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Bad Wörishofen: Addnfahrer bringt Alltagssatire und Heimatgefühl auf die Bühne

Bad Wörishofen

Addnfahrer sorgt in Bad Wörishofen für Lachsalven und Heimatgefühle im rappelvollen Kursaal

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    Der Addnfahrer sorgte in Bad Wörishofen für einen ausverkauften Kursaal.
    Der Addnfahrer sorgte in Bad Wörishofen für einen ausverkauften Kursaal. Foto: Karin Donath

    „Lausbuam Gschicht‘n“ standen im ausverkauften Kursaal im Mittelpunkt. Zu Gast war der Addnfahrer – und es zeigte sich schnell, dass er eine treue Fangemeinde hat.

    Von Anfang an knüpfte Thomas Willibald, alias Addnfahrer, das Band zum Publikum, einzelne Zuschauer zog er immer wieder in den direkten Dialog. Eine Addn, das ist übrigens eine Wiesenegge. Die so unvermittelt Angesprochenen spielten gerne mit und dank Willibalds Improvisationstalents hatte dieser die Lacher auch hier immer auf seiner Seite. Das Programm lebt nicht von einzelnen Pointen, sondern vom Gesamtgefühl: Man sitzt da, hört Geschichten aus dem bayerischen Alltag und stimmt dem Addnfahrer zu, wenn er sagt: „Früher hat man intensiver gelebt.“ Für seine „Lausbuam“-Geschichten greift er auf die Familiengeschichte zurück – nicht zuletzt auch, um herauszufinden, „warum i so bin wie i bin.“ Opa, Oma, Papa und eigene Kinder- und Jugenderlebnisse, aber auch ganz besondere Urlaubserinnerungen oder die ersten Tage seiner Tochter im Kindergarten – das alles bietet genügend Stoff für zweieinhalb vergnügliche Stunden. Und das ist auch sein erklärtes Ziel: „Bei allem, was grad da draußen passiert, sollt ihr euch einfach mal entspannen und den Alltag vergessen“, so seine Empfehlung an das Publikum.

    Dorfleben, Wirtshaus-Situationen, misslungene Aktionen mit Freunden, peinliche Jugendmomente und heftig-deftige Streiche – der Addnfahrer schafft es, alltägliche Situationen so zu erzählen, dass sie völlig eskalieren, ohne künstlich zu wirken. Er bedauert die heutige Jugend, die nur noch am Handy hänge und viele Erfahrungen und soziale Kontakte gar nicht mehr habe. Sein Programm ist kein politisches Kabarett, sondern Mundart-Entertainment mit viel Selbstironie. Doch er kann auch anders.

    Erlös aus Fanartikelverkauf für Rentner und bedürftige Familien

    Als er kurz vor der Pause darauf aufmerksam macht, dass der Erlös aus dem Verkauf der Fanartikel Rentnern und bedürftigen Familien zugutekomme, wird er dann doch politisch. „Man muss sich doch erstmal um die eigenen Leute kümmern, bevor man Milliarden für unsinnige Projekte ins Ausland pumpt. Wer braucht schon Radwege in Peru?“ Was den Addnfahrer auszeichnet, ist seine Authentizität. Seine Geschichten haben immer einen persönlichen Bezug, diese Nahbarkeit ist vermutlich einer der Hauptgründe für seine große Fangemeinde, die alle eine Voraussetzung mitbringen müssen: Den oberbayerischen Dialekt sollte man zumindest ansatzweise verstehen. Der große Applaus des zum großen Teil sehr jungen Publikums bewies auf jeden Fall, dass die direkte, sympathisch-chaotische Art vom Addnfahrer gut ankam.

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