Wie geht es Ihnen und wobei stören wir Sie gerade?
SILKE LOTTERBACH: Aktuell bereiten wir im Bund Naturschutz die nächsten Veranstaltungen vor: Pflanzentausch, Exkursionen, Vorträge und Jahreshauptversammlungen in einigen der zehn Ortsgruppen im Landkreis und Memmingen. Das ist eine sehr bereichernde Aufgabe und ich mag vor allem die Zusammenarbeit mit den Aktiven sehr.
In den vergangenen Wochen war es bis auf wenige Ausnahmen recht kalt. Sind die wechselwarmen Kröten trotzdem schon in Wanderlaune?
LOTTERBACH: Ja, denn leider startet die Amphibienwanderung wegen des Klimawandels immer früher im Jahr. Wir haben Ende Februar mit der Sammlung begonnen, fast drei Wochen früher als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die Winter und der Vorfrühling werden milder, wechselhafter und trockener, was den Amphibien die Wanderung und uns die Organisation erschwert. Die Kröten machen sich auf den Weg von den Winterquartieren zu den Laichgewässern, wenn die Nächte mild und feucht sind. In kalten oder trockenen Nächten stagniert die Wanderung. Inzwischen werden die 20 Zäune im Unterallgäu und Memmingen wieder abgebaut. Auch, weil besonders die Erdkröten schon wieder aus den Laichgewässern zurück in die Sommerquartiere wandern und durch den Zaun umgeleitet oder schlimmstenfalls überfahren werden. Hilfreich wäre die konsequente Berücksichtigung der Amphibien bei allen Baumaßnahmen, zum Beispiel durch Amphibientunnel.
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