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168 Kilo abgenommen: Wie der Allgäuer Schiedsrichter Christian Hatzelmann so viel Gewicht verlor

Landkreis Unterallgäu

Wie dieser Allgäuer Schiedsrichter es geschafft hat, 168 Kilo abzunehmen

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    Vor drei Jahren begann Christian Hatzelmann aus Eppishausen, Gewicht zu verlieren. Der Schiedsrichter hat seitdem 168 Kilogramm abgenommen.
    Vor drei Jahren begann Christian Hatzelmann aus Eppishausen, Gewicht zu verlieren. Der Schiedsrichter hat seitdem 168 Kilogramm abgenommen. Foto: Axel Schmidt

    „Wie lange wollen Sie noch leben – drei oder vier Jahre?“ Es ist diese eine Frage, die Christian Hatzelmann vor drei Jahren dazu bewog, ein neues Leben zu beginnen. Die Frage hatte ihm Dr. Heinz Schlosser vom Adipositaszentrum am Memminger Klinikum geradeheraus gestellt. Vor dem Arzt stand Mitte Juli 2022 ein 39-Jähriger aus Eppishausen, der zu diesem Zeitpunkt stattliche 280 Kilogramm wog. Auf den Fußballplätzen der Region war Christian Hatzelmann bekannt: Er war Woche für Woche als Schiedsrichter der Gruppe Südschwaben im Einsatz. Doch irgendwann ging es nicht mehr.

    In drei Jahren nimmt Hatzelmann 168 Kilogramm ab

    „Als mir Dr. Schlosser diese Frage so direkt stellte, kam ich schon ins Überlegen: Mit nicht einmal 40 Jahren hat man sein Leben ja eigentlich noch vor sich“, erzählt Hatzelmann heute. Von den 280 Kilogramm sind mittlerweile nur noch 112 Kilogramm übrig geblieben: Christian Hatzelmann hat also in den vergangenen drei Jahren 168 Kilogramm abgenommen – und damit auch Dr. Schlosser und seine Kollegen in Memmingen überrascht.

    Doch wie kam es überhaupt dazu, dass sich Hatzelmann in ärztliche Behandlung begeben musste? „Ich war schon immer groß und kräftig. Ich habe essenstechnisch auch nichts ausgelassen“, erzählt Hatzelmann, der als Polier im Straßenbau arbeitet. Dass sich sein Übergewicht krankhaft entwickelte, sei zu einem Teil erblich bedingt, zu einem Teil der mangelnden Bewegung in seinem Beruf geschuldet, erklärt er.

    Die Corona-Pandemie legt den Spielbetrieb lahm – und Hatzelmann damit auch

    Als Ausgleich hat er zwar die Schiedsrichterei eifrig betrieben, doch als dann die Corona-Pandemie den Spielbetrieb vor fünf Jahren zum Erliegen brachte, fehlte auch diese Bewegung. „Nach der Pandemie war es lauftechnisch nicht mehr möglich“, sagt Hatzelmann. Er legte eine einjährige Pause ein, versuchte, mit Diäten Gewicht zu verlieren. „Doch es kam immer zum Jo-Jo-Effekt“, so der heute 42-Jährige.

    Die Konsequenz war letztlich, dass sich Hatzelmann im Memminger Adipositaszentrum vorstellte. Dort wurde ihm eine Magenverkleinerung in Aussicht gestellt – allerdings unter der Voraussetzung, dass er erst einmal an Gewicht verliert. Von da an war Disziplin sein zweiter Vorname. „Ich habe mich an alle Anweisungen gehalten und strikt nach der Waage gegessen“, erzählt Hatzelmann. Innerhalb eines halben Jahres waren so schon 65 Kilogramm herunter.

    Bei den Ärzten gilt er als Paradebeispiel

    Für die behandelnden Ärzte um Dr. Schlosser sei er „das Paradebeispiel gewesen, dass so etwas geht“, so Hatzelmann. Der Lohn dafür: Er sollte bereits im Januar 2023 seine OP zur Magenverkleinerung erhalten. Von da an schwor Hatzelmann dem Alkohol komplett ab. „An Silvester 2022 gab es noch ein Tröpfchen, seitdem habe ich nichts mehr getrunken“, sagt er. Die OP habe er dann gut überstanden, er hatte keinerlei Einschränkungen. Vier Wochen nach der Operation sei er schon wieder auf der Baustelle gewesen.

    Seinen Essensplan hat er seitdem radikal umgestellt. Er isst jetzt zwar fünfmal am Tag, dafür aber kleinere Portionen. Und immer mit viel Eiweiß. „Quark, Fisch, Fleisch – ich kann alles essen“, sagt er. Wenn ihm Eiweiß fehlt, merkt er das sofort: „Die Konzentration geht dann flöten“, sagt er. Deswegen genehmigt er sich mittlerweile auch in der Halbzeit von Fußballspielen einen Eiweiß-Shake, wenn er ein Spiel leitet. „Das gibt dann richtig Power.“

    In diesem Jahr hat Hatzelmann schon 30 Spiele gepfiffen

    Im vergangenen Jahr hat er schon wieder 50 Spiele geleitet, in diesem Jahr sind es bereits 30 Spiele. Auch sonst ist die Lebensqualität wieder zurückgekehrt. Er gehe wieder ins Schwimmbad oder in die Sauna. Dinge, auf die er vor einigen Jahren noch verzichtet hat. „Ich bin heuer schon 1800 Kilometer mit dem Rad gefahren“, sagt er stolz. „Ich bin wieder richtig aktiv.“ Das nimmt auch sein Umfeld wahr: Von den Kollegen und Vorgesetzten gebe es nur positive Rückmeldungen, erzählt Hatzelmann.

    Die überschüssige Haut am Oberkörper und den Armen störte weder ihn noch seine Freundin. „Eine weitere OP, bei der man diese entfernt, wird mir von der Krankenkasse nicht bezahlt“, sagt er. Bis zu 15.000 Euro könnte diese kosten. Das ist ihm zu viel, zumal er keine körperlichen Nachteile wie wunde Stellen hat. „Ich brauche weder Puder noch Cremes.“

    Bei aller Selbstdisziplin, die ihn so weit gebracht hat, ist der 42-Jährige aber auch vielen Menschen dankbar: seinen Eltern, seiner Schwester und seiner Freundin sowie seinem besten Freund, die ihn in all der Zeit immer unterstützt haben. „Für diesen Rückhalt bin ich ihnen sehr dankbar.“ Manchmal müsse ihn seine Freundin mittlerweile sogar bremsen. „Ich habe einfach so viel positive Energie in mir“, sagt er. Die will er nun wieder vermehrt auf den Fußballplätzen der Region einsetzen: „Ich will so viele Spiele wie möglich pfeifen. Auch wenn es mal drei Spiele pro Wochenende sind.“

    Dieser Artikel zählt zu unseren Favoriten aus dem Jahr 2025. Er stammt aus dem Archiv, aber wir wollten Ihnen die Lektüre noch einmal ans Herz legen. Zuerst wurde er am 3. August veröffentlicht. 

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