Eschentriebsterben trifft die Wertach: Nachwuchs-Fischer setzen Zeichen mit großer Pflanzaktion
Bad Wörishofen
Eschentriebsterben trifft die Wertach: Nachwuchs-Fischer setzen Zeichen mit großer Pflanzaktion
Mit hunderten neu gepflanzten Bäumen setzen die Jungmitglieder des Fischereivereins Bad Wörishofen ein Zeichen für nachhaltigen Umweltschutz. Die Aktion unterstützt auch die heimische Tier- und Insektenwelt.
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Mit vereinter Kraft haben Mitglieder des Fischereivereins insgesamt mehrere hundert Bäume gepflanzt.Foto: Lucas Zinsmeister
Das Eschentriebsterben, ein eingeschleppter Pilz, beeinträchtigt die Eschen stark. Oft bleibt nur das Fällen, um Gefahr durch herabfallende Äste zu verhindern. So ist es auch an der Wertach bei Bad Wörishofen, wo zahlreiche Bäume gefällt werden mussten. Doch die Jugendgruppe des Fischereivereins wollte das nicht so einfach hinnehmen. Stattdessen pflanzten die Jungfischer hunderte neuer Bäume. Damit nicht genug: Auch in der Stadt habe sie ordentlich aufgeräumt.
Das Eschentriebsterben können die Mitglieder des Fischereivereins Bad Wörishofen an ihrer Fischerhütte sozusagen hautnah beobachten. „Große Eschen, welche über Jahrzehnte vielen Generationen von Fischern und deren Familien, bei Vereinsfesten und anderen großen Ereignissen Schatten und Schutz gespendet haben, liegen nun aufeinander gestapelt bereit zum Abtransport am Wegesrand“, schildert Lucas Zinsmeister die Konsequenz. Eigentlich sollten diese noch viele Jahre bestehen bleiben, dennoch mussten diese nun in hunderten Stunden ehrenamtlicher Arbeit durch Waldwart Johan Baur und seinen Helfern gefällt werden. „Die Gefahr, die von den brüchigen Kronen ausginge, sei einfach zu hoch“, sagt Johan Baur.
Bereits 2023 hatten herunterfallende Äste das Dach der Fischerhütte beschädigt, zum Glück sei dabei niemand verletzt worden.
Die Fischerjugend hat die Wertachauen von Müll befreit. Dabei gab es auch eine gute Nachricht: Es wird weniger weggeworfen.Foto: Lucas Zinsmeister
Doch was tun mit dem Brachland? Natürlich wieder aufforsten, dachte sich die Jugendgruppe des Fischereivereins Bad Wörishofen, damit auch diese neue junge Generation und alle darauffolgenden, wieder von den Bäumen profitieren können.
Und nicht nur diese, auch heimische Insekten und Tiere sollten davon einen Vorteil haben. Schon 2024 wurden zahlreiche Bäume gepflanzt und der Weg zu einem sogenannten Bienenwald beschritten. Jetzt legten die Jungfischer nach, gemeinsam mit vielen anderen Mitgliedern des Verein. Sie pflanzten 820 Bäume. Aber dabei soll es nicht bleiben. „Auch in den kommenden Jahren ist noch viel Arbeit zu erledigen und viele neue Bäume zu pflanzen“, so Zinsmeister. Der Verein bedankt sich bei Förster Marcel Lyschik und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, welches diese Aktion durch Förderungen unterstützt habe.
„Vergessene“ Hundekotbeutel sind der Fischerjugend ein Dorn im Auge
Auch an anderer Stelle sorgten die Jungfischer für eine bessere Umwelt an der Wertach. Bei der Aktion „Saubere Wertach“ ging es ums Müllsammeln. Offenbar hat mit den Jahren ein Umdenken bei den Waldbesuchern eingesetzt. „Es lässt sich kaum noch Müll finden an den Ufern der Wertach“, loben die Fischer. Das soll auch so bleiben. Ein Dorn im Auge sind noch die „vergessenen“ Hundekotbeutel. Seit 1974 gibt es die Aktion nun schon, seit 22 Jahren machen das die Jugendlichen. (mz)
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