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Robert Seitz aus Apfeltrach ist Deutscher Meister im Radtourenfahren

Radsport

Unaufhaltsam zum Titel: Robert Seitz fährt sich mit über 21.000 Kilometern an die Spitze

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    Im Trainingslager in Südfrankreich fährt Robert Seitz auch den legendären "Col de la Madone" mit einem Lächeln.
    Im Trainingslager in Südfrankreich fährt Robert Seitz auch den legendären "Col de la Madone" mit einem Lächeln. Foto: Privat

    Mit einem Lächeln sitzt Robert Seitz vor der digitalen Auswertung seiner Rennradfahrten 2025: Kein Wunder, die Zahlen sprechen für sich.

    21.639 gefahrene Kilometer, über 797 Stunden auf dem Rennrad, 191.322 bergauf überwundene Höhenmeter, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 29 km/h. Und das Ganze „ohne Druck, es muss Spaß machen“, sagt Seitz, der mit diesen Zahlen einen Titel errang.

    Von seinem ersten Lehrlingsgehalt kauft sich Robert Seitz ein Rennrad

    „Das Ziel war eigentlich die bayerische Meisterschaft, dass es für die deutsche Meisterschaft reicht, hätte ich nicht gedacht“, freut sich Robert Seitz. Seitdem er sich mit 15 Jahren von seinem ersten Lehrlingsgehalt sein erstes Rennrad kaufte, sei die Anzahl der gefahrenen Kilometer kontinuierlich gestiegen. „Wenn man älter wird, muss man an den Kilometern schrauben“, findet der 57-jährige Maler- und Lackierermeister, der 2002 den Malerbetrieb seines Vaters in Apfeltrach übernahm.

    „Das Rennradfahren gibt mir Ruhe für den Kopf, das ist bei einem Selbstständigen sehr wichtig.“ Fast täglich steigt der ambitionierte Hobbysportler für drei bis vier Stunden auf eines seiner sechs Rennräder. Das untere Limit sei für ihn 80 Kilometer pro Fahrt. Die Natur vom Fahrrad aus zu erleben, im Frühling an blühenden Löwenzahnwiesen vorbei, im Herbst in die Sonnenuntergänge hinein, sei einfach unbeschreiblich schön. „Wenn ich mit 30, 35 und vielleicht noch ein bisschen Rückenwind auf einer Geraden dahinrolle, dann schwebt das Fahrrad. Das ist so eine Leichtigkeit“, schwärmt er.

    Es geht schon einmal nonstop an den Gardasee

    Sportliche Höchstleistungen gehören für ihn genauso dazu. Im Jahr 2025 zählte seine längste Fahrt 250 Kilometer, auch die doppelte Strecke schaffte er vor einigen Jahren mit vier Teamkollegen schon an einem einzigen Tag. „Wir haben nicht gewusst, ob das geht“, erinnert sich Robert Seitz. Deshalb seien die Rennradbegeisterten testweise vorher zum Brenner und wieder zurück gefahren, bevor sie sich an eine 500 Kilometer lange Strecke vom Unterallgäu durch die Schweiz und Liechtenstein, rund um den Bodensee, in den Schwarzwald und wieder zurück wagten. „Das war schon eine ganz schön coole Aktion.“

    Mit 21.639 auf dem Rennrad gefahrenen Kilometern wird Robert Seitz aus Apfeltrach in seiner Altersklasse Deutscher Meister im Radtourenfahren.
    Mit 21.639 auf dem Rennrad gefahrenen Kilometern wird Robert Seitz aus Apfeltrach in seiner Altersklasse Deutscher Meister im Radtourenfahren. Foto: Gabriele Seitz

    Und längst nicht die Einzige. Vor drei Jahren fuhr er 400 Kilometer Nonstop an den Gardasee und am nächsten Tag wieder nach Hause, im Folgejahr die noch deutlich anspruchsvollere Strecke zum Comer See und über den Splügelpass mit 52 Kehren wieder zurück.

    Es ist die Motivation, körperlich topfit zu bleiben

    Neben aller empfundenen Freude sei eine große Motivation, körperlich topfit zu bleiben. „Der Sport ist mein ganzes Leben, von der Jugend weg, ich finde das cool.“ Rund 15 Jahre lang war er bis hin zur Europameisterschafts-Teilnahme aktiver Triathlet, betrieb hiernach viele Jahre extensiv Laufsport und konzentrierte sich in den vergangenen acht Jahren mit großer Begeisterung und ohne Druck aufs Rennradfahren. „Es muss immer Spaß machen, ich steige nie aufs Fahrrad, wenn ich keine Lust hab.“

    Auch zu geschäftlichen Besichtigungsterminen fährt er gerne auf zwei Rädern. „Das kommt bei den Kunden mega gut an, wenn du als sportlich dynamischer Chef da ankommst“, grinst er. Für den Veloclub Mindelheim fährt er immer wieder Rennen – jedoch mit Bedacht, denn der Gedanke „du bist selbstständig, es darf nichts passieren“, sei immer im Hinterkopf. Vollgas gibt er im Winter immer wieder bei virtuellen Rennen auf der Rolle, an denen schon mal zehn- bis fünfzehntausend Menschen weltweit teilnehmen. „Auch in meinem Alter werden noch 300 Watt über mindestens eine halbe Stunde getreten, das ist schon richtig heftig.“

    Wer will, kann am Sonntag mit Robert Seitz eine Rennradtour fahren

    Auf seine Ernährung achtet er deswegen aber nicht sonderlich. „Habe ich noch nie. Ich esse das, was ich will, und in riesigen Mengen.“ Und das kann er bei 431.522 im Jahr 2025 auf dem Rennrad verbrauchten Kilokalorien auch ohne weiteres. Seine zweite große Leidenschaft sei die Fotografie, die für ihn pure Entspannung bedeute. Als begeisterter Bergsteiger und Skitourengeher schleppt der Vorsitzende des Fotoclubs Mindelheim auch gerne einen 25-Kilogramm schweren Rucksack mit Fotoausrüstung mit auf den Berg.

    Sein Jahresziel auf dem Rennrad seien stets „lockere“ 15.000 Kilometer, der härteste Tag der 1. Januar. „Dann steht der Tacho auf null, das ist brutal.“ Aktuell zählt dieser schon wieder rund 6.000 Kilometer, synchronisiert sich nach jeder Fahrt online zu Hause und macht das Vergleichen mit Kollegen möglich. „Momentan bin ich in Bayern auf dem ersten Platz, was das Radtourenfahren angeht“, freut sich der frisch gebackene Deutsche Meister, mit dem heimische Rennradbegeisterte schon bald gemeinsam radeln können. Der Veloclub Mindelheim wird am Sonntag, 19. April, Gastgeber des 3. Laufs der neuen „Schwaben Gravel Trophy“ sein. Als Zusatzangebot gibt es auch eine Rennradtour über 88 Kilometer, die Robert Seitz führen wird.

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