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Allgäuer Lebensmittelkette Feneberg beantragt Schutzschirmverfahren

Unternehmen soll saniert werden

Feneberg beantragt Schutzschirmverfahren - was das für Mitarbeiter und Kunden bedeutet

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    Die Feneberg Lebensmittel GmbH hat ein Schutzschirmverfahren beantragt, um sich in Eigenregie zu sanieren.
    Die Feneberg Lebensmittel GmbH hat ein Schutzschirmverfahren beantragt, um sich in Eigenregie zu sanieren. Foto: imageBROKER/Manfred Bail

    Die Feneberg Lebensmittel GmbH hat beim Amtsgericht Kempten ein Schutzschirmverfahren beantragt. Dabei handelt es sich um ein Sanierungsverfahren im Rahmen des Insolvenzrechts, das dem Unternehmen eine Neuaufstellung in Eigenregie ermöglicht. Das wurde am Freitagnachmittag bekannt.

    Auch die Beschäftigten wurden am Nachmittag über das Schutzschirm-Insolvenzverfahren informiert. Dieser Weg war bereits Anfang 2025 für die eigenständige Feneberg-Metzgerei (Allgäu Fresh Foods) gewählt worden und steht inzwischen vor dem Abschluss (wir berichteten). Die Metzgerei mit rund 450 Beschäftigten gehört jetzt mehrheitlich der mittelfränkischen Kupfer-Gruppe.

    Auf die Feneberg-Märkte und ihre Kunden hat die aktuelle Entwicklung keinen Einfluss, betont die Unternehmensleitung: Der Betrieb in allen Filialen laufe uneingeschränkt weiter.

    Feneberg beantragt Schutzschirmverfahren - werden Beschäftigte entlassen?

    Die Feneberg-Lebensmittel GmbH, der größte selbstständige Lebensmittelhändler Deutschlands, betreibt im gesamten Allgäu und in angrenzenden Gebieten 71 Filialen und zählt rund 3000 Beschäftigte.

    Ziel des Schutzschirmverfahrens ist es laut den Verantwortlichen, möglichst viele Stellen und Filialen zu erhalten. Das Einkaufszentrum Fenepark in Kempten-Ursulasried, die Landbäckerei sowie die Veranstaltungshalle BigBox in Kempten, die alle ebenfalls zum Konzern gehören, sind laut Feneberg nicht von der Insolvenz in Eigenregie betroffen.

    Der Schutzschirm sei kein Rückzug, sondern ein Schritt nach vorn, teilte das Unternehmen am Nachmittag mit: „Wir schaffen damit die Voraussetzungen, um Feneberg wirtschaftlich zu stabilisieren, zu modernisieren und in eine gesicherte Zukunft zu führen.“ Und weiter: „Der Schritt unter den Schutzschirm fällt uns nicht leicht – aber wir gehen ihn bewusst und gemeinsam. Als Familie sind wir uns der Verantwortung bewusst.“

    Hohe Verluste - daran krankt es bei Feneberg

    Die Geschäftsführung hatte angesichts eines Verlustes von über zehn Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024/25 bei einem Netto-Umsatz von 478 Millionen Euro bereits im Vorjahr einen straffen Sanierungskurs angekündigt. Schon damals hatte das Familienunternehmen angekündigt, unwirtschaftliche Filialen auf den Prüfstand zu stellen, auch betriebsbedingte Kündigungen seien nicht auszuschließen.

    Schuld am großen wirtschaftlichen Druck, unter dem das Familienunternehmen seit Längerem steht, ist nicht das Lebensmittel-Kerngeschäft, denn dort agiert Feneberg rentabel. Verantwortlich sind laut Geschäftsführung vielmehr strukturelle Defizite im Filialnetz, die Folgewirkung der Metzgerei-Insolvenz sowie nach wie vor Pensionsrückstellungen im zweistelligen Millionenbereich, die auf die Liquidität drücken.

    „Wir wollen Feneberg wirtschaftlich stabilisieren“

    Die operative Sanierung der Lebensmittel GmbH verantwortet Stephan Leibold, der neben Amelie und Christof Feneberg schon länger als Geschäftsführer der Feneberg Lebensmittel-GmbH auf der Brücke des Familienunternehmens steht. „Ziel des Verfahrens ist eine umfassende wirtschaftliche und strukturelle Neuaufstellung des Unternehmens unter eigener Verantwortung“, informiert die Kanzlei Grub Brugger für Insolvenz- und Sanierungsrecht. Die Sanierung soll im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen werden.

    „Das Schutzschirmverfahren im Insolvenzrecht eignet sich für Betriebe, denen zwar das Geld auszugehen droht, die aber noch nicht zahlungsunfähig sind“, heißt es bei der IHK. „Wir wollen Feneberg wirtschaftlich stabilisieren, möglichst viele Filialen und Arbeitsplätze erhalten und damit eine tragfähige Perspektive für die Zukunft schaffen“, sagt Dr. Frank Schäffler, Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht.

    Er ist Teil der Kanzlei Grub Brugger, die die Feneberg Lebensmittel GmbH nun im Schutzschirmverfahren begleiten wird. Die Kanzlei hat Standorte in Stuttgart, Frankfurt am Main, München und Freiburg. Ein vom Amtsgericht bestellter Sachwalter überwacht das Verfahren im Sinne der Gläubiger.

    „Die Kundinnen und Kunden können in allen Lebensmittelmärkten der Feneberg Lebensmittel GmbH wie gewohnt einkaufen: Alle Märkte bleiben geöffnet, das Sortiment ist vollständig verfügbar und der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter“, teilt das Unternehmen am Freitagnachmittag mit. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gesichert.

    Werden weitere Feneberg-Standorte geschlossen?

    Im Mittelpunkt der zweiten Sanierungsphase innerhalb von sechs Jahren steht nach Angaben des Unternehmens eine Überprüfung und Neuordnung des Filialnetzes mit derzeit 71 Standorten. In der Vergangenheit hatte Feneberg rund zehn Märkte geschlossen, darunter mehrere in München und Oberbayern.

    Dauerhaft unwirtschaftliche Standorte sollen weiter kritisch bewertet werden. Neben möglichen Schließungen prüft das Unternehmen aber auch, ob einzelne Filialen oder Filialgruppen auf Investoren übertragen werden können.

    „Feneberg steht seit Jahrzehnten für Qualität, Regionalität und starke Beziehungen – zu Kundinnen und Kunden, Mitarbeitern sowie über 600 Landwirtinnen und Landwirten und Erzeugerbetrieben, etwa im Rahmen des Markenprogramms „Von Hier“. Diese Partnerschaften bleiben bestehen und sind Teil der Zukunftsstrategie des Unternehmens“, heißt es bei Feneberg.

    „In den letzten Jahren wurde bei Feneberg vieles angestoßen, allerdings nicht alles konsequent zu Ende gebracht. Jetzt braucht es Klarheit, Mut und Umsetzung“, sagt Stephan Leibold. Dafür sei der Schutzschirm das richtige Instrument. „Ich sehe in Feneberg ein starkes Fundament – und vor allem viele engagierte Menschen, die an eine gemeinsame Zukunft glauben.“

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