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Streit um Sperre: Warum Bad Wörishofen auf eine Lösung am Bahnübergang wartet

Bad Wörishofen

Streit um Sperre: Warum Bad Wörishofen auf eine Lösung am Bahnübergang wartet

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    Der Bahnübergang an der Eishalle von Bad Wörishofen war bei der Bürgerversammlung in der Gartenstadt ein heiß diskutiertes Problem.
    Der Bahnübergang an der Eishalle von Bad Wörishofen war bei der Bürgerversammlung in der Gartenstadt ein heiß diskutiertes Problem. Foto: Markus Heinrich

    Der Bahnübergang an der Eishalle liegt bekanntlich nicht in der Gartenstadt, trotzdem war er das bestimmende Thema der ersten Bürgerversammlung in diesem Jahr. Es gab harsche Kritik an dem Umgang mit dem Problem und der drohenden Kostenexplosion. Bürgermeister Stefan Welzel (CSU) warnte aber davor, die Bahn zu sehr zu verärgern. Zuletzt seien dort Äußerungen aus dem Stadtrat schon nicht besonders gut angekommen, sagte der Bürgermeister.

    Der Gleisaustausch auf der Bahnstrecke von Bad Wörishofen nach Türkheim war 2025 zuerst eine große Show. Ein gewaltiger Spezialzug kam zum Einsatz und wurde über Tage zur Pilgerstätte für Technikfans und deren Kinder. Als alles fertig war, kam dann die große Überraschung: Der Bahnübergang bei der Eishalle wurde gesperrt; zunächst provisorisch, dann plötzlich mit einer fest montierten Leitplanke. Die Baufirma habe dies gemacht, um nicht jeden Tag kontrollieren zu müssen, ob die mobilen Sperren noch stehen, hieß es damals. Seither: Kein Durchkommen mehr zu Flugplatz, Aero Café, Ackerflächen und Wertstoffhof.

    Dass der Ärger in der Bevölkerung über diese Entwicklung erheblich ist, zeigte sich am Donnerstagabend bei der Bürgerversammlung im Pfarrheim von St. Ulrich. Der Übergang sei nicht passierbar, trotzdem sei immer noch das Lokpfeifen zu hören, kritisierte ein Besucher. Die Warnsignale der Loks sind seit Jahren ein wiederkehrendes Thema in der Stadt, nicht wenige fühlen sich davon schwer genervt. Welzel sagte dazu, trotz Sperrung sei das weiterhin offiziell ein unbeschrankter Bahnübergang, deshalb seien die Signale weiter Pflicht. „Das ist das Problem an dieser Stelle.“

    Das wurde aus der möglichen Alternativlösung für den Übergang

    Was denn aus der angebotenen Alternativlösung geworden sei, wollte ein anderer Besucher wissen. Welzel berichtete, dass man schon 2023 angeboten habe, den Übergang anders zu handhaben. „Es wäre nur noch zu beauftragen gewesen.“ Schließung, Umlaufsperre für Fußgänger und Radfahrer, neue Wege für alle anderen, kurz gesagt, wäre laut Welzel eine Möglichkeit gewesen. Auch eine Anbindung an den Kreisverkehr beim Blumenfeld sei möglich, dann würde der Fahrzeugverkehr zum Wertstoffhof im Einbahnbetrieb über Feldwege laufen. Man habe das aber nach Einwänden vom Flugplatz und aus der Landwirtschaft verworfen, so Welzel. Aktuell gebe es aber einen Antrag der Grünen, der in eine ähnliche Richtung gehe.

    „So richtig glücklich ist keiner von uns mit der Situation, sowohl bei den Kosten als auch bei der Sicherheit“, betonte Welzel. Zuletzt war bekannt geworden, dass durch gesetzliche Vorgaben die Baukosten für die Stadt Bad Wörishofen von 67.000 auf bis zu 225.000 Euro steigen könnten, wenn der Bahnübergang jetzt schnell geöffnet werden soll. Mitte November sollte es eigentlich losgehen, bereits im Frühjahr hatte der Stadtrat die Wiederöffnung beschlossen. Die Summe wäre noch höher ausgefallen, aber Welzel hatte zuvor mit der Bahn noch eine 36.000-Euro-Beteiligung an den Kosten ausgehandelt.

    Versuche, an Grundstücke für breitere Zufahrten zu kommen, sind gescheitert

    Die Stadt Bad Wörishofen muss Fahrbahnflächen auf beiden Seite des Gleises an die Höhe der Schienen anpassen. Der Stadtrat hat diese Summe nicht freigegeben, bis auf Weiteres bleibt der Bahnübergang also zu. Man werde aber weiter mit der Bahn über Lösungen sprechen, betonte Welzel. Die Stadt habe auch schon versucht, an Grundstücke zu kommen, um die 3,5 Meter breiten Feldwege für eine mögliche neue Zufahrt breiter auszubauen. Doch das habe nicht geklappt.

    Welzel betonte, dass die Bahn bei einer Lösung mit Umlaufsperre die Kosten übernehmen würde. Allerdings würde das Bauvorhaben zwei bis drei Jahre dauern, wie ihm nun erneut versichert wurde. Zu viele Stellen sprächen da mit. Die Kosten würden sich Bahn, Bund und Freistaat teilen, die Stadt Bad Wörishofen müsste nichts bezahlen, sagte ein Bahn-Vertreter im April im Stadtrat.

    „Warum hat man dieses Angebot nicht angenommen?“, wollte ein Besucher wissen. Welzel sagte, dies sei eine Mehrheitsentscheidung des Stadtrates gewesen. „Wir würden uns alle leichter tun, wenn die Bahn sagen würde, die Umlaufsperre steht in vier Wochen“, sagte der Bürgermeister. Das sei aber nicht zu machen. Ein anderer Zuhörer gab zu bedenken, dass eine Umlaufsperre auch nicht die beste Lösung sei. Behinderte beispielsweise würden dort mit ihren Fahrzeugen nicht durchkommen.

    Selbst nach einem Umbau wäre nicht alles wie vorher. Zukünftig dürfen Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen, die länger als fünf Meter sind, vom „Stadionring und vom Bahleweg kommend in westlicher Richtung nicht mehr über den Bahnübergang auf die Türkheimer Straße fahren“, erläuterte die Stadtverwaltung schon vor Wochen. Von der Türkheimer Straße kommend, wurde eine Änderung der Vorfahrtsregelung am ehemaligen Jugendzentrum vereinbart. Damit das Bahngleis jederzeit geräumt werden kann, erhalte die Straße in Richtung Osten Vorfahrt. Bisher gelte dort Rechts vor Links.

    Deutlich hörbar war der Ärger und Bürgermeister Welzel betonte wiederholt, dass die Stadt von der Schließung des Übergangs völlig überrascht worden sei. Wichtig war Welzel aber auch zu sagen, dass die Bahn „hier unser Kooperationspartner ist“. Diesen solle man „nicht vergrätzen“, betonte Welzel. „Da ist schon die ein oder andere Aussage im Stadtrat nicht gut angekommen“, berichtete er, ohne zu sagen, um welche Aussagen es ging. Zuletzt wurde dort hitzig über die Kostensteigerung debattiert und auch darüber, ob man rechtlich gegen die Bahn vorgehen solle. „Wir tun uns keinen Gefallen damit, die Bahn zu vergrätzen“, sagte Welzel.

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