17 öffentliche Spielplätze gibt es in Mindelheim. Diese sind nach Ansicht der Bürgergemeinschaft im Stadtrat nicht alle in bestem Zustand oder mit attraktiven Spielgeräten ausgestattet. Stadträtin Ursula Kiefersauer hat als begeisterte Oma einen persönlichen Test der Spielplätze vorgenommen. Ihr Fazit: So mancher Platz schlummert im Dornröschenschlaf. Geräte sollten ersetzt werden, die Spielplätze generell überarbeitet werden.
Seniorenbänke auf Mindelheimer Kinderspielplätzen?
Wohnviertel veränderten sich. Wo weniger kleine Kinder leben, könnten Spielplätze mit mehr Grün zum Verweilen aufgehübscht werden, findet Kiefersauer. Zum Beispiel mit "Seniorenbänkchen" könnte auch den Erholungswünschen Älterer entgegengekommen werden.
Sabine Filser vom Bauamt hat sich die Spielplätze daraufhin näher angesehen. Den Spielplatz in der Sudetenstraße hat sie nicht einmal auf Anhieb gefunden, so abgelegen liegt er. Im Einzelnen hat die Begutachtung gebracht, dass die meisten der Spielplätze kaum genutzt werden. Ausnahmen sind der Abenteuerspielplatz in der Bleichstraße, der Spielplatz am Gefängnisturm, der Kurzmühlenpark, der Spielplatz Sebastianspark/Akazienweg und der Spielplatz Pepi-Huith-Straße. Alle anderen werden mittel bis wenig genutzt.
Deutlich wurde in der Auflistung der Stadtverwaltung auch: Wo es attraktive Spielgeräte gibt, lockt das die Kinder und Jugendlichen an. Wo seit vielen Jahren Spielgeräte eher lieblos herumstehen, meiden Kinder solche Plätze.
Nicht jeder Spielplatz löst bei Nachbarn Begeisterung aus
Die Verteilung der Spielplätze über die Stadt hinweg allerdings ist gleichmäßig. Nicht alle hätten jedoch die gleiche Qualität, räumt Filser ein. Bürgermeister Stephan Winter warnte davor, einen Spielplatz zurückzubauen. "Der kommt dann nie wieder." Denn Spielplätze in der Nachbarschaft haben nicht nur Freunde.
Filser räumte ein, dass manche Spielgeräte langweilig seien. Für Kleinkinder ist das Angebot sehr überschaubar. Der Kurzmühlenpark sei der einzige, der darauf ausgerichtet ist. Hier könnte man ein paar Bänke dazustellen, schlug Sabine Filser vor, damit Mütter und Väter Platz nehmen könnten. Den Spielplatz in der Bürgermeister-Kiefersauer-Straße sollte man aufwerten. In der Nordendstraße ist ihr aufgefallen, dass der Spielplatz nicht gegen die Straße abgesichert ist. Dies könnte mit einem Zaun verbessert werden. Neu gebaut wird im Laufe des Jahres der Spielplatz am Kapellenweg im Mindelheimer Norden. Diesen baut der Bauhof.
Stadträtin Kiefersauer fordert, mehr Geld in Spielplätze zu investieren
Ursula Kiefersauer nannte 15.000 Euro, die im Haushalt für den Unterhalt der Spielplätze eingestellt sind. Damit lässt sich nicht viel verbessern. Sie schlug vor, Haushaltsausgabereste in Höhe von 48.000 Euro heranzuziehen. "Geld ist zur Verfügung", sagte sie. 2022 sei wenig für Spielplätze ausgegeben worden. Sie schlug auch vor, einen Flyer zu erstellen, um Eltern aufzuzeigen, wo es in Mindelheim überall Spielplätze gibt. Das will die Stadt aufgreifen, allerdings nur im Internet.
Kiefersauer hätte gerne auch ein großes Spielgerät auf der 8000 Quadratmeter großen Obstwiese. "So etwas wie das Abenteuerschiff in der Bleichstraße." Auch ein Sonnensegel sollte errichtet werden, um Schatten zu spenden. Dass es Spielplätze nicht für alle Altersgruppen geben kann, gab Bürgermeister Winter zu bedenken. Ein Neunjähriger und ein Zweijähriger könnten sich nicht einen Spielplatz teilen. Claudia Steber (CSU) regte an, den neuen Spielplatz im Mindelheimer Norden für Zwei- bis Dreijährige attraktiv zu machen. In das neue Wohngebiet zögen vor allem Familien mit kleinen Kindern.