werden die Unterschriftenlisten seitens der Stadt geprüft, ob sie den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. „Hochgerechnet ist ein Mitarbeiter von uns damit rund eine Woche beschäftigt“, erklärt Leder.
Erfreulich ist, dass sich alle heute gesprächsbereit zeigen, doch das Ergebnis ist entscheidend.