Günstig und nachhaltig einkaufen – geht das heute noch? Mit Labels wie „True Vintage“ erzielen manche Teile auf Plattformen wie Vinted inzwischen sogar Preise über Neuwert. Wie zweckdienlich ist Secondhand also noch? Genau das wollte ich in Mindelheim testen: Dort eröffnete „Aktion Hoffnung“ für wenige Tage einen Pop-up-Laden mit Ware aus zweiter Hand. Meine Aufgabe: Mit kleinem Budget ein Festivaloutfit zusammenzustellen. Denn mit Ticket, Camping und Getränken sind Festivalbesuche teuer genug – wenigstens das Hemd am eigenen Leib sollte keine zusätzlichen Kosten verursachen.
Secondhand: So teuer darf das Outfit sein
Noch bin ich jedenfalls nicht bereit für einen Festivalbesuch: schwarze Jeans, weißes Shirt. Damit macht man zwar nichts falsch – einen Blumenstrauß gewinnt man damit aber auch nicht. Also lege ich klare Vorgaben fest, anhand derer ich mein Wunschoutfit zusammenstelle. Wichtig ist mir, dass das Outfit farbenfroh, bequem ist sowie praktische Taschen hat. Und weil ich mich mitten in einem Secondhand-Angebot befinde, gehört auch ein Preislimit dazu: maximal 20 Euro. Mehr Bargeld habe ich heute nicht dabei.
Warm soll es werden – daher streift mein Blick die Regenjacke nur kurz, die auf einem Festival eigentlich besser mit sollte. Doch bei fast 30 Grad und wolkenlosem Himmel muss meine Kleidung luftig und locker sein. Besonders gut ist ein Hemd, das, wenn möglich, oversized ausfällt. Außerdem benötige ich Schutz vor der Sonne: Gerade, wenn das ein oder andere alkoholische Kaltgetränk dazukommt, ist das keine schlechte Idee. Eine kurze Hose wäre ebenfalls sinnvoll – vielleicht sogar zum Baden?
Outfit erfüllt alle Kriterien für das Festival
Gesucht und gefunden: Als ich Mitarbeiterin Manuela Prestele das Ergebnis zeige, fällt ihr Urteil eindeutig aus: „So kann man auf ein Festival gehen.“ Auch preislich geht der Plan auf: Der Hut kostet 2,90 Euro, das Hemd 8 Euro, die Shorts 3 Euro. Zusammen ergibt das dann schlanke 13,90 Euro. Damit bleibe ich deutlich unter meinem selbst gesetzten Limit von 20 Euro. Und das Wichtigste: Die Kriterien sind aus meiner Sicht alle zufriedenstellend erfüllt: farbenfroh, bequem genug zum Tanzen und praktisch dank Taschen.
Die Aktion Hoffnung ist eine Hilfsorganisation der Diözese Augsburg und von missio in München. Gesammelt und sortiert wird die Kleidung in der Zentrale in Ettringen. Sie setzt sich für faire Arbeitsbedingungen ein und möchte offenlegen, woher die gespendete Kleidung kommt und wie sie weiterverwendet wird. Jedes Jahr beteiligen sich im Bistum Augsburg rund 500 Pfarrgemeinden an Kleidersammlungen. Unterstützt wird die Arbeit außerdem von 85 Teil- und Vollzeitkräften sowie rund 300 Ehrenamtlichen.
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