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Hermine Keller ist die einzige Hundertjährige in Ettringen

Ettringen

Hermine Keller ist die einzige Hundertjährige in Ettringen

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    Susanne Nieberle und Bürgermeister Roland Wagner feiern mit Hermine Keller (Mitte) ihren 100. Geburtstag.
    Susanne Nieberle und Bürgermeister Roland Wagner feiern mit Hermine Keller (Mitte) ihren 100. Geburtstag. Foto: Reinhard Stegen

    Den 100. Geburtstag zu erleben, ist nicht vielen Menschen vergönnt – vermutlich sind es weniger als die, die inzwischen jährlich den Mount Everest erklimmen. In Ettringen gibt es aktuell nur eine Hundertjährige – und das Beste ist: Man sieht ihr dieses stolze Alter nicht einmal an. Ihre frische Gesichtsfarbe verrät, dass sie angesichts des zahlreichen Besuchs an ihrem Ehrentag doch ein wenig aufgeregt ist aber das ihr entgegengebrachte Interesse auch genießt.

    Hermine Keller hat inzwischen drei Enkel und sieben Urenkel

    Susanne Nieberle in Vertretung von Landrat Alex Eder und Bürgermeister Roland Wagner sind von offizieller Seite gekommen, um ihre Glückwünsche zu überbringen und mit einem Glas Sekt mit dem Geburtstagskind anzustoßen. Noch wichtiger ist Hermine Keller, dass sich ihre Familie an diesem Mittwochnachmittag die Zeit genommen hat, mit ihr bei Kaffee und Kuchen zu feiern. Ihre Urenkel Leopold und Julius haben einen Luftballon in Geburtstagstortenform mitgebracht. Insgesamt gehören drei Enkel und sieben Urenkel zur Familie.

    Dass sie einmal hundert Jahre alt wird, hat Hermine Keller selbst nie geglaubt. Jetzt reagiert sie auf die erreichte dreistellige Zahl gelassen. Auf die Frage, wie sie die Tage verbringe, sagt sie: „Ich privatisiere.“ Das heißt, sie macht in Haus und Garten noch fast alles selbst, kocht, putzt und rupft das Unkraut im Garten. Ein anfangs entbehrungsreiches und später bescheidenes Leben liegt hinter ihr.

    Wie schafft man es, 100 Jahre alt zu werden?

    Aus ihrer Heimat, dem Sudetenland bei Brünn, vertrieben, fanden sie und ihr Mann gegen Kriegsende in Ettringen ein neues Zuhause. Ihr Mann arbeitete in der Papierfabrik, sie auf Gut Ostettringen. Später fand auch sie eine Beschäftigung in der Papierfabrik. Sie bekam zwei Töchter, Hermine und Annemarie, und 1953 baute die Familie in der Ahornstraße ein kleines Familienhaus. Hier lebt Hermine Keller immer noch, alleine, seit ihr Mann im Jahr 1989 verstorben ist. Wie schafft man es, 100 Jahre alt zu werden? Über diese Frage habe Keller nie nachgedacht.

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