Als beim BLSV-Kreistag in Oberkammlach Uli Theophiel verabschiedet wurde, endete eine Ära. Fast 16 Jahre lang prägte der Niederrieder den Unterallgäuer Sport als Vorsitzender des Kreisverbandes. Eine seiner wichtigsten Amtshandlungen war am Ende die erfolgreiche Suche nach einem geeigneten Nachfolger.
Mit dem 39-jährigen Dirlewanger Benjamin Adelwarth hat Theophiel seinen Wunschkandidaten bekommen. So zumindest wurde es auf dem BLSV-Kreistag kommuniziert. Wer Benjamin Adelwarth kennt – und das tun viele –, der dürfte nicht an den Worten Theophiels zweifeln. Denn der 39-jährige Versicherungsmakler ist einer, der einen Funktionärsposten auszufüllen weiß.
Schon als 19-Jähriger führte Adelwarth einen Verein
Schon mit 19 Jahren hat er sein erstes verantwortungsvolles Amt inne: „Damals wurde ich zum Vorsitzenden des SV Bedernau gewählt“, erzählt Adelwarth. Acht Jahre lang bekleidete er dieses Amt anschließend und brachte in dieser Zeit den Neubau des Sportplatzes sowie die Sanierung der Turnhalle durch. Nachdem er in Bedernau sein Amt abgegeben hatte, wirkte er beim Fußballkreis Allgäu zunächst acht Jahre als Spielgruppenleiter für das Unterallgäu, um dann für vier Jahre den Kreisvorsitz zu übernehmen. Aufgrund dieser Funktionärstätigkeiten beim Bayerischen Fußballverband (BFV) sei er vielen Vereinen bereits bekannt, mutmaßt Adelwarth.
Nachdem er aus familiären Gründen nach seinem Rückzug beim BFV einige Jahre sämtliche Funktionärstätigkeiten auf Eis legte, sei die Anfrage Theophiels im Frühjahr zum genau richtigen Zeitpunkt gekommen. „Witzigerweise habe ich kurz vorher mit meiner Frau darüber geredet, dass ich gerne wieder etwas machen würde“, erzählt Adelwarth. Als es von ihr und vom gemeinsamen Sohn dafür grünes Licht gab, fiel die Entscheidung, Nachfolger des langjährigen BLSV-Kreisvorsitzenden Uli Theophiel zu werden, recht schnell.
Erste Amtshandlung: viel Lesen
„Ich bin einer, der sich gerne in den Dienst der Allgemeinheit stellt“, sagt Adelwarth über sich. Dass dies keine leeren Versprechungen sind, hat er bereits bei seinen bisherigen Ämtern bewiesen. Nun geht es für ihn darum, sich in die Materie tiefer einzuarbeiten. „Ich kenne mich schon einigermaßen aus im Sport und im Verbandswesen. Aber ich muss ja irgendwann auch tiefergehende Fragen, etwa nach Anträgen und so weiter beantworten können“, sagt er. Dafür werde er sich in den kommenden Wochen durch diverse Aktenordner kämpfen.
Allerdings wird er nicht alles auf seine Schultern legen. Schon sein Vorgänger habe alles richtig gemacht damit, dass er bestimmte Bereiche an andere abgegeben habe. Der Sportstättenbau oder die Jugendförderung haben seitdem eigene Referenten, die sich mit dieser Materie befassen. „Das war richtig und wichtig“, sagt Adelwarth, der seine Aufgabe als BLSV-Kreisvorsitzender in erster Linie als Repräsentant des Verbandes sieht.
Auch er kann sich in den kommenden fünf Jahren – so lange dauert eine Amtszeit – auf verlässliche Mitstreiter stützen. So werden ihm als Stellvertreter Thilo Mang (Vorsitzender TSV Kammlach) und Karl Beck (Vorsitzender SC Unterrieden) zur Seite stehen. Beide sind ebenfalls langjährige Vereinsvorsitzende und kennen den BLSV als Verband. Dass die beiden auch aus dem östlichen Unterallgäu, also diesseits des Kohlbergs, kommen, stellt für Adelwarth kein Problem dar. „Der Raum Memmingen ist im BLSV-Kreisverband durch einige Posten vertreten“, sagt er.
Gesucht wird noch ein Sportabzeichenreferent
Seine neue Aufgabe geht Adelwarth jedenfalls mit Elan an. Den Vereinen stellte er sich vor Kurzem schon einmal per E-Mail vor. Viel ändern will er vorerst nicht, warum auch: „Der Laden steht sehr gut da. Auch der Übergang war wirklich vorbildlich“, sagt Adelwarth. Das einzige, was er in den kommenden Wochen unbedingt angehen müsse, sei die Neubesetzung des Sportabzeichenreferats. Denn neben Uli Theophiel und dessen Stellvertreter Konrad Kleiner hat sich auch der langjährige Sportabzeichenreferent Rudi Broda zurückgezogen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Baustelle auch bald schließen“, sagt Adelwarth.
Ansonsten habe er sich ein ganz spezielles Projekt vorgenommen: Er will in den kommenden fünf Jahren seiner ersten Amtszeit alle 44 Sportarten, die in den 195 Vereinen im BLSV-Kreis Unterallgäu-Memmingen angeboten werden, einmal selbst ausprobieren und erleben. In einem Blog will er dann über seine Erfahrungen und Begegnungen berichten. „Ich will diese Sportarten, egal ob Tauziehen oder Kanufahren, selber kennenlernen“, sagt der 39-Jährige, der angibt, früher Schulmeister im Badminton gewesen zu sein. „Ich fühle mich im Sport einfach zuhause“, sagt er.
Während der Corona-Zeit habe er sich wieder gewissenhafter sportlich betätigt. „Ich bin viel gelaufen, habe Fitness gemacht und dabei 20 Kilo abgenommen“, sagt er und ist froh, dass der Zulauf bei den Sportvereinen nach der Coronadelle wieder zunimmt. „Es ist wieder ein Gegentrend zu sehen – und den wollen wir weiter fördern.“ Allerdings weiß Adelwarth auch um die aktuellen Herausforderungen – Stichwort Energiekosten – der Vereine. Hierzu konnte er am Wahlabend den Vereinen bereits die gute Nachricht verkünden, dass die Politik die Vereinspauschale für 2023 erneut verdoppelt habe. „Daran sieht man, dass die Verbandsarbeit des BLSV durchaus wichtig war.“