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Von Bad Wörishofen ins Scheinwerferlicht: Verschollene Gemälde entdeckt

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Von Bad Wörishofen ins Scheinwerferlicht: Verschollene Gemälde entdeckt

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    „Wenn der Tag bricht" heißt dieses Bild von Georg Demmel, das zu 50 Gemälden gehört, die ein Arzt aus Bad Wörishofen gesammelt hatte.
    „Wenn der Tag bricht" heißt dieses Bild von Georg Demmel, das zu 50 Gemälden gehört, die ein Arzt aus Bad Wörishofen gesammelt hatte. Foto: Michael Demmel

    Als Michael Demmel die Bilder zum ersten Mal sieht, kommen ihm fast die Tränen vor Rührung. „Ich habe ja nicht gewusst, dass eine so große Zahl von Bildern überhaupt noch existiert“, sagt der Großneffe des Malers Georg Demmel. Aufgetaucht sind sie in Bad Wörishofen. Die Geschichte klingt schon fast unglaublich.

    Doch zunächst nach Bad Tölz. Im Werkstatt-Atelier „Forum Lin“ von Erwin Wiegerling in Gaißach bei Bad Tölz wurde vor wenigen Tagen eine Ausstellung über den Kunstmaler Demmel aus dem benachbarten Königsdorf eröffnet. Demmel hat sich stets mit dem bäuerlichen Leben seiner Zeit beschäftigt und dieses in eindrucksvollen Bildern festgehalten. Er ist somit ein herausragender Chronist dieses Lebens einer fast vergessenen Zeit. Entsprechend groß ist die Beachtung für die Ausstellung.

    Auch diese Flößerszene hat Georg Demmel mit Pinsel und Farbe festgehalten.
    Auch diese Flößerszene hat Georg Demmel mit Pinsel und Farbe festgehalten. Foto: Michael Demmel

    Doch ohne Bad Wörishofen gebe es diese Ausstellung nicht. Grund dafür ist der hier noch durchaus bekannte Kneipparzt Dr. Wilhelm Pittroff, der seine Praxis im Zentrum der Stadt an der Ecke Kurpromenade/Geromillerstraße hatte und 1996 verstarb. Er war ein angesehener Kurarzt, wie einige seiner ehemaligen Arztkollegen auch heute noch sagen. Und er hatte 50 Bilder des Malers Demmel erworben, der längst nicht an jeden verkaufte, wie nun deutlich wird. Gewusst hat von dem Bilderschatz aber offenbar kaum jemand. Diese Gemälde galten stattdessen lange Zeit als verschollen und sind nun überraschend wieder aufgetaucht. Auf ziemlich abenteuerlichen Wegen und über Nachfahren von Dr. Pittroff gelangten sie nun wieder an ihren Ursprungsort Königsdorf und zu den Nachkommen des Malers zurück.

    In einer Ausstellung bei Bad Tölz sind die Werke, die so lange in Bad Wörishofen lagerten, nun zu sehen. Ausstellungleiter Erwin Wiegerling stellte sie vor.
    In einer Ausstellung bei Bad Tölz sind die Werke, die so lange in Bad Wörishofen lagerten, nun zu sehen. Ausstellungleiter Erwin Wiegerling stellte sie vor. Foto: Michael Demmel

    Pittroff hatte ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu dem Maler und besuchte diesen regelmäßig zusammen mit seiner Lebensgefährtin in seinem Atelier auf dem Bauernhof in Königsdorf. Michael Demmel beschreibt es so: „Mein Großonkel war ein bescheidener Mann, der zurückgezogen lebte. Er verkaufte seine Bilder meist nur an Personen, die er kannte, zu denen er Vertrauen hatte, und signierte auch nicht alle. Offensichtlich vertraute er Dr. Pittroff sehr, denn diese 50 Bilder sind mit Signatur und Datum versehen.“

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    Dr. Wilhelm Pittroff, der kinderlos blieb, vermachte die Bilder deshalb einem Neffen seiner Lebensgefährtin. Dieser jedoch zog nach Venedig und starb dort im Jahre 2023. Somit kamen sie in die Hände von dessen Sohn, einem Unternehmer in Franken. „Das ganze Haus war zugepflastert mit diesen Bildern“, erzählte dieser nun bei der Rückgabe.

    So kam es am Ende zur Übergabe der Bilder aus Bad Wörishofen

    Doch wie kam es zu der Rückgabe, denn die Geschichte hatte ja damit noch kein Ende gefunden. Eines Tages nämlich sah die Frau des Erben im Fernsehen einen Beitrag mit den Bildern von Georg Demmel. „Das sind doch unsere Bilder“, entfuhr es ihr. Also galt es, sich auf die Suche nach dem Ursprung der Werke zu machen, und sie wurden fündig. Ein Anruf beim Großneffen des Malers, Michael Demmel, ergab Klarheit. Es waren diese Bilder. Den Pittroff-Erben war offenbar vor allem wichtig, dass die Bilder dorthin kommen, wo sie hingehören. Das geht aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung hervor. Man habe sich auch deshalb auf einen symbolischen Kaufpreis geeinigt.

    Jetzt werden die Bilder zur großen Freude Michael Demmels in einer Ausstellung in Gaißach, in der die 50 Bilder den Mittelpunkt bilden, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie zeigen typische Szenen der Menschen von damals bei der Arbeit und beweisen, wie genau Georg Demmel dabei beobachtet hat.

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