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Dorothea Elschner erlebt 90 Jahre Zeitgeschichte zwischen Berlin und Bayern

Bad Wörishofen

Zwischen Berlin und Bayern: Dorothea Elschner blickt auf 90 ereignisreiche Jahre zurück

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    Zum 90. Geburtstag gratulierten Dorothea Elschner (2. v. li.) Angelina Bauer (li.), Michaela Bahle-Schmid (2 .v. re.) für die Frauenunion Bad Wörishofen, sowie Bürgermeister Stefan Welzel und Freundin Chammi Kaiser.
    Zum 90. Geburtstag gratulierten Dorothea Elschner (2. v. li.) Angelina Bauer (li.), Michaela Bahle-Schmid (2 .v. re.) für die Frauenunion Bad Wörishofen, sowie Bürgermeister Stefan Welzel und Freundin Chammi Kaiser. Foto: Helmut Bader

    So eine Feier zum 90. Geburtstag erlebt man auch nicht alle Tage. Dorothea Elschner konnte diesen in der Kneippstadt begehen und unterhielt dabei ihre Gäste fast ganz alleine. Sie ist ursprünglich Berlinerin und sprüht vor Vitalität. Den größeren Teil ihres Lebens verbrachte sie auch beruflich innerhalb der CDU und seit sie nach Bayern kam, bei der CSU. Daher rührt bis heute ihr großes Interesse an der Politik. „Das war schon ein kleiner Schock, als ich von der damals in Berlin unterrepräsentierten CDU, wo ich um alles kämpfen musste, in der vor Selbstbewusstsein strotzenden CSU in Bayern landete“, so Elschner.

    Als Kind verbrachte die Jubilarin Bombennächte im Schutzkeller

    Zur Welt kam sie 1936 in der Nähe des Flughafens Tempelhof, weshalb sie als Kind viele Nächte im Keller verbringen musste. Der Flughafen war natürlich schon 1941/42 begehrtes Ziel der Bombenangriffe. Deshalb schickten sie ihre Eltern nach Tilsit in Ostpreußen zu den Großeltern. „Das war jedoch auch nicht so gut, weil dort die Russen noch früher ankamen“, berichtet sie. 1947 erfolgte die Rückkehr nach Berlin in das beschädigte Haus. Aber: „Wir haben diese harte Zeit gar nicht als so schlimm empfunden, weil wir immer die Aussicht auf bessere Zeiten hatten. Heute ist das eher umgekehrt.“

    Schon mit 20 Jahren trat sie in die Berliner CDU ein. Dort fand sie auch ihre berufliche Heimat. „Die Aufbrucharbeit machte mir viel Spaß.“ Dorothea Elschner war im Landesvorstand der Jungen Union, war Landesfrauenreferentin und lernte viele prominente Politiker kennen. 1964 erfolgte der Umzug nach Bonn und schließlich 1970 nach Bayern. Sie arbeitete bei der Konrad-Adenauer-Stiftung und bei der Hans-Seidel-Stiftung. Inzwischen gehört sie schon 40 Jahre der Frauenunion in Bad Wörishofen an und ist seit 55 Jahren Mitglied in der CSU.

    Auch nach Jahrzehnten in Wörishofen fühlt sie sich noch als Berlinerin

    Dass das das Geburtstagskind bei ihrem aufgeschlossenen Wesen überall schnell Anschluss findet, ist fast selbstverständlich. „Ich bin zwar hier nicht so ganz heimisch geworden, weil ich mich immer noch als Berlinerin fühle. Aber ich fühle mich hier ausgesprochen wohl“, so ihre Einschätzung. Dorothea Elschner war zweimal verheiratet, hat eine leibliche Tochter und fünf Stiefkinder, von denen zwei nicht mehr am Leben sind. Außerdem gehören 14 Enkel und 16 Urenkel der Familie an.

    Schriftliche Glückwünsche gab es natürlich auch von Bundespräsident Steinmeier, Ministerpräsident Söder und Landrat Alex Eder. Besonders jedoch freute sie sich über den persönlichen Gruß von Innenminister Herrmann, den sie von ihrer Tätigkeit in München gut kennt. Gefeiert wurde der Geburtstag, kein Wunder bei ihrer Lebensfreude, über drei Tage mit Verwandten und Freunden.

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