Es klingt fast ein wenig nach Beschwörung, wenn Roland Ahne den neuen Stadtrat mit dem Mindelheimer Leitspruch „Nur Einklang bringt Wohlklang“ zu einer weiterhin harmonischen Zusammenarbeit auffordert. Denn Fakt ist: Nach der Wahl der Stellvertreter von Bürgermeister Michael Schindler zeigt die bisherige Harmonie zumindest leichte Risse.
Auch die Freien Wähler haben für ihren Anspruch auf einen Stellvertreterposten gute Argumente
Dass die CSU ihren Stimmenkönig Manfred Salger ins Rennen geschickt hat, ist einerseits nachvollziehbar: Wenn ein Kandidat 4430 Stimmen sammelt, kann man darin durchaus einen klaren Wählerauftrag sehen. Andererseits kann man aber auch die Freien Wähler verstehen: Sie argumentieren, dass CSU und SPD mit ihrem gemeinsamen parteilosen Kandidaten bereits den Ersten Bürgermeister stellen. Außerdem sind sie die zweitstärkste Fraktion im Stadtrat und haben bei der Wahl – im Gegensatz zu CSU und SPD – keinen Sitz eingebüßt. Da liegt es nahe, dass auch sie Anspruch auf einen Stellvertreterposten erheben, zumal Roland Peter das Amt des Dritten Bürgermeisters in den vergangenen Jahren zur allgemeinen Zufriedenheit ausgeübt zu haben scheint.
Zur Wiederwahl hat es für ihn trotzdem nicht gereicht – obwohl ihm 3190 Wählerinnen und Wähler ihre Stimme gegeben haben und Ahne 227 weniger. Klar, das ist Demokratie, aber möglicherweise nicht der beste Start in die neue Stadtrats-Amtszeit.
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