Herr Dr. Maas, der Generationenkonflikt überrollt gerade die deutsche Wirtschaft. Unternehmen finden keine Nachwuchskräfte, immer öfter steht der Vorwurf im Raum, junge Beschäftigte seien kaum leistungsbereit. Ist die Generation Z wirklich faul?
RÜDIGER MAAS: Die Frage ist doch: Wo ist der Referenzpunkt? Wir sind gesamtgesellschaftlich bequemer geworden, was nicht zuletzt dem technischen Fortschritt geschuldet ist. Nur weil Arbeitsabläufe früher anders, oftmals anstrengender waren, wird die Aussage „früher haben wir mehr geleistet“ nicht besser, denn wir mussten ja auch mehr machen. Tatsächlich haben unsere Studien gezeigt, dass die Generation Z, also die etwa zwischen 1995 und 2010 Geborenen, durchaus anders zu ticken scheinen, als alle Generationen vor ihnen.
Inwiefern?
MAAS: Die heutigen Nachwuchskräfte bringen eine völlig andere Arbeitslogik und ganz neue Erwartungen mit. Das Verständnis von Leistung und Belohnung unterscheidet sich wesentlich von den Vorgängergenerationen. Die Gen Z identifiziert sich weit weniger mit ihrem Beruf – nur etwa jedem sechsten Befragten ist der Arbeitsplatz sehr wichtig. Für ältere Generationen war der Job hingegen häufig Teil der Identität. So wundert es nicht, dass die Jungen selten einem Betrieb treu bleiben, sondern häufig die Stelle wechseln. Ein durchschnittlicher Gen Z’ler bleibt ein Jahr bei einem Arbeitgeber.
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