Im Münchner Maximilianeum hat Landtagspräsidentin Ilse Aigner 49 Persönlichkeiten mit dem Bayerischen Verfassungsorden ausgezeichnet. Unter den neuen Ordensträgern war auch Stephan Mayer, der aus Mindelheim stammende Chefreporter des Bayerischen Rundfunks. Er wurde für seinen langjährigen Einsatz für den Qualitätsjournalismus und sein Engagement in der Ausbildung junger Journalisten geehrt. Im Interview verrät er, welche bedeutenden Momente der Geschichte er miterlebt hat, was ihn bis heute mit Mindelheim verbindet und warum er bei einem Interview mit einem griechischen Star froh war, in der Schule Französisch gelernt zu haben.
Was bedeutet Ihnen die Verleihung des Verfassungsordens ?
MAYER: Diese seltene Auszeichnung ist für mich eine große Ehre. Der Orden spornt mich an, trotz aller Probleme, Krisen und Schwierigkeiten auf der Welt in meiner Berichterstattung soweit es irgendwie geht, die positiven Aspekte der Zukunft in den Blick zu nehmen. Ich empfinde Demut und Dankbarkeit. Demut, dass ich in meinem Leben Millionen von Lesern, Hörern und Zuschauern Orientierung und Information anbieten konnte. Dankbarkeit, weil ich vielen Nachwuchs-Journalistinnen und Journalisten ein Stück weiterhelfen konnte. Darauf bin ich sehr stolz. Mein erster „Schüler“ Marcus Bornheim ist heute in Hamburg Chef der Tagesschau. Er hat mir versichert, dass er das ohne mich nicht geworden wäre. So ein Lob freut auch einen alten Hasen.
Wo begann Ihre journalistische Karriere?
MAYER: 1980 bei der Mindelheimer Zeitung. Damals war ich in der 12. Klasse am Maristenkolleg. Weil ich als Kind im Hause meines Vaters, Kirchenrestaurator und Heimatpfleger Toni Mayer und dessen Freunden oft praktischen Journalismus erlebte, wuchs in mir der Wunsch, Vertreter der schreibenden Zunft zu werden. So sprach ich bei MZ-Redaktionsleiter Martin Möst vor und sagte ihm, dass ich Journalist werden will. Möst sagte: „Okay, dann fang am Montag damit an.“ So hat alles begonnen. Mit kleinen Zeitungsartikeln und selbst entwickelten Fotos und natürlich Bleisatz. Ich lernte mein Handwerk von der Pike auf. Dem folgten Lehrjahre im Hörfunk und ab 1986 dann das Fernsehen.
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