Neubau der Mindelheimer Klinik: Der Rohbau steht – das wird gefeiert
Mindelheim
Neubau des Mindelheimer Krankenhauses: Der Rohbau steht – das wird gefeiert
Im Rohbau des neuen Funktionsgebäudes des Mindelheimer Krankenhauses wurde nun Richtfest gefeiert. In den Grußworten war von einem Meilenstein die Rede.
Der Rohbau des neuen Mindelheimer Krankenhauses ist fertig.Foto: Melanie Lippl
Während im Hintergrund deutlich hörbar gearbeitet wird, haben sich im ersten Stock der Baustelle zahlreiche Gäste versammelt, die Mindelheimer Jugendkapelle spielt auf: Es ist Richtfest auf der Mindelheimer Klinikbaustelle. Wie es in dem neuen Funktionsgebäude in einigen Monaten zugehen könnte, skizzierte der Ärztliche Direktor Dr. Manfred Nuscheler in seinem launigen Grußwort. „Sie befinden sich mitten im neuen OP“, erklärte er den Gästen.
Andreas Kleine, Technischer Leiter der Klinik, Michael Schindler, Geschäftsführer Michael Osberghaus, Landrat Alex Eder, Geschäftsführerin Marie Demuth, Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Weirather, Herwig Heide vom Gesundheitsministerium, Geschäftsführer Andreas Ruland, Jochen Duss, Kaufmännischer Leiter des Klinikverbunds und Ärztlicher Direktor Dr. Manfred Nuscheler (von links) freuen sich, dass die Arbeiten an der neuen Klinik so gut vorangehen.Foto: Sandra Baumberger
In eineinhalb Jahren werde sein Kollege Markus Tietze hier einen perforierten Darm minimalinvasiv zusammenflicken, später muss ein Kropf operiert werden. Im OP daneben kümmert man sich derweil um das gebrochene Bein eines Mannes, der sich im Vertrauen auf die gute ärztliche Versorgung im Unterallgäu ein zu schnelles E-Bike gekauft hat. Zur gleichen Zeit kommt im Kreißsaal ein echter Unterallgäuer zur Welt, für einen weiteren Patienten geht es nach einem Herzkatheter-Eingriff auf die Intensivstation, im Stockwerk darunter haben die Kolleginnen und Kollegen in der Notaufnahme alle Hände voll zu tun. So könnte er bald aussehen, der Alltag an der neuen Klinik, die für Nuscheler „ein wegweisender Schritt und eine klare Botschaft an die Region“ ist.
Aus Sicht des Ärztlichen Direktors bedeutet die neue Klinik einen Qualitätssprung
Er erinnert daran, dass 2017 zunächst nur eine Sanierung im Raum stand, die jahrelange Einschränkungen bedeutet hätte und im Ergebnis immer einen Kompromiss. Der jetzige Neubau aber werde „ein Qualitätssprung sein für unsere Patienten“. Und er hob wie der frühere Landrat und jetzige Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Joachim Weirather und Landrat Alex Eder die Bedeutung des Klinikverbunds hervor. „Ohne den Klinikverbund lägen die Kliniken in Mindelheim und Ottobeuren jetzt auf der Intensivstation“, ist Nuscheler überzeugt.
Weirather sprach von einem Erfolgsmodell, der jetzige Neubau ermögliche Funktionalität ohne Kompromisse. Eder bezeichnet diesen als „Meilenstein für Mindelheim“. „Einziger Wermutstropfen: So was kostet wahnsinnig viel Geld.“ Mehr als 100 Millionen sind es für den ersten Bauabschnitt voraussichtlich, 51 Millionen Euro davon trägt der Landkreis selbst. Obwohl das Gebäude noch längst nicht fertig ist, seien drei Viertel dieses Eigenanteils schon bezahlt, betont Eder. „Das ist auch nicht selbstverständlich.“
2031 soll auch der zweite Bauabschnitt des Mindelheimer Krankenhauses fertig sein
Mindelheims Bürgermeister Michael Schindler dankt wie auch die übrigen Redner allen, die an dem Bau beteiligt sind. Er sei froh, dass die Klinik in Mindelheim erhalten geblieben ist und nicht auf der grünen Wiese oder gar anderswo gebaut wurde. Die Klinik gehöre für ihn zur Kreisstadt einfach dazu. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten ein modernes Krankenhaus verdient, „weil sie wertvollste Arbeit leisten“. Dass sie es sind, die das Krankenhaus mit Leben füllen und auf die es letztlich ankommt, kommt gleich mehrfach zur Sprache.
Das Richtfest im Rohbau des neuen Funktionsgebäudes hat die Mindelheimer Jugendkapelle musikalisch umrahmt.Foto: Sandra Baumberger
Wenn 2031 auch der zweite Bauabschnitt abgeschlossen ist, werden sie in einem „komplett neuen, modernen, funktionalen Krankenhaus der kurzen Wege“ arbeiten, in dem die Patientinnen und Patienten optimal versorgt werden, so Geschäftsführerin Marie Demuth. Sie übergab das Wort an Herwig Heide vom bayerischen Gesundheitsministerium, der den Mitarbeitern auch im Namen von Ministerin Judith Gerlach für ihren unermüdlichen Einsatz dankte. Er hob die Förderung des Freistaats hervor, der den ersten Bauabschnitt mit rund 42 Millionen Euro unterstützt und für den zweiten bereits 51 Millionen Euro bereitgestellt hat.
Zu guter Letzt sprach Ergün Sahin von der Firma Kreuzer den Richtfest-Spruch: „Mit Mut und mit Können, mit Planung und Kraft ward hier ein Ort für die Zukunft erschafft. Ein Haus für die Menschen, für Heilung und Zeit, für Hilfe in Krankheit, für Menschlichkeit“, hieß es darin unter anderem.
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