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Raupen im Unterallgäu schädigen Sträucher und können auch die Gesundheit beeinträchtigen

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Kahle Bäume und Brennhaare: Was Raupen im Unterallgäu anrichten

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    Es sieht aus, als hätte man die Sträucher für eine Halloweenparty dekoriert. Doch hier waren Gespinstmotten am Werk.
    Es sieht aus, als hätte man die Sträucher für eine Halloweenparty dekoriert. Doch hier waren Gespinstmotten am Werk. Foto: Josef Abt

    Nicht nur wir Menschen freuen uns über warmes, trockenes Wetter – auch im Garten kreucht und fleucht es. Darunter ist auch Getier, das man nicht so gerne sieht. „An Bäumen und Sträuchern sind zahlreiche Raupen und Gespinste zu entdecken und manche Baumarten sind sogar fast kahl gefressen oder komplett eingesponnen“, beobachtet Markus Orf, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Unterallgäu.

    Was die Pflanzen angeht, rät Orf zu Besonnenheit – nicht immer müsse man Raupen gleich bekämpfen: „Die meisten abgefressenen Pflanzen erholen sich mit dem nächsten Austrieb, dem sogenannten Johanni-Austrieb, wieder.“  Aber: „Beim Menschen können die Haare der Raupen mitunter allergische Reaktionen auslösen.“ Eine Bekämpfung der Tiere sei also nur bei Bäumen sinnvoll, unter denen man sich häufig aufhält, etwa in Parkanlagen, am Badesee oder neben der Terrasse. Zudem rät Orf, Raupen und Nester nicht ohne Schutzausrüstung anzufassen und bei Gartenarbeiten Abstand zu den Gespinsten zu halten.

    Nützlinge im Garten unterstützen den Gärtner

    Orf betont: „Eine große Nützlings-Vielfalt im Garten kann vor Schädlingen schützen.“ Er rät deshalb, Nistmöglichkeiten zum Beispiel für Vögel und Fledermäuse zu schaffen. Auch manche Käfer, Wanzen und Würmer sind nützlich. „Wer die Artenvielfalt in seinem Garten unterstützt, hilft der Natur, sich selbst in Balance zu halten“, fasst er zusammen.

    Hier beschreibt er die häufigsten Schädlinge, die sich bei warmem, trockenem Wetter im Unterallgäu besonders stark vermehren.

    Die Gespinstmotte ist eine schmutzig-gelbe bis grünliche Raupe.
    Die Gespinstmotte ist eine schmutzig-gelbe bis grünliche Raupe. Foto: Markus Orf/Landratsamt Unterallgäu

    Gespinstmotten: Aus schmutzig-gelben bis grünlichen Raupen, die bis zu 20 Millimeter lang werden, entwickeln sich Falter, die man an ihren weißen, gefransten Vorderflügeln mit Punkten erkennt. Die nur wenig behaarten Raupen bilden ein Gespinst und fressen als Gruppe gerne an Apfelbäumen, Weißdorn, Süßkirsche, Traubenkirsche, Schlehe oder anderen Sträuchern. Bei mehrjährigem Befall können sie die Pflanze nachhaltig schädigen. Orf sagt: „Räuberische Wanzen fressen gerne die Eier und Raupen. Und für insektenfressende Vögel sind die Falter ein Leckerbissen.“

    Die Raupe des Frühlingswollafters wird bis zu fünf Zentimeter lang und ist behaart.
    Die Raupe des Frühlingswollafters wird bis zu fünf Zentimeter lang und ist behaart. Foto: Markus Orf/Landratsamt Unterallgäu

    Frühlingswollafter: Der Falter hat am Hinterleib Afterwolle – daher der Name. Auch hier leben die Raupen in Gespinsten, die beutelartig größere Dimensionen annehmen können – bevorzugt an Linde und Birke. Erwachsene Raupen sind rund fünf Zentimeter lang, schwarz und behaart. Sie haben am Rücken rötliche Flecken.

    Die Raupenhaare des Goldafters können allergische Reaktionen hervorrufen.
    Die Raupenhaare des Goldafters können allergische Reaktionen hervorrufen. Foto: Markus Orf / Landratsamt Unterallgäu

    Goldafter: Der Name kommt von der goldgelben Behaarung am Hinterleib des Falters. Die Raupen geben während des Fressens Spinnfäden ab – so spinnen sie ein faustgroßes Nest. Hier überwintern die Raupen, um sich im Folgejahr zu verpuppen. Besonders gerne mag der Goldafter laut Orf Weißdorn, Obstgehölze und Forstkulturen. Die Raupenhaare können allergische Reaktionen hervorrufen und sollten deshalb nicht berührt werden. Wer Gespinste entfernen muss, sollte dies laut Orf bevorzugt im Winter und mit Schutzausrüstung tun.

    Die Raupen des Eichenprozessionsspinners wandern häufig in Prozessionen.
    Die Raupen des Eichenprozessionsspinners wandern häufig in Prozessionen. Foto: Markus Orf / Landratsamt Unterallgäu

    Eichenprozessionsspinner: Die Larven leben an Eichen und sorgen hier für Fressschäden. Die Raupen wandern häufig in Prozessionen, also in mehreren Reihen nebeneinander. Gegen Ende des Larvenstadiums bilden sich am Hinterleib der Raupen Brennhaare aus. Die Raupen fertigen Gespinstnester in Fußballgröße, die mit Resten aus der Häutung und Kot angereichert sind. Befallen werden bevorzugt frei stehende Eichen. Orf warnt: „Auch bereits mehrere Jahre alte Nester können beim Menschen noch Haut- und Atemwegsreizungen hervorrufen. Hier ist besondere Vorsicht geboten.“ Er rät, die Bekämpfung Fachleuten zu überlassen, die auch Gespinste absaugen können. Einige Vögel und Fledermäuse zählen zu den natürlichen Feinden des Eichenprozessionsspinners. (mz)

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