Startseite
Icon Pfeil nach unten
Mindelheim
Icon Pfeil nach unten
Amberg
Icon Pfeil nach unten

Amberg: Beim Thema Energiewende hat Amberg die Nase vorn

Amberg

Beim Thema Energiewende hat Amberg die Nase vorn

  • |
  • |
  • |
  • |
    Bürgermeister Peter Kneipp bei der Bürgerversammlung im vollen Dorfgemeinschaftshaus.
    Bürgermeister Peter Kneipp bei der Bürgerversammlung im vollen Dorfgemeinschaftshaus. Foto: Reinhard Stegen

    An Themen mangelte es Bürgermeister Peter Kneipp nicht, über die er vor vollem Dorfgemeinschaftshaus berichten konnte. Den Prolog überließ er – wie gewohnt – VG-Kämmerer Christian Schöffel, der den Überblick zur Haushaltslage mithilfe von anschaulichen Grafiken erläuterte. Nach den großen Herausforderungen der Dorferneuerung mit Rekordvolumen im Vermögenshaushalt befinde man sich nun in der Phase des Schuldenabbaus und der Konsolidierung.

    Die bestehende PV-Anlage auf dem Gelände des früheren Wertachtal-Senders soll erweitert werden.  Der Platz innerhalb der Umzäunung wird aber nicht ausreichen.
    Die bestehende PV-Anlage auf dem Gelände des früheren Wertachtal-Senders soll erweitert werden. Der Platz innerhalb der Umzäunung wird aber nicht ausreichen. Foto: Reinhard Stegen

    Dessen ungeachtet fehlt es nicht an neuen Aufgaben. So steht die ab 2026 für alle Kommunen verpflichtende Ganztagsbetreuung der Schulkinder auf dem Plan. Amberger Kinder teilen sich mit den Wiedergeltingern den dortigen Schulstandort, und so soll auch in Wiedergeltingen konsequenterweise die über die Unterrichtsstunden hinausgehende Betreuung in einem Erweiterungsneubau an das bestehende Schulgebäude angesiedelt wurden. 5,8 Millionen Euro insgesamt sind für das Vorhaben kalkuliert, an deren Finanzierung sich Amberg entsprechend dem für die örtliche Ganztagsbetreuung genutzten Anteil beteiligt. Es gebe dabei eine klare räumliche Trennung von den Gebäudeflächen, die Wiedergeltingen im Rahmen der Dorferneuerung zu nutzen beabsichtigt.

    Im Juni überreichte Bürgermeister Peter Kneipp (links) an Kommandant Dominik Bäßler die Schlüssel des neuen Fahrzeuges. (Archivfoto)
    Im Juni überreichte Bürgermeister Peter Kneipp (links) an Kommandant Dominik Bäßler die Schlüssel des neuen Fahrzeuges. (Archivfoto) Foto: Wilhelm Unfried

    3,9 Millionen Euro entfallen insgesamt auf die Ganztagsbetreuung für beide Nachbargemeinden. Nach Abzug der zu erwartenden Fördergelder verbleibt für Amberg ein Kostenanteil in Höhe von 525.000 Euro. Die Pläne bleiben also auch nach Abschluss der Dorferneuerung ambitioniert, während der bislang kontinuierlich gewachsene Verwaltungshaushalt nun auf zwar noch hohem Niveau stagniert, angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage jedoch kaum mit Aussicht auf eine baldige Trendumkehr nach oben. Während die Beteiligung der Gemeinde an der Einkommensteuer eine solide Größe darstelle, seien die Einnahmen aus der Gewerbesteuer stark schwankend, was die Prognosen in aktuellen Haushaltsplänen nicht gerade erleichtere. Auf der Ausgabenseite machten sich indessen die Personalkosten immer stärker bemerkbar, namentlich die der Kindergartenbetreuung.

    Nach Abzug aller Zuschüsse habe die Gemeinde hier jährlich 400.000 Euro zu schultern. Und weil die kommunalen Aufgaben nicht geringer werden, sind bessere Einnahmequellen natürlich eine wünschenswerte Option. Die Grundsteuer ist eine solche. Wenige Tage zuvor war sie im Gemeinderat wiederholt diskutiert und dann beschlossen worden. Am Rande hatte Christian Schöffel erwähnt, dass der Hebesatz vor 25 Jahren von 350 auf die jetzt noch gültigen 320 Punkte gesenkt worden sei. Damals allerdings habe die Grundsteuer neun Prozent des Haushaltsvolumens ausgemacht, während sie inzwischen nur noch mit drei Prozent dazu beitrage.

    Trotz vom Gesetzgeber vorgegebener Aufkommensneutralität sei also eine maßvolle Anpassung nach oben angezeigt. Die ab dem kommenden Jahr geltende Grundsteuer werde in Bayern nicht auf Basis von Bodenrichtwerten berechnet, sondern aufgrund von Daten der Finanzbehörden. Daher sei es auch irrelevant, ob ein Grund etwa im Hinterland des Allgäu liege oder am Ufer des Ammersees. Den Schlüssel zu einer ausgewogenen Belastung stellen vor diesem Hintergrund die kommunalen Grundsteuerhebesätze dar. Aus den Faktoren alter Grundsteuerbetrag als Sollgröße und neuem Messwert lässt sich der Hebesatz als Unbekannte unter Annahme der Aufkommensneutralität leicht errechnen. So ergab sich für Grundsteuer A ein neuer Hebesatz von 430 und für die Grundsteuer B ein Hebesatz von 160. Dies soll der Gemeinde moderate Mehreinnahmen von zehn Prozent bringen, wie Schöffel hervorhob.

    Auf dem Wertach-Sendegelände wird die PV-Anlage auf 35 Hektar Fläche erweitert

    Im Anschluss schnitt Bürgermeister Peter Kneipp das Thema Energiewende und künftige Energieversorgung an, das Stoff für mehr als nur eine Abendveranstaltung bietet. Amberg habe hier frühzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und mit der Flächennutzungsänderung des ehemaligen Wertach-Sendergeländes den Weg bereitet für die großangelegte Stromgewinnung aus Photovoltaik mit dem Partner WV-Energie. Hinsichtlich einer nicht selten angesprochenen Bürgerbeteiligung plädierte Kneipp für die Variante der kommunalen Beteiligung als Ganzes, denn für die Gemeinde sei eine solche Einnahmequelle angesichts wachsender Aufgaben mehr als wünschenswert. Aktuell liegt hierzu ein zusammen mit dem Büro Eberle ausgearbeiteter Bebauungsplan öffentlich aus. Er umfasst eine Größe von 35 Hektar, einschließlich der Ausgleichsflächen.

    Die Vorarbeiten seien langwierig gewesen, weil wegen der Wiesenbrüter ein ornithologisches und zusätzlich ein Gutachten zur Vegetation vorausgesetzt wurden. Zusammen mit der WV-Energie, die bereits seit Jahren die große Freiflächen-Photovoltaikanlage innernhalb der Umzäunung betreibt, wolle die Gemeinde eine Gesellschaft gründen und so anteilig an den Gewinnen partizipieren. In die gleiche Richtung zielt auch die Beteiligung an der Regionalwerk Unterallgäu GmbH, zu der sich bislang 28 Gemeinden des Landkreises vertraglich zusammenschließen wollen. Für die Anschubfinanzierung muss jede Gemeinde 60.000 Euro einbringen. Nach seiner Interpretation sieht Kneipp das Projekt nicht nur gemeinwohl - sondern auch gewinnorientiert, denn zusätzliche Einnahmen brauchten die Kommunen künftig dringend zur Reinvestition in die eigene lokale Entwicklung.

    Auch Windkraft kann auf Amberger Flur genutzt werden

    Auch im Hinblick auf Windkraft, die andernorts für heftige Kontroversen sorge, liege man in Amberg im Plan. Die drei vorgeschlagenen Standorte im ehemals südlichen Arm des Wertach-Senderareals seien vom Regionalverband Donau-Iller akzeptiert worden. Die Planung sei bereits weit fortgeschritten, sodass man für die vorgesehenen drei Windradstandorte Anfang des kommenden Jahres die Bundesimmissionsschutz-Genehmigung beantragen werde.

    Im Rahmen der Bürgerversammlung stellte Bürgermeister Kneipp auch Sozialpädagogin Meike Vorwold als Quartiersmanagerin vor, die bei der Umsetzung des Seniorenkonzepts als Koordinatorin und Ansprechpartnerin tätig wird. Für sie wurde in der Gemeindekanzlei ein eigenes Büro eingerichtet, wo sie an einem festen Wochentag eine Seniorenbürgersprechstunde anbietet.

    Auch von der Feuerwehr hatte er Neues zu berichten. Hier wurden die lang gedienten Kommandanten Martin Zech und Uli Sattler mit Ehrenurkunden und einem geschnitzten Florian verabschiedet. Als Nachfolger wurden Dominik Bäßler (1. Kommandant) und Dominik Dolp (2. Kommandant) gewählt. Inzwischen haben die Floriansjünger auch ihren neuen Mannschaftstransporter übernommen, der die diesjährige Position von 110.000 Euro für die Feuerwehr insgesamt allein um 70.000 Euro „erleichtert“.    

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren