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Rund 400 Eulen bereichern seit Jahrzehnten das Zuhause in Bedernau

Bedernau

Die Sammelleidenschaft kennt keine Grenzen: In diesem Allgäuer Haus leben 400 Eulen

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    Bonnie-Sue May sammelt seit über 50 Jahren Eulen und lebt mit mindestens 400 Exemplaren unterschiedlichster Art in Bedernau.
    Bonnie-Sue May sammelt seit über 50 Jahren Eulen und lebt mit mindestens 400 Exemplaren unterschiedlichster Art in Bedernau. Foto: Kathrin Elsner

    Betritt man das Heim von Bonnie-Sue May, blicken einen aus buchstäblich jedem Winkel die schönsten Eulenaugen an. Mindestens 400 Eulen aus nahezu allen Ländern der Welt gehören zu ihrer Sammlung, die sie eigentlich nie beginnen wollte. Heute kann sie sich ein Leben ohne Eulen nur noch schwer vorstellen.

    Zu den zahlreichen Eulen gesellen sich auch 150 Trachtenpuppen aus aller Welt

    „Ich bin dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind, das war nicht mein Plan“, erzählt die sympathische Heilpraktikerin und lacht, während sie unzählige kleine und größere Eulen aus der ganzen Welt zeigt. „Mir war schon früh bewusst, dass ich nichts wegwerfen kann und deswegen wollte ich nie Sammlungen haben.“ Doch das Schicksal wollte es wohl anders. Ihr Vater sei viel auf Reisen gewesen und stets auf der Suche nach einem schönen Mitbringsel für seine Tochter. Als sie zwölf Jahre alt war, habe er ihr eine eine sehr schöne portugiesische Fischerin in ihrem Hochzeitsgewand als Trachtenpuppe mitgebracht und sie sagte einen Satz, der ihr Wohnumfeld bis heute verändern sollte: „Wenn Dir wieder mal nichts einfällt, kannst Du mir wieder so eine Puppe mitbringen, die ist hübsch.“ Das führte zu einer wunderschönen Sammlung von 150 Trachtenpuppen, die immer noch in ihrer ganzen Pracht in einem Vitrinenschrank sitzen. Doch irgendwann gingen dem Vater die unterschiedlichen Trachten aus.

    Als ihre damals beste Freundin Geburtstag hatte, wünschte diese sich einen bunten Elefanten aus Malaysia. „Ich hab dann zu ihr gesagt: Wie kann man denn Elefanten sammeln, also wenn ich überhaupt irgendein Tier sammeln würde, was ich nicht tue, dann wären es Eulen“, erinnert sie sich, „weil die Eule der Vogel der Weisheit ist, vielleicht färbt’s ab“. Ihr sei damals völlig schleierhaft gewesen, wie man überhaupt so etwas sammeln könne, den Satz habe sie mehr im Scherz ausgesprochen. Vier Wochen später bekam sie von ihrer Freundin die erste Eule zum fünfzehnten Geburtstag. Als ihr Vater diese sah, sei für ihn klar gewesen, was er seinem Töchterlein zukünftig von seinen Reisen mitbringen würde, der Rest ist Geschichte.

    Bonnie-Sue May sammelt seit über 50 Jahren Eulen und lebt mit mindestens 400 Exemplaren unterschiedlichster Art in Bedernau.
    Bonnie-Sue May sammelt seit über 50 Jahren Eulen und lebt mit mindestens 400 Exemplaren unterschiedlichster Art in Bedernau. Foto: Kathrin Elsner

    „Ich hab alles, sogar welche aus Schokolade, aber die esse ich natürlich nicht“, erzählt Bonnie-Sue May und nimmt für´s Fotoshooting eine große Stofftier-Eule in den Arm. Von einer Eulen-Fußmatte über eine Eulen-Lampe, Buchstützen, Windspiel, Blumentopf, Kerzen, Lichtergirlande, Wärmflasche, Kissen, Halsketten, Servietten, Zeichnungen, Fensterbild, Postkarten, Radiergummis, Spardose, Schlüsselanhänger, Türstopper, Handpuppe, Broschen, Schal, T-Shirt bis hin zu Kunstwerken aus Muscheln, Silber, Edelsteinen, Glas, Ton, Wachs, Gips, Bambus, Makramee, Holz und noch so viel mehr, selbst ein von ihrem Vater handgeschnitztes Eulen-Wandbild und eine bemalte Spanschachtel ist dabei. „Nicht eine einzige Eule habe ich selber gekauft, ich habe alle geschenkt bekommen.“ Sogar eine aus einem Teil der Akropolis geschnitzte Eule aus Athen schaut keck aus dem Vitrinenschrank.

    Sogar diese aus einem Teil der Akropolis geschnitzte Eule aus Athen schaut keck aus dem Vitrinenschrank.
    Sogar diese aus einem Teil der Akropolis geschnitzte Eule aus Athen schaut keck aus dem Vitrinenschrank. Foto: Kathrin Elsner

    „Bei mir dauert das Abstauben eine Weile“, erzählt Bonnie-Sue May und nimmt gut gelaunt einen Schluck Kaffee aus ihrer Eulen-Tasse, „ich nehme jede Eule einmal in die Hand und erinnere mich dann, von wem und wann ich sie geschenkt bekommen habe“. Bis Lichtmess hingen auch die 14 Eulen-Weihnachtskugeln selbstverständlich noch am Christbaum.

    Ein Leben ohne Eulen kann sie sich kaum mehr vorstellen

    Haben Sie sich gefreut, dass auf einmal eine Eulensammlung entstanden ist? „Jein“, antwortet sie lachend. „Aber ich freue mich über jede Eule, egal wie sie aussieht und egal wo sie herkommt, weil ich merke, dass da jemand mit Zuneigung an mich gedacht hat und mir eine Freude machen will.“ Und hat die Weisheit inzwischen abgefärbt? „Ich glaube nicht, ich glaub‘, da müssen noch ein paar dazu kommen, bevor das einen nachhaltigen Effekt hat“, sagt sie schmunzelnd.

    Dennoch habe sie nach über 50 Jahren durch ihre Sammlung einen gewissen Draht zu dem außergewöhnlichen Vogel aufgebaut, der genauso nachtaktiv sei wie sie selbst. Besonders freue sie sich, wenn sie mal ein Käuzchen in der freien Natur rufen höre, in einer Falknerei habe sie auch schon mal eine Eule in natura gesehen. Was sie gerne einmal erleben würde: „So eine echte Eule auf meinem Arm, das wär mal was Tolles“. Ein ausgestopftes Exemplar hingegen möchte sie auf gar keinen Fall besitzen. Kann sich die Heilpraktikerin und Osteopathin ein Leben ohne Eulen überhaupt noch vorstellen? „Schwer, ganz schwer“, sagt sie und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Was würde ich denn dann sammeln?“

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