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Der Onlinehandel verändert die Innenstädte

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Der Onlinehandel verändert die Innenstädte

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    Auf die Ulmer Innenstadt kommen große Herausforderungen zu.
    Auf die Ulmer Innenstadt kommen große Herausforderungen zu. Foto: Andreas Brücken

    Der Münsterplatz 25 ist ein besonderer Ort. An diesem prägendem Gebäude des Schuhhausplätzles lässt sich beispielhaft der Wandel des Handels ablesen: Als sich mit Schallplatten und später CDs noch richtig Geld verdienen ließ, war das Musikhaus Reisser in den 1980ern und 1990ern ein Treffpunkt für Musikfreunde. Rechtzeitig setzte das 1874 gegründete Unternehmen in den 2000ern lieber vollends auf die serviceintensive Musikinstrumentenbranche und zog in die Frauenstraße. Der Nachmieter versprach die Zukunft zu verkörpern. Als vor 25 Jahren der Laden Fifty-Eight einzog, waren Skateboards noch was abgefahren Jugendliches. Heute fahren mitunter Banker mit ihren Rollbrettern zur Arbeit. Und bestellen die dazu passende Ausrüstung im Internet.

    Jetzt macht Fifty-Eight dicht. Und die Stadt Ulm wird hier ihre Marketingkampagne „Ulm Stories – Geschichten einer Stadt“ in einer Art Museum weitererzählen. Das ist eine gute Idee. Denn das Aus für Fifty-Eight zeigt, dass es sich oft schlichtweg nicht mehr lohnt bei diesen Mieten, Klamotten und Co in bester Lage zu verkaufen. Das kann man bedauern, doch die Entwicklung steht erst am Anfang. Branchenexperten rechnen bis 2021 mit einer jährlichen Zunahme des Onlinehandels um jeweils ein Fünftel. Und es wird nicht unbedingt mehr Geld ausgegeben: Das Fünftel fehlt den stationären Geschäften, die reihenweise dichtmachen werden, die Innenstädte verändern sich notgedrungen. Um ein T-Shirt zu kaufen, muss niemand von Weißenhorn oder Roggenburg nach Ulm fahren. Wer sich auf den Weg in die Stadt macht, will etwas erleben. Und geht vielleicht noch schön essen und kauft eher nebenbei ein. Die Liste der Orte, an denen einst Bücher oder Klamotten verkauft werden und jetzt gespeist wird, ist jetzt schon lang: Herwig, Jung und Honer. Und aus Fifty-Eight wird jetzt ein Museum. Aufzuhalten ist diese Entwicklung nicht.

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