Kultur

21.07.2016

Bevor ich sterbe...

Ein „Erlebnis für die Sinne“ feiert heute Abend im Ulmer Stadthaus Premiere

Der englische Titel „Before I die“ bedeutet in deutscher Sprache „Ehe ich sterbe“. Eine Performance-Installation im Stadthaus, die heute Abend um 21 Uhr ihre Premiere erleben wird, vervollständigt den Satzanfang mit der Aussage „... I want to live“ – „...will ich leben“. Hinter dem Stadthaus-Event, in das Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak eingebunden sind, stehen die heterogene Künstlergruppe „Moving Rhizomes“, die sich für soziale Veränderungen im Sinn einer Grenzenlosigkeit einsetzen, und der Verein „KunstWerk“.

Seit Januar proben die Künstler und Flüchtlinge um den in Ulm engagierten neuseeländischen Tänzer Pablo Sansalvador, der das Konzept von „Before I die“ gemeinsam mit seiner spanisch-argentinischen Lebensgefährtin, der Tänzerin Cecilia Espejo, erarbeitete. Der Performance gingen Workshops voraus, deren Ziel es war, in die Geschichten von Flüchtlingen einzutauchen und ihnen selbst in Tanz und Bewegung eine Sprache zu geben, um sich auszudrücken zu können.

Internationale Tänzer, Sound-Designer, Musiker, Schauspieler und Videokünstler beteiligen sich am Projekt, dem Recherchen in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften zugrunde liegen. Der Erlös aus dem Verkauf der Tickets geht ohne Abzug an den im September 2015 gegründeten Verein Menschlichkeit Ulm, der sich für Flüchtlingsinitiativen einsetzt.

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Pablo Sansalvador verspricht für heute Abend ein „Erlebnis für die Sinne“: Der Zuschauer im Stadthaus bleibt nicht Zuschauer und soll das Event nicht konsumieren. Er wird Teil einer Reise. Hologramme und Visuals von Andreas Hauslaib deuten den Hintergrund einer Flucht an und spiegeln die Wunschvorstellungen, Fantasiewelten und Realitäten von Flüchtlingen und Migranten. Diese Erfahrungswelten, die Sensibilität wecken sollen für die Situation von Flüchtlingen und Migranten in Deutschland, werden durch von Andreas Usenbenz geschaffene Klänge unterstützt. Usenbenz sammelte diese Klänge für seine Soundtracks aus Versatzstücken von Experimenten und aus Trommel- und Gesangsworkshops mit Flüchtlingen. Sie formen sich zudem aus Klangfetzen aus Syrien, aus Stimmwolken in verschiedenen Sprachen und elektronischen Einsprengseln.

„Before I die“ ist auf die Interaktion zwischen Tänzern und Publikum hin konzipiert. Den „Moving Rhizomes“ geht es nicht um die Bühne, sondern um die Perspektive. „Die Aktivsten, Offensten und Aufmerksamsten im Publikum werden am meisten sehen und erfahren“, verspricht Sansalvador.

Als Tänzer stehen bei „Before I die“ neben dem im Ballett des Theaters Ulm engagierten Bogdan Muresan die Schweizerin Steffi Fischer, der Slowake Tomas Duras, Jason Franklin und Elizabeth Towels aus den USA und die Bulgarin Nora Paneva auf der Bühne, daneben der türkische Streetdancer Ziya Aktas.

Drei Aufführungen – am 21., 22. und 23. Juli – beginnen jeweils um 21 Uhr. Nach den Vorstellungen gibt es in einem After Show-Treffen die Möglichkeit, mit allen Projektbeteiligten ins Gespräch zu kommen.

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