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Nahwärme: Ganz Pfaffenhausen kann ans Netz der Hofwärme von Viehweidhof und Ringeisen-Werk angeschlossen werden

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Nahwärme: Ganz Pfaffenhausen kann jetzt ans Netz angeschlossen werden

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    Das Dominikus-Ringeisen-Werk und der Viehweidhof bauen für Pfaffenhausen eine Nahwärme-Versorgung auf. Aktuell werden die Rohre dafür verlegt.
    Das Dominikus-Ringeisen-Werk und der Viehweidhof bauen für Pfaffenhausen eine Nahwärme-Versorgung auf. Aktuell werden die Rohre dafür verlegt. Foto: Ulla Gutmann

    Die Bagger sind gerade in und um Pfaffenhausen unterwegs: Sie sorgen dafür, dass die Nahwärme-Leitung unter die Erde kommt, damit schon zur nächsten Saison „regional“ geheizt werden kann. Los gingen die Arbeiten im Oktober, rund 40 Prozent der Baumaßnahme seien bereits geschafft und man liege im Zeitplan, sagt Alfons Kerler vom Viehweidhof. Und er hat gute Nachrichten: Bis 2028 könnte ganz Pfaffenhausen an das Netz angeschlossen werden, wenn die Zuschüsse eintrudeln und das Interesse in der Bevölkerung groß genug ist.

    Die Idee, die auf dem Viehweidhof entstehende Wärme zu nutzen, sei schon zehn Jahre alt, erinnert sich Kerler. Erst habe er sich auf Hausen fixiert, doch da fehlten die Großverbraucher, die es für eine solche Nahwärme-Versorgung brauche. Als sich vor einigen Jahren ein Pfaffenhausener Marktrat meldete, ob man die Abwärme des landwirtschaftlichen Betriebs für das geplante Neubaugebiet im Süden des Marktes nutzen könnte, kam wieder Leben in die Idee zurück, die daraufhin immer größer wurde. Eine Studie ergab: Das Projekt ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll – die Grundlage dafür, dass es nun verwirklicht wird.

    Das Dominikus-Ringeisen-Werk beteiligt sich zur Hälfte an der Nahwärme

    Beim Dominikus-Ringeisen-Werk, das als Großabnehmer infrage kam, war das Interesse sogar so groß, dass es selbst einsteigen wollte. Und so gehört die eigens dafür gegründete „Hofwärme Pfaffenhausen“ nun zur Hälfte dem DRW und zur Hälfte Alfons Kerler. Neben dem Ringeisen-Werk, das etwa 50 Mal so viel Wärme benötigt wie ein Einfamilienhaus, sind auch noch die Schule, das Seniorenheim, der Kindergarten und die Raiffeisenbank unter den größeren Abnehmern, dazu kommen aktuell rund 40 Haushalte. Geht es nach der Hofwärme, könnten es schon bald mehr sein: Sie wollen die anstehenden Tiefbauarbeiten nutzen, um Leitungen zu verlegen und so letztlich ganz Pfaffenhausen ans Netz anzuschließen. „Die Kapazität gibt‘s her“, sagt Kerler. Auch Haushalte im Süden könnten sich, solange die aktuellen Bauarbeiten laufen, noch für einen Anschluss entscheiden.

    Konkret hieße das für Hausbesitzer: „Ihre jetzige Wärmequelle wird durch unsere ersetzt“, so Kerler. Für ein Einfamilienhaus bekommt man nach dem Vertragsabschluss ein Kästchen, das in etwa so groß ist wie eine Bierkiste, und das an den eigenen Heizkreislauf angeschlossen wird, damit sie die Wärme dorthin weitergeben kann. Die große Verteilstation, die die Verbindung zum Viehweidhof bildet, wird in Kürze auf dem Gelände des Ringeisen-Werks errichtet. Dessen Projektleiter für erneuerbare Energien, Christoph Schonner, freut sich, dass die Wärmeversorgung des DRW, die bislang zu 100 Prozent aus fossilen Quellen gespeist wurde, auf einen Schlag klimaneutral wird. Hinzu kommen die Unabhängigkeit und eine gewisse Preisstabilität. Wichtig ist Schonner, dass alle Kunden, auch die Großverbraucher, denselben Arbeitspreis von derzeit 12,95 Cent pro Kilowattstunde bezahlen, der bis Ende 2030 festgeschrieben ist.

    Die Mindel ist eine Herausforderung für das Nahwärme-Netz

    Aktuell gibt es noch eine kleine Herausforderung bei den Bauarbeiten: die Mindel. Ob man die Nahwärme-Leitung lieber darüber oder darunter verlegt, dazu gebe es – je nachdem, wen man fragt – unterschiedliche Ansichten der Beteiligten und Ämter. Deshalb wurde ein Bodengutachten in Auftrag gegeben, das zeigen soll, welche Variante möglich und am sinnvollsten sei, so Schonner.

    Haben sich vor zwei Jahren zu einer Energiepartnerschaft zusammengeschlossen: (von links) Michael Winter (DRW), Johannes Kerler (Viehweidhof), Thomas Roth (DRW) sowie Alfons Kerler junior (Viehweidhof). (Archivbild)
    Haben sich vor zwei Jahren zu einer Energiepartnerschaft zusammengeschlossen: (von links) Michael Winter (DRW), Johannes Kerler (Viehweidhof), Thomas Roth (DRW) sowie Alfons Kerler junior (Viehweidhof). (Archivbild) Foto: Bayram Er/DRW

    Und es stehen noch mehr Bauarbeiten an: Ende Mai soll auf dem Viehweidhof ein rund 2000 Kubikmeter großer Pufferspeicher aufgebaut werden, der einen Durchmesser von zwölf Metern hat und 17 Meter hoch ist. Das ist laut Schonner ein Alleinstellungsmerkmal dieser Nahwärme-Versorgung. Denn anders als beispielsweise bei einer Hackschnitzel-Anlage werde hier die Wärme nicht unbedingt dann erzeugt, wenn sie gebraucht wird, sondern dann, wenn sie im landwirtschaftlichen Betrieb entsteht. Also beispielsweise, wenn tausende Liter frisch gemolkene Milch der Kühe um rund 30 Grad heruntergekühlt werden müssen.

    Mithilfe von Großwärmepumpen wird diese Wärme weitergeleitet, sie macht etwa ein Drittel des Energiemixes bei der Hofwärme aus. Der Großteil von mehr als 60 Prozent kommt von der Abwärme aus einem Blockheizkraftwerk: Darin wird das überwiegend aus Mist und Gülle produzierte Biogas verbrannt, um Strom und Gas zu erzeugen. Hackschnitzel machen nur rund fünf Prozent der Wärmeerzeugung aus, sie dienen aktuell als Sicherheit beziehungsweise für ganz kalte Tage.

    Eine Infoveranstaltung zum Thema Nahwärme findet am Montag, 11. Mai, in der Aula der Schule Pfaffenhausen statt. Beginn ist um 19 Uhr.

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