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Fasching in Mindelheim: Rathaus-Team meistert nicht alle närrischen Aufgaben zum Thema Geld

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Auch im Fasching gings im Rathaus ums große Geld

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    „Alles Winter oder was?“ fragte sich das Team der Mindelheimer Stadtverwaltung beim letzten Rathaussturm unter Bürgermeister Stephan Winter.
    „Alles Winter oder was?“ fragte sich das Team der Mindelheimer Stadtverwaltung beim letzten Rathaussturm unter Bürgermeister Stephan Winter. Foto: Wilhelm Unfried

    Die Bilanz für Bürgermeister Stephan Winter nach 24 Jahren in Mindelheim mag politisch gesehen ja ganz gut sein. Eines ist ihm aber nicht gelungen: Er konnte kein einziges Mal in seiner Amtszeit am Gumpigen Donnerstag den Rathaussturm des Durahaufa verhindern. Wieder einmal mussten Stadtmitarbeiter und Stadträte kapitulieren. Es haperte in diesem Jahr gleich bei mehreren Aufgaben. So beim Wiederherstellen von Zauberwürfeln. Da half auch nichts mehr, dass sich Bürgermeister Winter vom Balkon des Rathauses holen ließ und dabei den Ohrwurm „New York, New York“ zum Abschied sang.

    Die Frundsbergstatue bekam eine Krone wie Lady Liberty

    Der Durahaufa hatte sich wieder zehn närrische Aufgaben einfallen lassen, so bekam die Frundsbergstatue am Rathauseck analog zur Freiheitsstatue in New York eine Krone, die allerdings schon ein bisschen mickrig ausfiel. Und überhaupt drehte sich einiges um die USA, das Motto lautete schließlich „Wall Street“. Und so waren einige Stadtbedienstete in „Börsen-Kleidung“ erschienen, vor dem Rathaus standen als Bullen und Bären verkleidete Stadträte.

    Auch Frundsberg wurde nicht vergessen. Er bekam eine Krone, wie die Freiheitsstatue in New York.
    Auch Frundsberg wurde nicht vergessen. Er bekam eine Krone, wie die Freiheitsstatue in New York. Foto: Wilhelm Unfried

    Doch bevor die Gaudi richtig begann, zogen Durahaufa und Mindelheimer Fanfaren vom Oberen Tor zum Rathaus, wo die Rathaustruppe sich schon auf die Schikanen vorbereitet hatte. Denn das Rathaus erhält die Forderungen einen Tag vor dem Gumpigen.

    Zunftmeister Hannes Schmeiser und seine Hästräger hatten sich wieder einige hinterlistige Aufgaben ausgedacht. Zunächst mussten die drei Bürgermeisterkandidaten sich auf ihr neues Amt einstimmen. In Zeiten knapper Kassen mussten sie zusammen das Abba-Lied „Money, Money, Money“ singen. Dritter Bürgermeister Roland Peter hielt dann ein Plädoyer, dass in der Fasnachtszeit nur Hansl, Amme und Columbine als Ampelmännchen infrage kommen. Hansl für Rot, Amme für Grün und die Columbine für den Kreisverkehr.

    Als Bulle und Bär verkleidet, wie vor der Börse, mussten diese Stadträte dem Durahaufa ein Aktienpaket überreichen. 
    Als Bulle und Bär verkleidet, wie vor der Börse, mussten diese Stadträte dem Durahaufa ein Aktienpaket überreichen.  Foto: Wilhelm Unfried

    Dann wurde es schon schwieriger. Die Narren forderten eine kleine Nachbildung des Bikerplatzes an der Schwabenwiese. Und natürlich musste ein Stadtrat mit dem Bike über die Schikanen fahren. Peter Miller schwang sich aufs Rad und schaffte den Buckel mir Bravour.

    Stadtrat Florian Kastenmeier hat bekanntlich eine riesige Sammlung von Zauberwürfeln. Die Aufgabe: Drei Stadträte mussten innerhalb einer Minute einen verdrehten Zauberwürfel wieder ins Lot bringen. Die Drei schafften dies zwar, aber den strengen Augen von Hannes Schmeiser war nicht entgangen, dass dabei geschummelt wurde. Damit war schon eine Aufgabe nicht gelöst und das Rathaus gehörte den Narren.

    Die drei Bürgermeisterkandidaten Michael Schindler, Stefan Drexel und Richard Stein (von links) waren gleich mehrmals gefordert. Hier erzählen sie ihre Visionen von einem modernen Mindelheimer Bahnhof. 
    Die drei Bürgermeisterkandidaten Michael Schindler, Stefan Drexel und Richard Stein (von links) waren gleich mehrmals gefordert. Hier erzählen sie ihre Visionen von einem modernen Mindelheimer Bahnhof.  Foto: Wilhelm Unfried

    Auch um den Durahansl machte man sich Sorgen. Immer wieder werde er an einer ganz bestimmten Stelle verletzt. Der Durahaufa forderte eine schnelle Eingreiftruppe, welche bei drohender Gefahr ausrückt, um Amme und Hansl vor einer Verletzung durch einen Lkw zu schützen. Das vorgestellte Konzept überzeugte auch nicht so richtig.

    Idee für Burg und Bahnhof: Mit der Gondel zur Schiene

    Und auch die nächste Aufgabe hatte es in sich. Von den drei Bürgermeisterkandidaten Michael Schindler, Stefan Drexel und Richard Stein wurde  eine Machbarkeitsstudie verlangt, wie der ramponierte Bahnhof durch die restaurierte Mindelburg ersetzt werden kann. Sie ließen ihrer Fantasie freien Lauf. Ihr Konzept: Die Mindelburg wird Verkehrsknotenpunkt mit Gastronomie und Toiletten. Um den Zug am eigentlichen Bahnhof zu erreichen, schlugen sie eine Gondelbahn mit einem tollen Blick auf die Stadt vor. Mit der Gondel zum Zug. Und der Bahnhof selbst bleibe bei der Bahn, die damit machen könne, was sie wolle. Mindelheim schreibe Geschichte, eine Stadt, die ihren Bahnhof nicht modernisiert, sondern schlicht und einfach ignoriert.

    Bürgermeister Stephan Winter schwebte ein letztes Mal vom Rathausbalkon und sang dabei „New York, New York“.
    Bürgermeister Stephan Winter schwebte ein letztes Mal vom Rathausbalkon und sang dabei „New York, New York“. Foto: Wilhelm Unfried

    Und schließlich hatte der scheidende Bürgermeister noch seinen großen, schwindelfreien Auftritt. Er sollte sich mit dem Lied „New York, New York“ von Frank Sinatra vom närrischen Volk der Mindelonen verabschieden und dabei über die Feuerwehrleiter das Rathaus verlassen. Ohne Höhenangst schwang sich Winter in den Korb und schwebte davon. Für immer. Denn dies war sein letzter Rathaussturm als Bürgermeister. Wie in all den Jahren zuvor musste sich das Rathaus geschlagen geben. Die Narren stürmten das Gebäude, um im ersten Stock mit Wein und Bier zu feiern.

    Bei einer der Aufgaben gab es auch einen Massenchor aller Rathaus-Bediensteten. Sie zeigten eine Tanz- und Gesangseinlage unter dem Motto „Gute Laune“. Bleibt zu hoffen, dass die auch nach dem Fasching noch lange anhält.

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