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Lärm statt Kur-Idylle: Knallgerät in der Nähe der Therme sorgt für Wirbel in Bad Wörishofen

Bad Wörishofen

Warum knallte es „alle vier Minuten und 40 Sekunden“ in der Nähe der Therme?

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    In der Nähe der Therme sorgte ein Knallschreckgerät für Ärger.
    In der Nähe der Therme sorgte ein Knallschreckgerät für Ärger. Foto: Ulrich Wagner (Archivbild)

    Lautstarke Knallgeräusche in der Nähe der Theme Bad Wörishofen haben die Polizei auf den Plan gerufen und Anwohner über Pfingsten mehrere Tage auf Trab gehalten. Wie sich herausstellte, war die Ursache ein sogenanntes Knallschreckgerät, das in diesem Fall benutzt wurde, um Krähen zu vertreiben. Weil die Anlage unweit des Stadtrands aufgebaut wurde, waren die Schussgeräusche für viele Bewohner zu hören. „Keine Chance, sich auch nur fünf Minuten hinzulegen, weil aktuell alle vier Minuten und 40 Sekunden ein Knall über uns und alle Freibadgäste jagt“, berichtete Alexander Siebierski. Wer hat das genehmigt? Das fragen sich einige. Die Regierung von Schwaben, lautet die Antwort. Am Freitag nahm die Regierung Stellung.

    Für Siebierski ist es unerklärlich, wie eine solche Anlage an dieser Stelle erlaubt werden kann. Es sei ein Maisacker, noch dazu in Nachbarschaft eines Spielplatzes, von Bebauung und dem Erholungswald Bad Wörishofen samt Naturschutzgebiet Natura 2000. Im Wald liegt auch das Freibad, das am Pfingstwochenende in die Saison gestartet ist, als auch die Knallerei begann.

    Die Polizei, die den Beschwerden nachging, teilte am Mittwoch mit, es liege eine Genehmigung vor. Das Landratsamt wiederum ließ ausrichten, man habe das nicht genehmigt, zuständig sei die Regierung von Schwaben. Dort kam am Freitagmittag die Erklärung, man habe „letzte Woche lediglich eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung für die Vergrämung von Saatkrähen auf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche erteilt“. Als Mittel der Wahl wurde vom Antragsteller der Einsatz einer sogenannten Knallschreckanlage vorgesehen. „Dabei handelt es sich um ein Gerät, das durch die Zündung von Gas intervallweise laute Geräusche erzeugt, die potenzielle Schädlinge von den Feldern verscheuchen“, erläutert der Regierungssprecher.

    Die Erlaubnis für Knallgeräte hat Grenzen

    „Inhalt der Genehmigung ist nur die Erlaubnis, Saatkrähen zur Abwendung landwirtschaftlicher Schäden bei der Nahrungssuche zu stören“, betont die Regierung. Siebierski wiederum sagt, die Anlage schrecke auch alle anderen Tiere ab – und noch dazu die Kurgäste, denn am Feld vorbei zur Therme führt auch ein beliebter Spazier- und Radweg. „Eine solche Genehmigung zur Störung von Tieren ist erforderlich, weil die Saatkrähe eine gesetzlich geschützte Art ist“, erläutert die Behörde. Krähen dürfen deshalb beispielsweise nicht bejagt werden. Auch, dass über Pfingsten geknallt wurde, wird nicht beanstandet.

    „Aus rein artenschutzrechtlicher Sicht gibt es keine Unterscheidung zwischen Feiertagen und anderen Tagen, deswegen war eine dahingehende Beschränkung der Vergrämung auch nicht Bestandteil der erteilten Genehmigung.“ Allerdings: „Der Einsatz und die Dauer der Maßnahmen waren auf ein Minimum zu beschränken, und das Knallgerät durfte zum Schutz des frischen Saatgutes nur bis maximal drei Wochen nach Einsaat verwendet werden.“ Mittlerweile ist es abgebaut.

    Bei den Knallschussapparaten handele es sich um nicht genehmigungsbedürftige Anlagen, gleichwohl müssten diese so betrieben werden, dass schädliche Umwelteinwirkungen verhindert werden, teilt der Regierungssprecher mit.

    Aussagen über die Anzahl tatsächlich betriebener Knallschussgeräte im Landkreis Unterallgäu können von der Regierung von Schwaben nicht getroffen werden, da eine Kontaktaufnahme mit Betreibern nur dann stattfinde, wenn artenschutzrechtliche Aspekte betroffen sind. „Dabei handelt es sich um keine häufige Fallkonstellation“, erläutert der Sprecher.

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