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Frundsbergfest in Mindelheim: Familie Schmid lebt die Mittelalter-Tradition

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Vom Opa bist zu den Enkeln: Bei Schmids ist die ganze Familie im Frundsbergfieber

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    Drei Generationen im Frundsbergfieber – mit viel Engagement steckt Familie Schmid mitten in den Vorbereitungen für das Fest. Es planen, organisieren und proben von links: Quirin Schmid, Dr. Wolfgang Schmid, Linus Schmid, Kathrin Schmid, Korbinian Schmid und Dr. Manfred Schmid sowie Richard und Constanze Laeverenz.
    Drei Generationen im Frundsbergfieber – mit viel Engagement steckt Familie Schmid mitten in den Vorbereitungen für das Fest. Es planen, organisieren und proben von links: Quirin Schmid, Dr. Wolfgang Schmid, Linus Schmid, Kathrin Schmid, Korbinian Schmid und Dr. Manfred Schmid sowie Richard und Constanze Laeverenz. Foto: Jana Krumm

    Alle drei Jahre ist es so weit und Mindelheim befindet sich beim Frundsbergfest für zwei Wochen im Ausnahmezustand. Aufgeschlagene Lager, historische Gewänder, der Einzug des Hochadels, Trommelklänge, Spielmannszüge – eine ganze Stadt begibt sich auf Zeitreise. Und auch in diesem Jahr läuft der Countdown. In vier Wochen beginnt die besondere Zeit auch für die Familien Schmid und Laeverenz. Mit vollem Einsatz dabei sind alle Familienmitglieder, die ihr Engagement für das Fest schon in die Wiege gelegt bekommen haben.

    Das Frundsbergfest verbindet seit vielen Jahren alle Generationen

    Genau 50 Jahre ist es her, dass das Frundsbergfest von einem Kinderfest zu einem Fest auch für Erwachsene wurde. „Die Kinder sollten hineinwachsen. Für viele Erwachsene war es zunächst unvorstellbar, in einem historischen Gewand herumzulaufen. Aber das hat sich schnell gewandelt!“ so Dr. Manfred Schmid, der damals als einer der Organisatoren diese Entscheidung getroffen hat. Und dass sich diese als absoluter Erfolgsfaktor herausgestellt hat, beweisen nicht nur die Feste des vergangenen, halben Jahrhunderts, sondern auch die Familie Schmid selbst. Denn die Kinder und Enkel wachsen nun tatsächlich bereits in der dritten Generation in die Faszination Mittelalter hinein – mit allem, was dazu gehört. Das ist nicht immer nur Spaß, sondern auch mit viel Einsatz und Arbeitsstunden verbunden. Das weiß Constanze Laeverenz aus erster Hand: „Nach dem Fest ist vor dem Fest“, schmunzelt die Tochter von Dr. Manfred Schmid. Ein Event dieser Größe will professionell organisiert und durchgeführt sein. Das nimmt Zeit in Anspruch und so beginnt die Arbeit des Festrings, in dem sich die Innenarchitektin in den großen Fußstapfen ihres Vaters engagiert, bereits lange vor den eigentlichen Veranstaltungswochenenden. Die „Zentrale“ des Vereins hat sich dabei allerdings verändert. Heute ist die „Fronfeste“ im Gefängnisturm das Zentrum, in dem die Verantwortlichen schalten und walten. Vor 50 Jahren wurde das Fest noch im Wohnzimmer der Schmids besprochen und organisiert.

    Dr. Manfred Schmid initiierte vor 50 Jahren das Frundsbergfest, so wie wir es heute kennen. Sein Wissen, sein Engagement und sogar seine adelige Rolle gab und gibt er an seine Kinder Constanze (links), Stephanie (nicht auf dem Bild) und Wolfgang (rechts) weiter.
    Dr. Manfred Schmid initiierte vor 50 Jahren das Frundsbergfest, so wie wir es heute kennen. Sein Wissen, sein Engagement und sogar seine adelige Rolle gab und gibt er an seine Kinder Constanze (links), Stephanie (nicht auf dem Bild) und Wolfgang (rechts) weiter. Foto: Jana Krumm

    Hier begann auch Richard Laeverenz‘ Karriere als Adeliger. Denn wie es sich gehört, wurde er von seiner jetzigen Frau Constanze den Schwiegereltern in Spe vorgestellt. Und dieses Kennenlernen ist dem Münchener im Gedächtnis geblieben, denn einer der ersten Gedanken der Schwiegermama war dabei das Frundsbergfest. „Sie sagte: Der würde sicher gut ins Kaisergewand passen! Und holte es direkt aus dem Keller. Und ja – es es hat wirklich gepasst. „Bis auf den Hut“, erinnert sich das Ehepaar mit einem Lächeln zurück. Die beiden verkörpern noch heute Kaiser Karl V und seine Gattin Isabella von Portugal. Vor Richard Laeverenz hatte Constanze Laeverenz Bruder, Dr. Wolfgang Schmid, diese Rolle. Beerbt haben die Geschwister zuvor ihre Eltern, die diese Adeligen verkörperten.

    Quirin will das Frundsbergfest lieber genießen

    Auch diese ganz persönlichen Figuren – mit prunkvollem Gewand, Accessoires und Geschichte, werden hier an die nächste Generation weitergegeben. Und für die nächste ist mit Linus Schmid bereits gesorgt: „Ich bin dann der Nachfolger!“ Der amtierende Faschingsprinz hat bereits Erfahrung gesammelt und könnte so der optimale Nachfolger für seinen Onkel sein. Sein älterer Bruder Quirin sieht sich eher nicht in einer der Rollen, er möchte das Fest einfach genießen. Die Jungen sind aktiv im Spielmannszug und proben dafür regelmäßig. Auch, wenn gerade kein eigenes Event ansteht. Und auch Korbinian, der jüngste der drei, begleitet seine Eltern von Geburt an auf der Reise ins Mittelalter. Dass sich die Eltern der Jungs, Kathrin und Dr. Wolfgang Schmid, überhaupt begegnet sind, ist dem Spielmannszug zu verdanken, bei dem sie sich kennengelernt haben. So erzählt das Frundsbergfest nicht nur Geschichte, sondern schreibt auch die ein oder andere schöne und besondere.

    Auch die jüngsten der Familie haben schon ihre festen Rollen beim Frundsbergfest. Korbinian, Quirin und Linus (von links) sind von Geburt an dabei, spielen im Spielmannszug und tragen als Pagen beim Umzug die Krone.
    Auch die jüngsten der Familie haben schon ihre festen Rollen beim Frundsbergfest. Korbinian, Quirin und Linus (von links) sind von Geburt an dabei, spielen im Spielmannszug und tragen als Pagen beim Umzug die Krone. Foto: Jana Krumm

    Eine dieser Geschichten ist auch diese. Denn nun geht es in die heiße Phase: (Zeit-)Intensiver Aufbau, Detailarbeit in den Lagern und schließlich ein reibungsloser Ablauf und eine tolle Zeit beim Fest. „Es sind alle schon ein wenig aufgeregt und voller Vorfreude. Und es sind einfach alle voll dabei!“ berichtet Kathrin Schmid. Auch die Jungs warten zwischen den Proben gespannt auf die Festwochenenden, zwischen denen sie aber leider keine Ferien haben: „Hoffentlich verstehen die Lehrer das dann ein bisschen. Denn dieses Mal müssen wir schon ein bisschen länger bleiben …“ Doch wer geht da eigentlich mit den Jüngsten nach Hause und vor allem wann? Mama? Papa? Oder vielleicht sogar Opa? Das muss bei den Schmids spontan entschieden werden, da beim Frundsbergfest alle Familienmitglieder aktiv sind – und eben mittendrin. Aber auch ab Juli, zurück im 21. Jahrhundert, ganz ohne Trommeln, Gewand und Gefängnisturm, teilt die Familie ein Hobby – Tennis. Ganz schlicht und modern, aber miteinander.

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