Wie geht es Ihnen und wobei stören wir Sie gerade?
SABRINA DEUBLER (VORSITZENDE DES VEREINS „DIE HONIGBIENE WERTACHTAL“): Jetzt ist die Bienensaison im Gange und ganz traditionell beginnen die Bienen im Mai schwarmtriebig zu werden, das heißt, sie bilden Nachschaffungszellen, um neue Königinnen heranzuziehen. Somit haben die Imker nun allerhand zu tun. Bei den regelmäßigen Kontrollen müssen sie beobachten: Wie agiert das Volk? Ist das Brutbild der Königin in Ordnung? Muss der Drohnenrahmen entfernt werden? Ich komme gerade von meinem Brutschrank, denn es sind schon ein paar Königinnen geschlüpft, die nun ein kleines Volk für ihren Hochzeitsflug benötigen und versorgt werden müssen.
Was fasziniert Sie an Ihren Bienen?
DEUBLER: Da gibt es viel zu erzählen: zum einen den Aufbau des Bienenvolks und wie alles mit der Königin und deren Pheromonen zusammenhängt. Auch wie die Bienen untereinander über Brut, Honig und die nächste Trachtquelle kommunizieren, ist faszinierend. Zum anderen beeindruckt aber auch die Vielfalt und Kraft der Api-Produkte, also von Propolis, Pollen, Honig und dessen Inhaltsstoffen. Ein Bienenvolk ist so vielfältig und mit nichts zu vergleichen. Das Faszinierendste am Imkern jedoch ist, dass wir versuchen, den Bienen alles recht zu machen und zu helfen, wo es nur geht – obwohl sie sich selbst schon gut genug regulieren können. Oft ist weniger dann doch mehr. So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich am Bienenstock zu arbeiten, bringt am Ende meist den größten Erfolg.
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