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Eishockey: Darum hört Daniel Oppolzer beim ESV Kaufbeuren auf

Eishockey

Darum hört Daniel Oppolzer beim ESV Kaufbeuren auf

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    Entspannt und mit sich im Reinen: „Oppi“ beim Interview in der Kaufbeurer Innenstadt.
    Entspannt und mit sich im Reinen: „Oppi“ beim Interview in der Kaufbeurer Innenstadt. Foto: Mathias Wild

    Mit 505 Spielen für den ESV Kaufbeuren ist Daniel Oppolzer in einem erlesenen Kreis gelandet. Nur wenige Spieler, darunter sein ehemaliger Mitspieler Max Schmidle, haben diese Marke geknackt. Als Eishockey-Profi werden bei Oppolzer aber keine weiteren Spiele mehr dazukommen. „Meine Profi-Karriere ist zu Ende“, sagt „Oppi“. „Für mich beginnt nun ein neues Kapitel.“

    Als er diese Worte ausspricht, lehnt sich der 32-Jährige zurück und wirkt nicht traurig. Vielmehr vermittelt er ein Gefühl von Zufriedenheit und Stolz auf fast 14 Jahre als Profi, viele positive Erinnerungen und Freundschaften mit Teamkollegen, die sich im Laufe der Spielzeiten entwickelt haben. Und dann wäre da noch die Rolle als Liebling der Kaufbeurer Fans.

    Eine Kaufbeurer Legende? "Das ist mir fast etwas zu viel."

    Aber auch bei diesem Thema bleibt Oppolzer bescheiden. Das Wort „Legende“ nimmt er ungern in den Mund. „Das ist mir fast etwas zu viel“, sagt Oppolzer, der ein Vorbild an Einsatz und Kampfgeist war. „Ich war immer froh, für meinen Heimatverein zu spielen. Und der Kontakt zu den Fans hat mir viel bedeutet, auch wenn es sportlich nicht rund lief“, sagt Oppolzer. „Unbeschreiblich war auf jeden Fall die Choreografie bei meinem Jubiläumsspiel.“ „King Oppi“ stand auf dem riesigen Banner, das sich über die Mittelränge in der Heimkurve erstreckte, dazu ein Porträt des 32-Jährigen samt Krone und Königsmantel. Oppolzer hätte das Banner gerne behalten – aber es war schlicht zu groß.

    Mit einer riesigen „King Oppi“-Choreografie würdigten die ESVK-Fans Daniel Oppolzer bei seinem 500. Einsatz für die Joker.
    Mit einer riesigen „King Oppi“-Choreografie würdigten die ESVK-Fans Daniel Oppolzer bei seinem 500. Einsatz für die Joker. Foto: Mathias Wild

    In den vergangenen Wochen wurde Oppolzer, wie er beim Gespräch in seiner Lieblingskneipe in der Kaufbeurer Innenstadt erzählt, immer wieder auf seinen Abschied angesprochen. Er selber nutzte die neu gewonnene Freizeit, um einige Projekte in Haus und Garten anzugehen. Außerdem genoss der Mann mit den langen Haaren und dem markanten Bart die Ausflüge mit der Familie und Treffen mit Freunden. Ebenfalls hoch im Kurs standen Fernsehabende mit den Spielen der Fußball-Europameisterschaft. „Ich schaue Sport allgemein gerne an“, sagt Oppolzer.

    Oppolzer hält sich weiter fit

    Aber der ehemalige ESVK-Spieler legt nicht nur die Beine hoch. „Ich halte mich schon fit, aber nicht so, als ob ich mich im Sommertraining befinde.“ Schmerzen hatte Oppolzer in seiner entzündeten Schulter, aber auch diese Verletzung sei auf dem Weg der Besserung.

    Ende Mai hatte der Eishockey-Zweitligist den Abgang Oppolzers vermeldet. Der 32-Jährige ist nicht der einzige routinierte Spieler, der dem Verein den Rücken kehrte. Die Joker müssen künftig auch auf die Dienste von Tobias Wörle, Julian Eichinger oder Florin Ketterer verzichten. „Da hat jede Menge Erfahrung den ESVK verlassen“, sagt Oppolzer. „Extrem schade“ sei der Abgang des gebürtigen Kaufbeurers Denis Pfaffengut, der wie Ketterer und Eichinger nach Ravensburg geht. „So ein Eigengewächs will man nicht verlieren. Spieler wie Denis stehen für die Identität des Vereins“, sagt Oppolzer.

    Er selber absolvierte seinen ersten Einsatz für die Profi-Mannschaft am 29. September 2007 beim Auswärtsspiel des ESVK beim EC Peiting (2:3 n. V.). Seinen ersten Treffer für den ESVK erzielte Oppolzer im Heimspiel am Berliner Platz gegen die Saale Bulls Halle am 30. November 2007. Damals lief er noch mit der Nummer 6 auf, später wurde die 69 zu seinem Markenzeichen. Nicht nur beim ESVK genoss der Stürmer Kultstatus, auch in Bad Nauheim (2012 bis 2015) spielte er sich in die Herzen der Fans. „Aber der schönste Moment der Karriere war mein 500. Spiel für den ESVK“, sagt Oppolzer. Schlimme Momente habe er „glücklicherweise“ kaum gehabt – am schlimmsten seien die vielen Zahnoperationen gewesen.

    Oppolzer, der in besagten 505 Spielen 107 Tore erzielte und 151 Assists beisteuerte, hätte sich ein weiteres Jahr im Joker-Trikot vorstellen können. Bei der Bekanntgabe seines Abschieds sprach der Verein von „unterschiedlichen Auffassungen“, was Oppolzers „angedachte Rolle in der Mannschaft“ betrifft.

    Oppolzer wäre gerne noch beim ESV Kaufbeuren geblieben

    Der 32-Jährige sagt dazu: „Ich wäre gern geblieben, aber die sportliche Leitung hat meinen Wert bei Fünf gegen Fünf nicht mehr für gut befunden. Das Zeug dazu hätte ich noch gehabt.“ Nachdem sein Abgang publik geworden war, habe es einige Anfragen von anderen DEL2-Vereinen und Klubs aus der Umgebung gegeben, darunter vom ECDC Memmingen und vom EC Peiting. Vorstellen kann sich der Publikumsliebling, in einer unterklassigen Liga weiter zu spielen. „Ich hätte es aber nicht übers Herz gebracht, als Profi nochmals woanders hinzugehen“, sagt der Stürmer.

    Eine Option könnte beispielsweise der Weg seines Kumpels und Trauzeugen Max Schmidle sein, der sich nach seiner ESVK-Zeit dem Landesligisten ESC Kempten anschloss. Die wichtigste Bedingung für „Oppi“ ist aber, dass ein mögliches neues Eishockey-Engagement im Amateurbereich mit seiner Ausbildung und dem künftigen Job vereinbar ist.

    Der Routinier hat sich bereits im Laufe der vergangenen Saison viele Gedanken um die berufliche Zukunft nach der Eishockey-Karriere gemacht und einen Entschluss gefasst. Jüngere ESVK-Fans könnten ihr Idol dann im Auto kennenlernen – denn Oppolzer will in München die Ausbildung zum Fahrlehrer beginnen und in die Fahrschule seiner Schwiegereltern einsteigen. „Das war immer schon eine Überlegung“, sagt der 32-Jährige. Und bei „Oppis“ Sympathiewerten in Kaufbeuren stehen die Chancen gut, dass der Lieblingsspieler der Fans dann auch zum Lieblingslehrer der Fahrschüler wird.

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