Der letzte noch fehlende Baustein zum Neu-Ulmer Stadtjubiläum nennt sich „Extraschicht“ – und die legen die Beschäftigten von zwei Dutzend Unternehmen am Freitag, 17. Mai, für die Bürger ein. 25 große und kleine Betriebe öffnen an diesem Tag von 16 bis 22 Uhr ihre Tore und gewähren den Besuchern einen Blick hinter die Kulissen der heimischen Wirtschaft. Es gibt Vorführungen, Mitmachangebote und Führungen durch Fabrikhallen, Werkstätten und Ausstellungsräume. „Die Besucher werden Teile der Firmen zu sehen bekommen, die sonst für die Augen der Öffentlichkeit verschlossen bleiben“, verspricht der Neu-Ulmer Wirtschaftsbeauftragte Bernd Neidhart, der die Großveranstaltung zusammen mit den Firmen organisiert.
Warum findet die „Extraschicht“ an einem Freitag statt und nicht etwa am Samstag oder Sonntag? Neidhart hat sich dabei an ähnlichen Veranstaltungen orientiert, die es bislang deutschlandweit gab, und die setzten alle auf den Freitag. Wobei der Beitrag der Neu-Ulmer Wirtschaft zum Stadtjubiläum deutlich größer ausfällt als zunächst erwartet – am Anfang ging Neidhart von zehn teilnehmenden Firmen aus, dann von 20, schließlich wurden es sogar 25. Die große Resonanz ist für Oberbürgermeister Gerold Noerenberg „ein Stück weit ein Bekenntnis zu Neu-Ulm“. Das Stadtjubiläum mit insgesamt mehr als 100 Veranstaltungen sei für alle da. „Hierzu gehört selbstverständlich auch die Wirtschaft, der Motor unserer Stadt“, sagt Noerenberg.
Das bieten Carl Götz, Harder Logistics und die Hochschule
Die Unternehmen organisieren ein abwechslungsreiches Programm auf ihrem Gelände. Evobus präsentiert Produkte vom Oldtimer bis zum neuesten Doppeldeckerbus und gibt mit dem „Future-Bus“ Einblicke in das autonome Fahren. Das Holzgroßhandelsunternehmen Carl Götz zeigt neue Wege der Möbelproduktion – mit einer Planungssoftware für den Schreiner um die Ecke – und stellt Jobs im Holzhandel vor. Settele bietet Führungen durch die Spätzle-Produktion an. Harder Logistics zeigt auf einer Großleinwand, was das Unternehmen macht: zum Beispiel Industrieverlagerungen weltweit, aber auch 1700 Privatumzüge im Jahr. Bei der Hochschule Neu-Ulm können Besucher die Labors besichtigen und sich von der HNU-Band unterhalten lassen. Die Kreishandwerkerschaft präsentiert in der Berufsschule 130 verschiedene Berufe. Dort darf man zum Beispiel bei Metzgern und Schreinern mitmachen. Beim Nutzfahrzeug-Spezialist Wilhelm Mayer, einem der ältesten Neu-Ulmer Familienbetriebe, gibt es einen Mitmachparcours, bei der Firma Welte Fahrten im Hochregallager.
Das Busunternehmen Gairing feiert ebenfalls Jubiläum
Unter den teilnehmenden Unternehmern sind „bekennende Neu-Ulm-Fans“ wie Susanne Brosig-Wuchenauer vom Autohaus Wuchenauer. Und manche Betriebe feiern selbst Jubiläum: Zimmer Medizinsysteme etwa wird 50 Jahre alt, das Busunternehmen Gairing 70. Dessen Chefin Sandra Schnarrenberger stellt gemeinsam mit den Firmen Baur, Braunmiller, Probst, Neubus und Oster einen Shuttleservice auf die Beine. Schließlich erwartet die Stadt etwa 10000 Besucher, und die sollen möglichst nicht alle mit dem eigenen Auto kommen. Insgesamt zwölf Busse fahren ab 16 Uhr im Acht-Minuten-Takt auf drei „Extraschicht“-Linien von Firma zu Firma. Sammelparkplätze gibt es an der Ratiopharm-Arena, der Hochschule, bei Evobus, an der Glacis-Galerie und bei Möbel Mahler. Der Eintritt bei den Firmen ist jeweils frei. Besucher können einfach spontan vorbeischauen. Für die Führungen ist teilweise vor Ort eine Anmeldung erforderlich.
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