Wer einmal inmitten einer Menschenmenge stand und gemeinsam einen Song nicht nur gehört, sondern gefühlt hat, weiß, warum man auf Live-Konzerte geht. Dass Musik unter die Haut geht, dass sie wildfremde Menschen mit den unterschiedlichsten Ansichten im Leben für ein paar Stunden vereint, ist etwas, das sich nur schwer mit Worten beschreiben lässt. Das muss man erlebt haben. Auf einem Festival passiert das nicht nur einmal, sondern gleich über mehrere Tage.
Natürlich gibt es viele Gründe, die gegen Festivals sprechen (und die mein Kollege hier beschreibt): zu teuer, zu stressig, zu umweltschädlich. Viele dieser Argumente gelten aber genauso gut für andere Dinge, die wir uns im Leben gönnen, etwa den Flug in den Urlaub. Wer heute ein Konzert veranstaltet, muss unzählige Auflagen beachten und Dinge bezahlen, die für Besucherinnen und Besucher selbstverständlich sind und nur dann auffallen, wenn sie nicht funktionieren. Und so kommt schnell eine ordentliche Summe zusammen.
Eine Karte für das Ikarus-Wochenende kostet 200 Euro
Verglichen mit „normalen“ Konzerten sind Festivals sogar wirklich günstig: Wer sich jetzt noch eine der letzten Karten für das ganze Ikarus-Wochenende kaufen will, zahlt knapp 200 Euro. Dafür bekommt er am Freitag, Samstag und Sonntag Programm von nachmittags bis früh um 4 Uhr, und das auf sieben Bühnen und mit zahlreichen Stars. Zum Vergleich: Für das Ed-Sheeran-Konzert in München, eine der am schnellsten ausverkauften Veranstaltungen im vergangenen Jahr, musste man auch schon mindestens 100 Euro hinblättern.
Ein Festival ist mehr als nur ein normales Konzert
Dabei ist ein Festival noch viel mehr als ein gewöhnliches Konzert. Oft gibt es ein großes Gelände, ein buntes Rahmenprogramm und immer wieder lernt man dabei auch Neues kennen. Neue Leute, aber auch neue Acts, auf die man sonst vielleicht gar nicht gestoßen wäre – und für die man sich im Leben keine Karte für ein Einzelkonzert gekauft hätte. Sich inspirieren lassen, die Sorgen vergessen, das Leben genießen, eine Gemeinschaft mit anderen spüren. Ja, das darf, ja, das muss vielleicht in diesen schwierigen Zeiten auch mal sein.
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