Weißenhorn Aller guten Dinge sind drei: Nach zwei Informationsveranstaltungen zu den Plänen für die Hasenwiese, die die Initiatoren des Bürgerbegehrens organisiert hatten, lud jetzt auch die Weißenhorner SPD zum Informationsabend ein. Neue Entwicklungen gibt es zwar nicht, die SPD nutzte aber den Abend, um vor kleinem Publikum ihre Sicht der Dinge zu schildern.
SPD-Ortschef Herbert Richter erklärte die Ausgangslage: Nach einem Vorentwurf, in dem noch drei Supermärkte vorgesehen waren, hatte der Stadtrat Anfang 2012 beschlossen, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für die Hasenwiese aufzustellen. Aktuell interessieren sich Aldi und Feneberg dafür, ihre Supermärkte auf den westlichen Teil des Grundstücks zu bauen – dort befindet sich unter anderem der Hasenkeller. Im östlichen Teil des Grundstücks könnte ein Wohngebiet entstehen. Die Zulassung des Bürgerbegehrens, das gegen zwei Supermärkte auf dem Gelände ist, hat weitere Planungen gestoppt.
Richter betonte, dass die SPD-Stadtratsfraktion für eine Fortführung des Bebauungsplanverfahrens sei – um Lärmschutz und weitere Sorgen der Anwohner bräuchten sich die Bürger keine Gedanken zu machen: „Das kann in dem Verfahren ganz genau diskutiert und festgelegt werden.“ Die Fraktion wünsche sich die zwei Märkte als wohnortnahe Versorgung, östlich davon das Wohngebiet. Nach dem Umzug von Feneberg wäre das Gelände westlich über die Oberhauser Straße frei für zentrumsnahe Wohnungen, die auch für Senioren geeignet seien.
SPD-Stadtrat Hermann Geiger betonte, ihm sei wichtig, dass die Innenstadt nicht ausblute – dem könne man mit den zwei Märkten entgegensteuern. So große Freiflächen im Innenstadtbereich gebe es nicht oft: „Wir können glücklich sein, dass die Hasenwiese so lange geschlummert hat.“ Richter sagte, durch die Verbindung von zwei Märkten sei der Standort wesentlich attraktiver und auf längere Zeit gesichert.
Sorge um die Kastanienbäume
Einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, Michael Gutter, befürchtete, dass eine Zufahrt für das Parkgelände der Märkte nicht ausreichen könnte und einige der alten Kastanienbäume am südlichen Rand des Grundstücks fallen könnten. Ursprünglich waren zwei Zufahrten geplant, nun soll eine Zufahrt nur noch von der Oberhauser Straße möglich sein – bisher sind keine Fällungen vorgesehen. Richter sagte, eine einzelne Ausfahrt sei für ein solches Gelände durchaus üblich.
Im April hat der Stadtrat, wie berichtet, ein Bürgerbegehren gegen den Bau für zulässig erklärt – ein Entscheid wird am Sonntag, 8. Juli, stattfinden. Dann dürfen die Bürger abstimmen.