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Auch Streiten will gelernt sein

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Auch Streiten will gelernt sein

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    Wenn Schüler streiten, dann beginnt die Arbeit der sogenannten Mediatoren. Das sind Streitschlichter, die zwischen den Schülern vermitteln wollen. Ziel ist es, dass die Streithälse selbst eine Lösung für ihr Problem erarbeiten. Viele Schulen setzten mittlerweile auf das Modell Mediation. Foto: dpa
    Wenn Schüler streiten, dann beginnt die Arbeit der sogenannten Mediatoren. Das sind Streitschlichter, die zwischen den Schülern vermitteln wollen. Ziel ist es, dass die Streithälse selbst eine Lösung für ihr Problem erarbeiten. Viele Schulen setzten mittlerweile auf das Modell Mediation. Foto: dpa Foto: dpa

    Wie sind Sie dazu gekommen, das Projekt Mediation zu übernehmen?

    Lübeck: Ein Lehrerkollege fragte mich, ob ich das Projekt weitermachen würde. Am Anfang war war ich völlig unerfahren auf dem Gebiet, wusste nichts über Mediation. Bei einer Lehrerkonferenz ist dann Frau Finking auf mich zugekommen und hat gesagt, dass sie gerne mitmachen würde.

    Finking: Wir sind dann zusammen auf Fortbildung gefahren und dort haben wir zum ersten Mal Erfahrungen gesammelt, wie Mediation abläuft. Im Groben wussten wir das zwar schon, aber durch diese Woche sind wir vertieft ins Thema eingestiegen. So konnten wir unsere eigenen Ideen besprechen und planen, pro Schuljahr eine Ausbildung für Streitschlichter an der Schule anzubieten, was vorher nicht gegeben war.

    Neue Streitkultur in der ganzen Schule

    Lübeck: Der Elternbeirat steht voll hinter der Sache und finanziert die Ausbildung. Für ihre Inhalte haben wir uns an einem Nachmittag zusammengesetzt und alles besprochen.

    Finking: Ja, das war ein längerer Nachmittag. Aber es hat Spaß gemacht, die ganzen Ideen zu entwickeln, sich zu überlegen, wie machen wir was, an welchem Tag. Wir lernen auch immer wieder neu, wenn Fälle zum Beispiel nicht so laufen, wie wir uns das gedacht haben. Manchmal verändern wir dann auch Inhalte der Ausbildung.

    Welchen Zweck verfolgt die Mediation?

    Finking: Für uns geht es noch einen Schritt weiter als um die bloße Streitschlichtung. In der Schule soll eine gewisse Streitkultur entstehen, in der die Schüler versuchen, den Streit selber zu lösen. Das nächsthöhere Ziel ist, dass die, die schon mal in der Streitschlichtung waren, lernen, respektvoll miteinander umzugehen.

    Lübeck: Ja, denn genau das wird gerade verlernt. Ich weiß nicht, woher das kommt, aber was mir aufgefallen ist, dass gerade in den letzten drei Jahren für Hänseleien, die früher nichts waren, sehr schnell das Wort Mobbing verwendet wird. Früher wurde das ausdiskutiert oder man hat sich mal gestritten. Dann war das schlichtweg kein Thema mehr. Doch das haben viele Schüler heute verlernt. Mit der Mediation lernen sie wieder, solche Dinge selber zu regeln. Es wird diskutiert und dann auch eine Lösung gefunden.

    Welche Ergebnisse konnten Sie bereits mit der Mediation erzielen?

    Finking: In den drei Jahren sind die Fälle, die behandelt wurden, durchweg positiv ausgefallen. Kleine Streitereien konnten geschlichtet werden. Allerdings gibt es hin und wieder Schüler, die nichts aus der Mediation mitnehmen und weiter streiten und nicht lernen wollen, wie man sich gegenüber anderen richtig verhält.

    Lübeck: Ich finde es stark, wie viele Schüler in die Mediation kommen und das auch ernst nehmen und wie viele Mediatoren es gibt, die wirklich schlichten wollen. Mediation ist in den vergangenen Jahren sowohl im Ansehen der Lehrer als auch der Schüler gestiegen.

    Dieser Meinung sind auch Lara-Tabea Schreier (19) aus Senden und Sebastian Martin (17) aus Illerberg, zwei Mediatoren, die schon einige Jahre mit dabei sind und regelmäßig bei Streit zwischen Schülern eingreifen. K!ar.Text haben sie von ihren Erfahrungen berichtet.

    Warum seid ihr Mediatoren geworden?

    Lara: Ich fand es gut, Schüler dabei unterstützen zu können, ihre Konflikte zu lösen. Außerdem hat man die Möglichkeit, ihnen zu helfen, dass sie miteinander auskommen.

    Ein Streit kann schnell eskalieren

    Sebastian: Bei mir war es so, dass Herr Lübeck auf mich zugekommen ist und fragte, ob ich Lust habe, bei der Mediation mitzumachen. Ich hatte keine Ahnung davon, man musste mir das erst einmal erklären. Ich konnte mich am Anfang noch nicht entscheiden, aber dann bin ich doch dabei geblieben.

    Welchen Nutzen seht ihr in der Mediation?

    Sebastian: Jede Mediation ist eigentlich gut und erfolgreich abgelaufen, daher sehe ich darin schon einen sehr großen Nutzen.

    Lara: Ein Streit in der sechsten Klasse zum Beispiel kann in der Oberstufe eskalieren, wenn er nicht gleich behoben wird. Anfangs sind nur zwei bis drei Leute verwickelt, später kann eine ganze Klasse beteiligt sein. Deswegen finde ich die Mediation wirklich gut und sinnvoll.

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