Ulm Die Baustelle im B10-Tunnel durch Ulm ist für viele Autofahrer noch gewöhnungsbedürftig. Seit einigen Tagen wird die westliche Röhre des Westringtunnels saniert. Somit steht in Richtung Adenauerbrücke nur eine Spur im Tunnel zur Verfügung. Gerade im Berufsverkehr kommt es deshalb immer wieder zu Staus. Aus Sicht der Ulmer Verkehrsplaner müsste das aber nicht sein.
Denn um den Verkehr besser zu kanalisieren, wurde eine zusätzliche provisorische Ausgleichsspur eingerichtet, die über die Furttenbachstraße wieder auf die B10 führt. Somit stehen oberirdisch derzeit zwei Spuren zur Verfügung, die Richtung Süden führen.
„Viele Autofahrer bevorzugen aber die vermeintlich schnellere Tunneldurchfahrt und versuchen, selbst kurz vor dem Tunnel noch nach links einzufädeln, statt auf der rechten Spur über den Söflinger Kreisel die Baustelle zu umgehen“, schildert Marlies Gildehaus, die Pressesprecherin der Stadt Ulm, die Problematik. Mag sein, dass der eine oder andere Autofahrer unsicher ist, wo er denn hingeführt wird, wenn er die provisorische Spur nutzt. Andere vermeiden hingegen bewusst die oberirdische Variante – weil früher die Ampel am Finanzamt sehr kurz geschaltet war, sodass bei starkem Verkehr lange Wartezeiten die Folge waren. Wegen der Bauarbeiten wurden die Grünphasen jetzt aber verlängert. Deshalb rät die Stadt Autofahrern: lieber mal oben rum, als immer durch das unterirdische Nadelöhr.
Röhre für Stunden komplett gesperrt
Aber nicht nur die ungewohnte Verkehrsführung macht vielen Autofahrern zu schaffen. Auch technische Pannen bei der Sanierung sorgen für Irritationen. So musste die westliche Tunnelröhre am Dienstag für mehrere Stunden komplett gesperrt werden, weil sich Regenwasserschächte im Bereich der Rampe abgesenkt hatten. Mit schnell härtendem Beton wurde der Schaden provisorisch behoben. Am Abend darauf war der Tunnel erneut dicht, diesmal aber planmäßig – im Zuge der Sanierung wurde eine sogenannte Gleitwand eingebaut.
Inzwischen ist die Röhre für Autos wieder befahrbar. Lastwagen mit einem Gewicht über 7,5 Tonnen dürfen allerdings erst ab Mittwoch wieder durch.
Mit der Baustelle müssen die Autofahrer noch bis in den Herbst hinein leben. Nach Angaben der Stadt Ulm ist in den kommenden Monaten immer wieder mit kurzfristigen nächtlichen Vollsperrungen zu rechnen. Das sei aber nicht weiter schlimm – schließlich stünden oberirdisch zwei Ausweichspuren zur Verfügung. Daran müssen sich die Autofahrer halt allmählich gewöhnen.