Rot glänzend reihen sich die Fahrzeuge aneinander; alle Türen, Einbauten und Klappen sind geöffnet, damit das Publikum einen Einblick ins Innenleben der Löschzüge nehmen kann. Geduldig werden Fragen dazu beantwortet, zeigen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Türkheim, aber auch die Kollegen in Ettringen im Rahmen des schwabenweiten Feuerwehrtags, was Tragkraftspritzen- und Löschgruppenfahrzeuge, Rüst- und Gerätewagen an Equipment zu bieten haben.
Die Ramminger Feuerwehrjugend machte die historische Spritze aus dem Jahr 1876 wieder startklar
In Rammingen hatte die Feuerwehr-Jugend viel Zeit damit verbracht, die alte Spritze aus dem Jahr 1876 wieder auf Vordermann zu bringen. Entsprechend groß war dann die Begeisterung am Aktionstag: Mit viel Muskelschmalz sorgten die Jugendlichen dafür, dass die Spritze zu neuem Leben erwachte. Eine Ausstellung alter Feuerwehrfahrzeuge aus der DDR war zu sehen und die Jugendfeuerwehr sorgte für viel Spaß beim Kinderprogramm
Viele Fotos vom Feuerwehrtag in Rammingen, Ettringen und Türkheim:
Hatten die Freiwilligen Feuerwehren Mindelheim, Bad Wörishofen und Zaisertshofen bereits einen Tag zuvor zum Aktionstag geladen, folgten unter anderem Rammingen, Ettringen und Türkheim mit Unterstützung aus Wiedergeltingen am darauffolgenden Sonntag. Da liege schon der Kern der Sache, sagt dazu Robert Kugelmann, Vorsitzender bei der Freiwilligen Feuerwehr Ettringen. „Wir sind ja alle ehrenamtlich tätig, neben Beruf und Familie.“ So einen Aktionstag zu bewerkstelligen, dafür brauche es Zeit - und dann falle so ein Event eben auf den Sonntag.
An der Essensausgabe in Ettringen leisten an diesem Tag ebenfalls Freiwillige Floriansjünger Dienst. Thomas Böck beispielsweise, der mit Michael Rauch und Andreas Bertele eingeteilt wurde. In erster Linie sei so ein Aktionstag natürlich eine sehr gute Gelegenheit, zu zeigen, was das Feuerwehrleben für Besonderheiten biete. „Wir nützen das, um uns zu präsentieren und für das Ehrenamt zu begeistern“, sagt Böck. Natürlich würde man sich auch über Neuzugänge freuen, die sich vielleicht in so einem Rahmen spontan dazu entscheiden.
Tatsächlich können die Ettringer an diesem Tag ein neues Mitglied in ihren Reihen begrüßen. „Schwierig bleibt es dennoch“, sagt Böck. Das liege vor allen Dingen auch am Zugangsalter. Wer mitmachen möchte, muss mindestens 16 Jahre alt sein. „Fußballvereine beispielsweise können ihren Nachwuchs schon früh binden und aufbauen. Viele bleiben dann auch im Verein“, sagt er. Zur Feuerwehr müsse man gezielt wollen.
Wie es sich dann mit dem Thema „Freiwilligkeit“ verhält, können die Zuschauer dann im Showteil erleben. Robert Kugelmann moderiert die Übung, die die Erstversorgung eines Autounfalls simuliert. Mit ruhigen, sachlichen Worten erklärt der Vorsitzende das richtige Vorgehen, sollten Bürger auf so eine Situation treffen. Dass Hilfe leisten keinen überfordern müsse, und immer besser sei als nichts zu unternehmen, das möchte er den Besuchern des Aktionstages gerne mitgeben. Als schließlich der Einsatz eines Rettungsspreizers angekündigt wird, der im Ernstfall eingeklemmte Personen aus dem Fahrzeuginnern befreien hilft, blicken die Zuschauer gebannt auf das Spektakel.
Als wäre es dünnes Blech, schneidet sich das Spezialwerkzeug unter schauerlichen Geräuschen durch die Karosserie. Noch einmal lädt Kugelmann zur Freiwilligkeit ein; wer möchte, darf den Rettungsspreizer selbst einmal ausprobieren. Doch das traut sich keiner zu.
In Türkheim zeigt Jugendleiter Manfred Künstle, was sein Nachwuchs innerhalb der Reihen der FFW Wiedergeltingen so draufhat. Ein Hochleistungslüfter ist Mittelpunkt ihres Programmpunkts, den sie vor vielen Zuschauern auf dem Gelände der Türkheimer Kollegen vorführen. Routiniert werden von ihnen Wasserschläuche an das Gerät angeschlossen.
Auffallend viele Mädchen sind bei der Feuerwehrjugend aktiv
Es sind auffallend viele Mädchen innerhalb der Feuerwehrjugend. „Wir sind sehr froh über deren Einsatz zum Wohle der Allgemeinheit“, sagt Künstle, erklärt aber auch, dass man auf Frauen in der Feuerwehr längst nicht mehr verzichten könne. „Wir brauchen jeden, der sich einbringen möchte“, sagt er. Dann wird es laut - und nass. Das Turbogebläse „speit“ seinen Wassernebel unter Hochdruck übers Gelände. Im Ernstfall hilft das Gebläse, Gebäude und Objekte bei Brand zu schützen. Diesmal ist es – zum Glück – nur Show.