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Ulm

25.09.2018

Aus diesem Loch wächst ein neuer Stadtteil

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Der symbolische Grundstein für das Bauprojekt im Ulmer Dichterviertel wird gelegt. Im Hintergrund das bereits fertig gestellte Gebäude, in dem das Leonardo-Hotel, Büros und Wohnungen untergebracht sind. <b>Foto: Andreas Brücken</b>
Bild: Andreas Brücken

Jetzt wird das zweite markante Gebäude im neuen Ulmer Dichterviertels gebaut. Das Vorbild steht in New York.

Dass hier in ein paar Jahren ein neues Stadtviertel entstehen soll, ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen – auch wenn das erste große Gebäude schon seit Frühjahr genutzt wird und die Firmen das zweite von nun an in die Höhe bauen. 111 Mikro-Appartements und 59 seniorengerechte Wohnungen entstehen zwischen Blaubeurer Tor und Ulmer Hauptbahnhof. Am Montag hat ein Betonmischer den symbolischen Grundstein gegossen – und dabei eine Zeitkapsel mit Erinnerungsstücken an die Entstehung und Entwicklung des Bauprojekts eingeschlossen. Im zweiten Quartal 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Direkt neben der Baugrube steht bereits das markante Leonardo-Hotel – im gleichen Gebäude sind Büros, Dienstleistungsflächen, Konferenzräume und Wohnungen untergebracht. Das Gebäude nebenan trägt den unscheinbaren Projektnamen U2 und wird noch einmal auffälliger aussehen als das Hotel mit seiner Glasfassade und dem zurückgesetzten Dachgeschoss. „Architektonisch haben wir uns an internationalen Größen orientiert“, sagte Nikolai Staiger, Leitung Projektentwicklung bei der Investorenfirma Pro Invest, bei der sein Vater Rainer Geschäftsführer ist. Das Gebäude wird keilförmig errichtet und läuft an einer Seite mit einer abgerundeten Spitze zu. Baubürgermeister Tim von Winning verglich das neu entstehende Haus mit dem 22 Stockwerke hohen Flatiron Building in New York. „Ganz so hoch wird es nicht, aber es wird ein sehr städtischer Ort werden“, sagte er.

Das Dichterviertel in Ulm soll ein ruhiger Stadtteil werden

Durch die Häuser soll vom lauten Verkehr auf dem Hindenburgring in Zukunft nichts mehr zu hören sein – Baubürgermeister von Winning versprach ein „ruhiges Viertel“. Bei den Planungen sei es nicht das Ziel gewesen, möglichst viele Wohnungen oder Büros zu schaffen, sondern ein durchmischtes, lebendiges Viertel. Auch ein Stadtteilzentrum soll entstehen. Im keilförmigen Gebäude entstehen im Sinne der Durchmischung Wohneinheiten, die sehr unterschiedlich genutzt werden.

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Matteo Ghedini ist Geschäftsführer der Firma Brera Serviced Appartments. Das Unternehmen vermietet möblierte Räume, die eine Mischung aus Wohnung und Hotelzimmer darstellen. Geschäftsleute können die Einheiten buchen – nach Wunsch inklusive zusätzlicher Leistungen wie Essenspaket, Putzdienst und Kleiderreinigung. Gleichzeitig, so Ghedini, sollen die Zimmer den Stil und die Privatsphäre einer Wohnung bieten. Die 111 Appartements sind zwischen 20 und 42 Quadratmeter groß. Auch eine Lounge, eine Dachterrasse und ein Co-Working-Space sind geplant. „Arbeitnehmer und Projektmitarbeiter sind immer mehr unterwegs“, erklärte Ghedini die Geschäftsidee. Ulm ist nach München, Frankfurt und Nürnberg der dritte Standort des Unternehmens.

Mikro-Appartements und seniorengerechte Wohnungen

Die Donaustadt sei wegen ihrer florierenden Wirtschaft auf dem Plan des Unternehmens gestanden, berichtete der Geschäftsführer. Für das Konzept der Mikro-Appartements interessieren sich in Ulm mehrere Investoren, sagte Baubürgermeister von Winning. Der Standort in Bahnhofsnähe sei für die potenziellen Kunden ideal: „Das ist der richtige Ort.“

Lage und Anbindung spielen auch beim zweiten Anbieter eine Rolle: Die internationale Korian-Gruppe, die auch das Seniorenheim Elisa in Ulm betreibt, wird 59 Wohnungen vermieten, die seniorengerecht und barrierefrei sind. Die Nähe zur Innenstadt, zum Hauptbahnhof und zu den Geschäften soll es den künftigen Mietern möglich machen, selbstständig zu bleiben. Bewohner können an Freizeitaktivitäten teilnehmen, eine ambulante Betreuung in Anspruch nehmen und sich das Essen liefern lassen, das den Bewohnern des Elisa in der Friedenstraße serviert wird. Die Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen sind zwischen 48 und 67 Quadratmeter groß. Auch Gemeinschaftsräume werden angelegt, kündigte Leiterin Mikaela Ahnefeld-Grünitz an.

Mehr als 50 Millionen Euro für Wohnungen, Geschäfte, Büros und ein Hotel

Das Dichterviertel soll weiter wachsen. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht. Pro-Invest-Geschäftsführer Rainer Staiger brachte sein Unternehmen schon einmal ins Gespräch: „Wir sind bereit für weitere Taten.“ Die Ulmer Investorenfirma gibt mehr als 50 Millionen Euro für das Hotelgebäude und das laufende Bauprojekt aus und würde auch die weiter südlich gelegenen Bauabschnitte gern übernehmen. Doch für die gibt es derzeit noch keine konkreten Planungen.

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