Obwohl sie als Einzige nominiert wurde: Allgäuer Bürgermeisterin bekommt plötzlich Konkurrenz
Eigentlich ist Bürgermeisterin Fischer die einzige Person, die bei der Kommunalwahl 2026 nominiert worden ist. Doch nun taucht überraschend ein weiterer Kandidat auf.
Bürgermeisterin Susanne Fischer tritt in Kirchheim wieder zur Wahl an – und hat plötzlich einen Gegenkandidaten.Foto: Melanie Lippl
Lange sah es so aus, als wäre die anstehende Kommunalwahl für Susanne Fischer das, was man auf gut bayerisch eine „gmahde Wiesn“ nennt. Die amtierende Bürgermeisterin von Kirchheim hatte sich vor sechs Jahren bereits im ersten Wahlgang mit 61 Prozent gegen zwei Konkurrenten durchgesetzt, und auch dieses Mal schien ihr der Erfolg sicher: Sie ist die Einzige, die in der Marktgemeinde als Kandidatin nominiert wurde, und damit auch die Einzige, deren Name auf dem Stimmzettel steht. Doch nun tut sich überraschend Konkurrenz auf, und das nach der offiziellen Nominierungsfrist.
Warum Ernst Striebel nun doch als Bürgermeisterkandidat antritt
Eine erneute Kandidatur sei bis vor zwei Wochen für ihn kein Thema gewesen, sagt der 51-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion, „weil ich eigentlich beruflich und privat voll im Leben stehe und ganz glücklich bin“. In den vergangenen Wochen sei die Kritik an Rathauschefin Susanne Fischer aber immer größer geworden. „Es gibt Menschen, die sich eine Veränderung wünschen und denken, dass es nicht so weitergehen kann die nächsten sechs Jahre“, erklärt Striebel. Diese Menschen hätten ihn gebeten, doch noch einmal anzutreten. Nach zwei Vorgesprächen und etwas Bedenkzeit habe er sich dann vor einer Woche dazu bereiterklärt.
Ernst Striebel will das Bürgermeisteramt übernehmen, wenn die Mehrheit der Kirchheimerinnen und Kirchheimer seinen Namen auf den Stimmzettel schreibt.Foto: Jessica Striebel
Striebel kritisiert unter anderem mangelnde Kommunikation durch das Rathaus und das „Finanzierungsdebakel“ beim Bürger- und Kulturzentrum Adler, das deutlich teurer geworden ist als geplant. Der Schuldenberg für die Investitionen in Adler, Schule und Kindergarten werde Kirchheim über lange Zeit begleiten. „Das ist auch der Reiz, obwohl die Situation nicht schön ist.“ Es brauche jetzt kreative Ideen und Netzwerke, so Striebel, der sich selbst als Pragmatiker bezeichnet. Man müsse mit einer neuen Denkweise an die Aufgaben herangehen, sonst bestünde die Gefahr, den Ort totzusparen. Auch das Thema Innenentwicklung will er wiederbeleben und dabei die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen, ebenso wie bei der Energieplanung. Einen großen Wahlkampf plane er nicht, sagt Striebel. „Ich werde präsent sein und die Leute können mich ansprechen“, zudem will er einen Flyer verteilen.
Kommunalwahl 2026: Striebel will sich für Kirchheim einsetzen
Warum er nach der verlorenen Wahl von 2020 noch einmal seinen Hut in den Ring wirft? „Mir geht es um die Sache, um den Ort und das Gemeinwesen. Dafür lohnt es sich, nochmal anzutreten“, sagt Ernst Striebel. Und er macht deutlich: „Ich trete nicht an, um zu verlieren.“
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