Wann – und wie – wird der Mindelheimer Bahnhof saniert? Um diese Frage zu klären, trafen sich lokale Politiker mit der Bahn.Foto: Ulf Lippmann (Archivbild)
„Da gehen Sie rückwärts wieder raus.“ Mindelheims Zweiter Bürgermeister Roland Ahne findet deutliche Worte, wenn es um den Zustand des Mindelheimer Bahnhofs geht. Keine Toiletten, dementsprechend verschmutzt sei die Halle, die Aufenthaltsqualität gering. Doch nun gibt es Hoffnung auf eine Verbesserung des Zustands.
Sanierung des Mindelheimer Bahnhofs: Könnte ein regionaler Investor helfen?
Erst vor wenigen Tagen trafen sich Ahne, der Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl, Mindelheims Bürgemeister Stephan Winter, Heiko Büttner, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Bayern sowie Melanie Kuchenbecker, Leiterin des Bahnhofsmanagements Augsburg der DB InfraGO zu einem Gespräch, wie es mit dem Bahnhof weitergehen soll. Ziel sei gewesen, einen weiteren Schritt voranzukommen in dem Bestreben, den bestehenden Mindelheimer Bahnhof durch ein modernes, multifunktionales Gebäude zu ersetzen und das Bahnhofsareal zu einem weiteren attraktiven Zentrum der Kreisstadt zu machen.
Ebenfalls anwesend: „ein regionaler Investor“, so steht es in der Pressemitteilung Pohls.
Dieser habe erläutert, wie der Umbau des Mindelheimer Bahnhofs umgesetzt werden könnte. Er habe bereits vor mehr als zehn Jahren ein konkretes Konzept für den Bahnhofsumbau entwickelt und betonte, dass seine Vorschläge auf langjährig bestehende konzeptionelle Vorarbeiten und Gespräche aufbauen. Leider sei die Bahn bislang nicht zum Verkauf bereit gewesen.
Diese Punkte sorgen am Mindelheimer Bahnhof für Ärger
Dafür hat Ahne eine Erklärung: Er berichtet, dass seinen Informationen nach in den 2010er-Jahren viele Bahnhöfe verkauft wurden, doch nur bei zwei von fünfen sei der Umbau erfolgreich gewesen. „Die anderen drei verwahrlosen weiter“, sagt er gegenüber unserer Redaktion.
Sollte der Investor nicht zum Zug kommen, werde die Bahn das Gebäude voraussichtlich im Bestand sanieren. Start der Planungen: „Mitte der 30er Jahre“, berichtet Ahne und fragt: „Wie kann es sein, dass die Bahn eine Generation braucht, um einen Bahnhof instand zu setzen?“
Das ist allerdings nicht der einzige Punkt, der den Zweiten Bürgermeister ärgert. Auch das Stellwerk im Gebäude, das nicht versetzt werden dürfe, sei ein Problem. Hierzu äußert sich Heiko Büttner von der Bahn laut Pohls Mitteilung wie folgt: „Eine Verlegung käme nicht in Betracht, da dies nicht nur ein Kostenfaktor sei, sondern insbesondere auch langwierige Genehmigungsverfahren nach sich zieht. Ob vor diesem Hintergrund ein Abriss des Bahnhofs mit Neubau überhaupt in Betracht komme, sei Gegenstand einer durchzuführenden Risikobewertung.“
Bahnhof Mindelheim: Keine Rückmeldung der Bahn
Ob regionaler Investor oder Sanierung durch die Bahn – welche der beiden Varianten nun zur Verbesserung des Bahnhofs führt, sollte eigentlich Ende vergangener Woche feststehen: Denn da hätte sich die Bahn laut Ahne bei Bürgermeister Winter melden sollen und kundtun, ob die Variante mit dem Investor zustande kommt. Das hat sie allerdings nicht getan. „Trotz Zusage“, betont Ahne.
Immerhin gebe es die Zusage, dass die „Reinigungsarbeiten im Bahnhof erhöht werden ...“, sagt der Zweite Bürgermeister.
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