Das Wetter draußen hatte eher was von nass-kaltem November, als die Blaskapelle des Türkheimer Orchestervereins ihr Frühlingskonzert veranstaltete. „Eine Stunde musikalische Auszeit vom Alltag“, hatte der Verein versprochen. Und so wurde dieser Nachmittag zu einer musikalische Reise durch die Zeiten und in fremde Welten. Gleich zu Beginn ging es in den Weltraum: Der Komponist von „Baba Yetu“ („unser Vater“ auf Swahili) hatte sich von einer Aufnahme der Erde aus dem All zu seinem erst ruhigen, dann mitreißenden Stück inspirieren lassen. Danach ging es in die afrikanische Steppe, mit Songs aus dem „König der Löwen“. Die Musikerinnen und Musiker interpretierten die bekannten Melodien mal beschwingt („Hakuna Matata“), mal verträumt oder kraftvoll („Circle of Life“). Besonders emotional wurde es bei „Deep River“, einem für Blasorchester arrangierten christlichen Spiritual, das von der Sehnsucht nach Freiheit und Frieden erzählt. Nach „Lord of the Dance“, der Musik aus der irischen Tanzshow, hätte man den Musikern gerne ein paar Minuten zum Durchatmen gegönnt. Die eingängigen keltischen Songs beginnen zwar mystisch-ruhig, steigern sich dann aber zu rasantem Tempo. Nach einem Abstecher in die schottischen Highlands, mit der Dudelsack-Melodie aus „Highland Cathedral“, wurde es zum Abschluss noch einmal alpenländisch: in dem für Blasorchester arrangierten Jodler „der Verliebte“. Eine wunderschöne Melodie, die nicht nur die über 200 Zuhörer anrührte, sondern auch die Musiker selbst. Sie sei noch ganz ergriffen, sagte die Vorsitzende Miriam Schwelle, die sich bei Dirigent Christian Schick bedankte, der „aus diesem Haufen“ eine musikalische Einheit geformt habe. Erst nach der Zugabe „Don’t Stop Believin‘“ entließ der Orchesterverein seine begeisterten Besucher in den grauen Aprilsonntag. Diesmal aber mit ein paar wärmenden Gedanken und Gefühlen im Gepäck.
Türkheim
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