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CSU-Forum: Gentechnik hat viele Gegner

CSU-Forum

Gentechnik hat viele Gegner

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    Prof. G. Wenzel
    Prof. G. Wenzel

    Aufheim Mit vielerlei Bedenken musste der renommierte Pflanzengenetiker Professor Dr. Gerhard Wenzel in Aufheim umgehen. Der Neu-Ulmer CSU-Kreisverband hatte ihn zur Premiere seiner neuen Veranstaltungsreihe eingeladen, bei der in Fachforen aktuelle und komplizierte politische Themen erörtert werden sollen.

    Ein heißeres Thema als die Grüne Gentechnik hätten die Christsozialen für ihr erstes Fachforum kaum wählen können. „Welche Gefahren müssen wir fürchten?“, fragte Dr. Monika Schwab, Vorsitzende der Sendener Frauenunion zu Beginn. Schnell wurde klar: Wenn es nach Wenzel geht, sind die Gefährdungen so groß nicht. Nicht viel größer jedenfalls als die Risiken, die schon die seit Jahrtausenden andauernde Selektion durch Züchtung birgt.

    Deutschland, so der Experte, bis zum vergangenen Jahr Dekan des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der TU München, sei dabei, sich aus einer rasant verlaufenden wissenschaftlichen Entwicklung auszuklinken. Transgene, also genetisch veränderte Pflanzen, seien im Vergleich zu gezüchteten sogar sicherer, weil bestens untersucht. Zumindest dann, wenn vergleichbare züchterische Verfahren existieren, solle Gentechnik zugelassen werden, fand der Forscher. Außerdem: Die bereits seit rund 15 Jahren in den USA gesammelten Erfahrungen ließen keine großen Gefahren erwarten.

    Doch rund 40 Zuhörern, darunter Landwirte und ein Vertreter des „Bündnisses für eine gentechnikfreie Region Ulm“, gefielen diese Aussichten wenig. Welche Gefahren von transgenen Pflanzen für die Gesundheit ausgehen, fragte Kreisbäuerin Hildegard Mack, die außerdem bewegte, wer für Schäden haftet, wenn Verstöße gegen das Gentechnikgesetz stattfänden. Für Wenzel war die Antwort leicht: Das Gesetz schließe Gesundheitsgefahren aus. Gentechnikfreie Regionen seien reiner Populismus, der nur wirtschaftlichen Interessen diene.

    Immer wieder kritisierten Zuhörer die Methoden des US-Agrar-Riesen Monsanto, der bereits seit den 90er-Jahren großes Augenmerk auf Biotechnologie legt und den Verkauf von Hybridsaatgut forciert. Dessen Früchte enthalten keine keimfähigen Samen, sodass jedes Jahr neue Saat gekauft werden muss. „Wir sind auf die Gentechnik gar nicht angewiesen“, meinte ein weiterer Zuhörer, während ein Öko-Landwirt aus Illertissen erklärte: „Da wird nicht rumgepfuscht!“ Die Technik mache den Bauern Versprechungen, die am Ende nicht eingelöst würden, so der Illertisser. Und: Auf seinen Feldern sei bereits ein Anteil transgenen Sojas gefunden worden, obwohl er nie ein solches Produkt angebaut habe. Das sei schlichtweg nicht möglich, meinte dazu der Experte.

    „Wem soll ich jetzt glauben?“, fragte sich der ehemalige Sendener Stadtrat Harald A. Fischer am Ende. Kreisvorsitzender Thorsten Freudenberger versprach diplomatisch: „Wir bleiben an dem Thema dran.“

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