Tussenhausen Aus der Scheune des Landwirts Leopold Fischer am Krautgartenweg dringen um 20 Uhr dicke Rauchschwaden. Ein technischer Defekt hat einen Brand ausgelöst. Zwei Personen werden vermisst und warten irgendwo im Gebäude darauf, gerettet zu werden. Mit solchem Szenario sahen sich die Feuerwehren aus Zaisertshofen, Mattsies und Tussenhausen am Donnerstagabend konfrontiert.
80 Feuerwehrleute – unter ihnen auch vier junge Frauen – probten den Ernstfall und rückten mit mehreren Einsatz- und Löschfahrzeugen aus, um ein Übergreifen des Feuers auf das angrenzende Wohnhaus zu verhindern.
Schon wenige Minuten, nachdem Kreisbrandmeister Johann Schmid per Funk den Alarm ausgelöst hatte, waren die Floriansjünger vor Ort. Sie mussten zuerst umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen treffen, um den Einsatzort auszuleuchten. Blitzschnell bauten einige Teams über einen nahen Hydranten – auch, die nur 200 Meter entfernte Flossach wurde angezapft – eine Löschwasserversorgung auf. Andere Trupps legten derweil Schlauchleitungen zum Einsatzort. Nur zehn Minuten dauerte es, bis die Wasserwerfer in Stellung gebracht waren und Kommandant Alfred Reiter den Befehl „Wasser marsch“ geben konnte. Die einzelnen Teams arbeiteten Hand in Hand.
So lief die Übung wie am Schnürchen ab und das Feuer war schnell unter Kontrolle gebracht. Ende gut alles gut, auch bei der Suche nach den beiden verletzten Personen. Auf Kommando drangen zwei Wehrmänner mit schwerem Atemschutz in die verqualmte Scheune ein, um sie zu bergen. Draußen überwachte Wehrmann Dominikus Beggel mit Funkgerät und Uhr den gefährlichen Einsatz seiner Kameraden. Die hatten die beiden Vermissten schnell in einem Milchkeller ausgemacht und brachten sie zu einem eigens eingerichteten Sammelplatz, wo sie von dem Rettungssanitäter Peter Schmid betreut und versorgt wurden.
Die Feuerwehren aus Tussenhausen, Mattsies und Zaisertshofen bewiesen bei ihrer herbstlichen Hauptübung Einsatzbereitschaft und Schlagkraft. Sie zeigten sich auch im Umgang mit modernster Löschtechnik sehr versiert. Ihre Qualitäten würdigte bei der Manöverkritik Kreisbrandmeister Johann Schmid aus Ettringen. „Ihr habt eure Sache sehr gut gemacht und sehr diszipliniert agiert“, lobte er. Nach getaner Arbeit machten sich die Feuerwehrleute verdientermaßen über eine zünftige Brotzeit her.