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Buch: Glück am Haken

Buch

Glück am Haken

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    „Das Glück am Haken.
    „Das Glück am Haken. Foto: Foto: agt

    Ulm Seine frühen Fischzüge hat er im Landkreis Neu-Ulm gemacht – journalistisch wie angelkundlich. Christoph Schwennicke, in Senden aufgewachsener Ex-Abiturient aus dem Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium Weißenhorn und inzwischen in der Führungsriege des Berliner Hauptstadtbüros beim „Spiegel“, hat als Angler an den Sendener Baggerseen und als Journalist im Lokal-teil der Illertisser/Neu-Ulmer Zeitung seine ersten Fische bzw. Lorbeeren erbeutet.

    Nach dem Studium in Bamberg und an der Deutschen Journalistenschule in München landete er zunächst bei der „Badischen Zeitung“ in Freiburg und dann bei der Berliner Redaktion der „Süddeutschen Zeitung“. Dort bildete er mit Nico Fried ein (Neu-) Ulmer Gespann, bis er schließlich vor einigen Jahren zum „Spiegel“ wechselte.

    Unter die Buchautoren gegangen ist er mit einem Thema, das bei ihm viele Erinnerungen an das fischreiche Illertal geweckt hat. „Das erste Mal“ fand zwar nicht an einem Sendener Baggersee statt, sondern an einer „Forellenstrecke“ im Urlaub, aber „am Baggersee zu Hause bei meinen Eltern im Illertal“ macht der wunderbar philosophierende Autor die Erfahrung der „Ästhetik des Verlusts“ : „Warum kein gefangener Fisch je so schön sein kann wie ein verlorener“.

    Und er schildert eindringlich den Baggersee, an dem ihm eine Hechtdame entkommt, „einer der schönsten und faszinierendsten Fische, die ich nie gefangen habe“. Es geht in die Tiefe in diesem schönen Buch, nicht nur in die der Gewässer, sondern auch in die des Nachdenkens über Leben und Tod, Liebe und Meer, bis hin zum Zitat, die Zeit sei ein Fluss, „in dem ich angeln will“.

    Es geht aber auch in die Weite: Weltpolitik von George W. Bush über Putin bis zu Peter Ramsauer (dem der angelnde Journalist fast den Fischweiher ausräumt) kommt ins Blickfeld des die Angel auswerfenden Forschers; berichtet wird von Politikern und ihren (selbstverständlich angelnden) Fahrern wie auch von den Gefahren des Angelns im Golf von Persien – 15 Monate Gefängnis im Iran unter höchst erschwerten Bedingungen sind der Preis für eine Bootsfahrt an die falsche Angelstelle.

    Und dass in Anglerkühlschränken nicht nur die erbeuteten Fische aufbewahrt werden, lernt man nebenbei, ebenso wie der Autor am Ende des Buchs Hinweise zum „Weiterlesen“ gibt – falls man es nicht vorzieht, lieber Christoph Schwennickes geistreiche Betrachtungen einfach noch mal von vorne zu lesen.

    Buch Christoph Schwennicke: Das Glück am Haken. Der ewige Traum vom dicken Fisch. München, Droemer Verlag, 239 S., geb., 16,99 €

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