Fasching: Bad Wörishofer Prinzenpaar der Gaudilonia feiert silbernes Thronjubiläum – und nicht nur das
Fasching
Das Prinzenpaar der Gaudilonia feiert ein besonderes Thronjubiläum
Vor 25 Jahren gaben sich Andreas und Stefanie Lenuweit in Bad Wörishofen das Ja-Wort – als Prinzenpaar der Gaudilonia. Nun wiederholen sie diese Amtszeit.
Die Lichtschwerter dürfen beim Tanz der beiden Star-Wars-Fans Stefanie und Andreas Lenuweit natürlich nicht fehlen.Foto: Andreas Lenuweit
Wenn am Samstag in Kammlach der Faschingsumzug stattfindet, ist das für zwei Teilnehmer ein ganz besonderer Tag: Andreas und Stefanie Lenuweit werden dann als Prinzenpaar der Gaudilonia in die Menge grüßen. Just an dem Tag, an dem sie sich vor 25 Jahren in Bad Wörishofen das Ja-Wort gegeben haben.
Dabei ist die Silberhochzeit nicht das Einzige, was sie als Prinzenpaar so besonders macht: Sie feiern nämlich zugleich auch das silberne Thronjubiläum. Vor 25 Jahren waren die Lenuweits schon einmal das Prinzenpaar der Gaudilonia.
Heiratsantrag am 11.11., Hochzeit am 14.2.
Den Antrag hatte Andreas seiner Stefanie übrigens am 11. November 2000 gemacht – zum Faschingsauftakt. Kurz entschlossen und pragmatisch, wie die beiden damals waren, hieß es: „Dann heiraten wir doch auch gleich noch im Fasching.“ Und sparen damit Anzug und Brautkleid. Gesagt, getan. Am 14. Februar 2001, dem Valentinstag, standen die beiden dann als Gaudilonia-Prinzenpaar im Bad Wörishofer Standesamt. „Das ist ein Datum, das vergesse ich nie“, sagt Stefanie Lenuweit.
Die Gaudilonia aus Bad Wörishofen startet in die Faschingssaison
Mit einem abendfüllenden Programm startet die Gaudilonia mit ihrem Krönungsball in die neue Faschingssaison. Das Prinzenpaar ist dabei kein Unbekanntes.
Dem damaligen Standesbeamten Bernhard Oberstaller entfuhr beim Anblick der beiden die Frage: „Ist das euer Ernst oder ein Faschingsscherz?“ Schließlich wollten Andreas und Stefanie Lenuweit im Prinzengewand und Prinzessinnenkleid heiraten. Eine Szenerie, die schließlich auch den damaligen Bürgermeister Erwin Singer anlockte. „Er war dann fast ein bisschen sauer, dass er die Hochzeit nicht geschlossen hat“, erinnert sich Stefanie.
Vor 25 Jahren dauerte der Showtanz des Prinzenpaares acht Minuten
„Es war die Saison, in der die Gaudilonia erstmals als vollwertiger Hofstaat auftrat“, erzählt Andreas. „Es gab einen Gardemarsch und Showtanz, und wir hatten auch einen Prinzentanz und Showtanz.“ Letzterer hatte damals stolze acht Minuten lang gedauert. „Das war echt lang. Wir haben den auch nur zwei- oder dreimal aufgeführt“, sagt der 52-Jährige.
Heute sind Prinzenwalzer und Showeinlage praktisch miteinander verquickt. Das Gesamtpaket dauert auch nur noch gut drei Minuten. „Das ist locker machbar“, sagt Stefanie. „Dafür, dass das Hirn so alt ist, kriegen wir es gut hin“, sagt die 48-Jährige und lacht. Dass ein Lichtschwert-Duell Teil des Tanzes ist, war angesichts der Star-Wars-Hingabe der beiden nur zu verständlich.
Das Geheimnis um das neue Prinzenpaar wurde streng gehütet
Doch warum haben sich die Lenuweits noch einmal zum Prinzenpaar krönen lassen? Grund war die lange Zeit erfolglose Suche der Gaudilonia nach einem geeigneten Paar. So besprachen sich Andreas und Stefanie Lenuweit und machten dem Präsidenten Florian Wilbiller einen Vorschlag: Wenn die Gaudilonia bis zum 1. Juni 2025 kein Prinzenpaar findet, würden sie es noch einmal wagen. Ein Angebot, das Wilbiller nicht abschlagen konnte. Nur geheim sollte es bleiben, selbst die beiden Kinder der Lenuweits, Julian und Leia, die ebenfalls in der Gaudilonia aktiv sind, durften nichts erfahren.
Nach 25 Jahren stehen Andreas und Stefanie Lenuweit der Gaudilonia wieder als Prinzenpaar vor.Foto: Andreas Lenuweit
„Unser Vorteil ist, dass wir wissen, was auf uns zukommt“, sagt Andreas. Ein weiterer Vorteil: „Meine Schwiegermutter wohnt unter uns. Sie schneidert die Kostüme und kümmert sich nach jedem Auftritt darum, ob noch alles ganz ist und bessert notfalls aus“, sagt Stefanie. Auch das Training bei ihrer Wunsch-Trainerin Anna-Lena Wissmiller habe sehr gut geklappt.„Sie meinte, dass wir es schneller lernen, als erwartet“, sagt sie, fügt aber auch an: „Es wird bei uns nie langweilig. Der Tanz sieht jedes Mal anders aus.“
Der Fasching hat sich in 25 Jahren groß verändert
Und wie steht’s um die Kondition? „Wir halten teilweise besser durch als die Jungen“, sagt Stefanie. Trotz der vielen Termine bleibt bei den beiden während der närrischen Zeit kaum etwas auf der Strecke. Nur Andreas wurde mit einem Eishockey-Verbot für die Zeit des Faschings belegt. Ein verletzungsbedingter Ausfall des Prinzen wäre dann doch ein herber Verlust.
Fast 200 Fotos! Die schönsten Bilder vom 26. Unterallgäuer Gardetreffen
Beim 26. Unterallgäuer Gardetreffen begeisterten 22 Garden das Publikum im Kursaal Bad Wörishofen mit erstklassigen Gardemärschen und attraktiven Showtänzen, die das herausragende tänzerische Können der Aktiven unter Beweis stellten.
Wenn die beiden nun auf ein Vierteljahrhundert Fasching in Bad Wörishofen zurückblicken, stellen sie durchaus Veränderungen fest. „So richtige Bälle gibt es eigentlich nicht mehr“, bedauert Stefanie. „Es kommen kaum mehr fremde Besucher“, stimmt Andreas zu. „Ein paar Freunde und Bekannte sind schon immer da. Aber wenn man nicht mindestens zwei Gastgarden einlädt, ist der Saal leer.“ Der Trend sei in den vergangenen Jahren eher zu Faschingspartys gegangen. Doch es gibt auch positive Errungenschaften: „Man tut sich mittlerweile viel leichter, im Internet Stoffe für die Kostüme oder auch Musik für die Tänze zu finden“, sagt Andreas. Auch sei die Kommunikation dank WhatsApp deutlich einfacher und unkomplizierter als noch vor 25 Jahren. „Das Manko ist allerdings, dass das Handy halt auch immer dabei ist“, sagt Stefanie. „Alles wird praktisch dokumentiert, alles wird sofort gepostet. Ich beneide die Jungen dafür nicht unbedingt.“
Besuch bei Ilse Aigner im Maximilianeum in München
Der Terminplan des Prinzenpaars war jedenfalls schon vor dem Faschingswochenende gut gefüllt. Neben den eigenen Bällen gab es unter anderem Besuche beim Gardetreffen in Bad Wörishofen, dem Prinzenpaartreffen in Bedernau, dem Umzug in Zaisertshofen und dem Besuch im Maximilianeum in München. Zusammen mit vielen anderen Prinzenpaaren aus Bayern wurden Andreas und Stefanie Lenuweit hier von Landtagspräsidentin Ilse Aigner als Repräsentanten des bayerischen Faschings empfangen. „Es war alles super organisiert“, sagt Stefanie Lenuweit. „Wir haben viele verschiedene Garden aus allen Ecken Bayerns getroffen. Und die Frau Aigner ist eine total nette und offene Person.“ Am 17. Februar schließlich folgt der Kehraus, traditionell mit kleinem Umzug, Rathaussturm und Ausklang im Kurhaus. Dann endet die besondere Faschingssaison für die beiden Jubilare.
Ilse Aigner empfing zum Unsinnigen Donnerstag im Bayerischen Landtag zahlreiche Prinzenabordnungen aus dem Freistaat. So auch Stefanie und Andreas Lenuweit von der Gaudilonia.Foto: Andreas Lenuweit
Stefanie und Andreas Lenuweit als Prinzenpaar der Gaudilonia zu Gast im Maximilianeum.Foto: Andreas Lenuweit
Ein buntes Bild gaben die zahlreichen Prinzenpaare aus ganz Bayern beim Empfang im Maximilianeum ab. Foto: Rolf Poss, Bildarchiv Bayerischer Landtag
Möglicherweise ist es aber nicht das letzte Mal, dass die Lenuweits in ihrem Prinzen- und Prinzessinnen-Outfit auf der Bühne stehen. 2028 feiert die Gaudilonia ihr 33-jähriges Bestehen. Zu diesem närrischen Jubiläum könnte es sein, dass die ehemaligen Prinzenpaare zum Gala-Abend im Kurhaus wieder einberufen werden. Und 2051? „Das steht schon fest: Zur Goldenen Hochzeit treten wir nochmal auf, zur Not mit dem Rollator“, sagt Stefanie und lacht. Bleibt die Frage nach dem Tag der Silberhochzeit heuer am 14. Februar: Wie feiern die beiden ihren besonderen Hochzeitstag? Stefanie denkt nicht lange nach: „Wie wohl? Da ist Umzug in Kammlach.“
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