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Bad Wörishofen: Helferin für Flüchtlinge sagt: „Für diese Gruppe war mir meine Zeit irgendwann zu schade“

Bad Wörishofen

„Für diese Gruppe war mir meine Zeit irgendwann zu schade“

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    Ein Bild aus „alten Zeiten“: Angelika Beck bekommt bei der Arbeit im Bibelgarten Unterstützung von Bamori Keita aus Mali.
    Ein Bild aus „alten Zeiten“: Angelika Beck bekommt bei der Arbeit im Bibelgarten Unterstützung von Bamori Keita aus Mali. Foto: Karin Donath

    Vor zehn Jahren prägte Angela Merkel angesichts der Flüchtlingskrise und der zahlreichen Geflüchteten in Deutschland den Satz „Wir schaffen das!“. Auch in Bad Wörishofen kamen damals viele Geflüchtete an. Angelika Beck war eine der Ersten, die sich für die Männer, Frauen und Kinder einsetzte und mit anderen Ehrenamtlichen den ökumenischen Arbeitskreis Asyl gründete. Im Gespräch unserer Redaktion blickt sie zurück auf zehn Jahre Flüchtlingshilfe.

    Frau Beck, wie haben Sie die Ankunft der ersten Geflüchteten vor zehn Jahren erlebt? 

    ANGELIKA BECK: Da muss ich echt drüber nachdenken. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich aus der Mindelheimer Zeitung erfahren, dass Asylbewerber nach Bad Wörishofen kommen sollen. Im Stadtrat wurde über die Frage der Unterbringung diskutiert und man einigte sich darauf, Container im Gewerbegebiet aufzustellen, mit der Begründung, dass es dort Discounter gibt, in denen die Asylbewerber günstig einkaufen konnten. Das stimmte grundsätzlich. In Wirklichkeit wollte man die Menschen nicht in der Innenstadt haben. Wir sind ja ein Kurort und da passen junge Männer aus Afrika nicht in die Innenstadt, was einen jungen Mann aus Somalia nicht davon abhielt, hocherhobenen Hauptes mit seinem geschenkten Fahrrad durch die Fußgängerzone zu radeln. Das war allerdings selbst mir zu viel.

    Wie gut oder schlecht hat damals die Unterstützung durch die Behörden wie Landratsamt und Stadtverwaltung funktioniert? 

    BECK: Wenn ich an die Unterstützung durch die Stadt denke, so war es hauptsächlich die Stadträtin und Sozialreferentin Ilse Erhard, die sich sehr für die Geflüchteten einsetzte und half, wo sie nur konnte. Die Stadt richtete auch ein Konto ein, auf das Bad Wörishofer Bürgerinnen und Bürger Geld spenden konnten. Es gab und gibt in Bad Wörishofen viele Geflüchtete aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, die sich noch gut an ihre Flucht oder Vertreibung erinnern konnten und sehr berührt waren vom Schicksal der Geflüchteten. Das Landratsamt hat sich am Anfang sehr schwergetan, mit der Situation der vielen Geflüchteten im Landkreis fertig zu werden. Der damalige Landrat Weirather unternahm alles, um die Geflüchteten – und uns von den Helferkreisen – zu unterstützen. Er hat eine Tochter, die in der Notunterkunft am Memmingerberg mithalf und ihrem Vater Informationen aus erster Hand liefern konnte. Das Landratsamt unterstützte uns so gut es ging, musste aber selbst erst die entsprechenden Stellen einrichten. Der damalige Bad Wörishofer Bürgermeister Paul Gruschka erkannte die Dringlichkeit, eine Schnittstelle zwischen Behörden und Bevölkerung einerseits und dem Helferkreis und den Geflüchteten andererseits einzurichten und schuf die Stelle einer Asylbeauftragten.

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